Ordeal by Innocence 2018 (Originalversion)

England, 1956:
Die betuchte Charity-Lady Rachel Argyll (Anna Chancellor) wird in ihrem Haus erschlagen. Jack (Anthony Boyle), eines ihrer fünf Adoptivkinder wird als Hauptverdächtiger festgenommen, beteuert jedoch vehement seine Unschuld.
Bevor es zu einem Prozess kommen kann, wird Jack von einem anderen Häftling getötet und 18 Monate später steht plötzlich ein Arthur Calgary (Luke Treadaway) vor der Tür der Argyll’s und behauptet Jack’s Alibizeuge zu sein. Doch wenn Jack ein Alibi hat, wer hat dann Rachel getötet?

Als Krimi-Fan im allgemeinen und Christie-Fan im besonderen freue ich mich eigentlich immer, wenn ein englischer Fernsehsender sich einer ihrer Geschichten annimmt und neu verfilmt, auch wenn mir natürlich nicht immer jede Verfilmung gefällt.
‚Ordeal by Innocence‘ (dt.: ‚Tödlicher Irrtum‘) dürfte eine der bekannsten Christie-Geschichten sein und sie selbst bezeichnete den Krimi in ihrer Autobiographie als einer ihrer Besten.
Der Cast dieser Produktion besteht aus bekannten und mir unbekannten Schauspielern und ich fand diese Mischung sehr gelungen.
Anna Chancellor ist wirklich großartig als Rachel, genau wie Bill Nighy als ihr Ehemann Leo.
Anthony Boyle war mir bisher unbekannt, aber ich mochte sehr, dass er seiner Figur neben der Aggressivität und Unverfrorenheit auch etwas Traurig-Verletzliches gibt.
Ella Purnell und Crystal Clarke waren mir bis dato ebenfalls unbekannt, sind meiner Meinung nach aber auch gut ausgewählt für die Töchter Hester und Tina.
Zu Christian Cooke, der Rachels Sohn Mickey spielt, habe ich ein unentschlossenes Verhältnis.
Manchmal mag ich ihn, es gab aber auch schon Rollen, in denen ich ihn nicht mochte bzw. für eine Fehlbesetzung hielt.
Hier fand ich ihn okay und erkenne an, dass er aus einer schwierigen Situation das beste gemacht hat. Für Mickey war nämlich ursprünglich ein anderer Schauspieler vorgesehen, den die Produktionsfirma feuerte, nachdem es Beschuldigungen wegen sexueller Belästigugn gab.
Für den Nachdreh mit Cooke konnten nicht alle Schauspieler zurückkehren und teilweise mußte Cooke per Computertechnik in die Szenen eingefügt werden, was mir beim Endergebnis aber nicht aufgefallen ist.
Eleanor Tomlinson und Matthew Goode spielen perfekt das unsympathische Ehepaar Durrant, wobei ich gar nicht sagen kann, wen von den Beiden ich als schlimmer empfunden habe. Matthew Goode habe ich jedenfalls noch nie so fies spielen sehen, wie hier.
Luke Treadaway spielt Arthur Calgary, den Alibizeugen für Jack und ich muss sagen, dass er mir leider ziemlich auf die Nerven ging, was aber eher an der Neuausrichtung der Rolle, als am Schauspieler selbst lag.
Alice Eve gibt wunderbar glaubhaft das blonde Gift, dass Leo 18 Monate nach dem Mord an seiner Ehefrau heiraten will.
Und last but not least wäre da auch noch Morven Christie, die ich sehr gerne sehe und über deren Rolle als Haushälterin Kirsten ich mich sehr gefreut habe.
Die Ausstattung ist wie iegentlich immer bei der BBC sehenswert, auch wenn ich so manches Zimmer im Herrenhaus der Argylls für meinen Geschmack etwas zu popig fand.
Gerade in der ersten Folge genervt hat mich die ständige Berieselung mit bedeutungsschwangerer Hintergrundmusik, da wäre weniger mehr gewesen!
Die Änderungen an der Ursprungsgeschichte fand ich, bis auf die Calgary-Figur, gut gelungen und spannend umgesetzt, und ich habe mich über alle drei Folgen gut unterhalten gefühlt, auch wenn diese Verfilmung dem klassischen Krimistoff zwischendurch ziemlich strange Züge verliehen hat.
Ich kann die Minserie also durchaus weiterempfehlen, nur Christie-Puristen sollten vielleicht wegen der gravierenden Änderungen in der handlung die Finger davon lassen.

Ein englischer Trailer

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