Der junge Inspektor Morse, Staffel 4 [Werbung]

Nach dem emotional aufwühlenden Ende von Staffel 3 leidet Morse (Shaun Evans) still vor sich hin, muss zusehen, wie sein Vorgesetzter Inspector Thursday (Roger Allam) immer launenhafter wird und dessen Familie auseinanderfällt und nebenbei noch in schwierigen Mordermittlungen alles geben, um eine Aufklärung zu erreichen.
Und natürlich ziehen auch weiterhin die mächtigen Feinde von Morse im Hintergrund die Fäden…

Auch die vierte Staffel der wunderbaren, englischen Krimiserie versetzt den Zuschauer wieder ins Oxford der Sechziger Jahre, wo das Leben so idyllisch zu sein scheint.
Doch die Serie räumt mit dieser rosaroten Sicht schon seit Staffel Eins rigoros auf und zeigt, dass gerade in der guten alten Zeit Korruption, Gewalt und Verbrechen begangen wurde, wie heutzutage.
Und in dieser Staffel ist es dieses Mal Inspector Thursday, der resigniert zu haben scheint und der dem Leben kaum etwas Gutes abgewinnen kann, obwohl das in vorangegangenen Staffeln eher Morse Job war.
Das ändert die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren und sorgt für neue, interessante Konflikte.
Sowohl Evans als auch Allam spielen das großartig und vor allem bei Evans spielt dabei eindrucksvoll Mimik und Gestik eine genauso große Rolle, wie sein Text. Ich hatte wieder oft den Impuls, den armen Kerl mal fest ihn den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass alles gut werden wird.
Auch Thursday hätte den ein oder anderen Drücker verdient gehabt; nach einem kräftigen Tritt in den Hintern, denn gegenüber den Frauen aus seiner Familie erweist er sich eher als Elefant im Porzelanladen, denn als helfendes Familienoberhaupt.
Und den ein oder anderen Wutausbruch darf Allam auch spielen, was wieder einmal zur Tiefe dieser Figur beiträgt und ihn gleich noch spannender macht.
Gut gefallen hat mir auch die Wut von Morse, die an manchen Stellen aufblitzt und die seine ganze Hilflosigkeit einer Gesellschaft beziehungsweise gegenüber des Polizeiapparats zeigt, der ihm so viele Steine in den Weg legt und das ein oder andere Mal mit Verbrechensaufklärung so gar nichts zu tun hat, weil es gilt, alte Seilschaften zu beschützen.
Gut gefällt mir an der Serie auch, dass so manches Klischee, das gerade wieder modern zu werden scheint, krachend abgewatscht wird. So zeigt das Beispiel der jungen, hübschen und klugen Polizistin Trewlove (Dakota Blue Richards), dass sie ihren Kopf nicht nur zur Freude der Männerwelt spazieren trägt, sondern damit auch denken kann und das sogar manchmal besser, als die anwesenden Herren der Schöpfung.
Außerdem wird der Konflikt aufgezeigt, der entstehen kann, wenn die bisherige Hausfrau gerne arbeiten gehen würde und der Herr des Hauses, das gar nicht nachvollziehen kann.
Und in einer Folge wird die Doppelmoral einer selbsternannten Moralapostel (Sylvestra Le Touzel) entlarvt, die ausgezogen ist, um ihre armen Mitmenschen zu retten.
Auch die Weiterentwicklung von Chief Superintendent Bright (Anton Lesser) hat mir in dieser Staffel gut gefallen, weil er einerseits etwas menschlicher erscheint und andererseits auch mehr mitbekommt, als ich ihm bisher zugetraut hatte. Für ihn und seinen immer gut aufspielenden Darsteller gilt auf jeden Fall: Weiter so!
Dafür wird mir langsam aber sicher DS Jim Strange (Sean Rigby) immer unsympathischer mit seiner affektierten Kumpeltour. Vor ihm muss sich Morse auf jeden Fall in Acht nehmen!
Alle vier Fälle dieser Staffel haben mich gut unterhalten und so kann ich nur einmal mehr feststellen:
Auch diese vierte Staffel mit Oxford als eindrucksvoller Kulisse, der Opernmusik, die einfach zu Morse gehört und der gleichbleibend hochwertigen Ausstattung ist auch diese vierte Staffel wieder gelungene Fernsehunterhaltung, die das hohe Niveau der Vorgängerstaffeln halten kann und unbedingt Lust auf mehr macht!

Auf dieser DVD-Box ist übrigens zum ersten Mal Bonus-Material zu finden und ich fand die circa 20 Minuten, die mit Interviews und Hintergrundinformationen gefüllt sind, wirklich informativ und sehenswert.
Außerdem habe ich so bei den meisten Schauspielern zum ersten Mal die Originalstimme gehört und festgestellt, dass ich ausnahmsweise mal auf die deutschen Synchronstimmen geeicht bin- auch wenn gerade Shaun Evans durchaus nett klingt.

Mein Eindruck zu Staffel 1
Mein Eindruck zu Staffel 2
Mein Eindruck zu Staffel 3
Die Serie beim ZDF
Die Serie bei ITV
Die Serie im deutschen Fernsehen – Termine
Die Staffel bei Amazon.de (Affiliate-Link)

Die DVD wurde mir von Edel Motion als Belegexemplar zur Verfügung gestellt – vielen Dank an Heike Glück! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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