Aus dem Nichts

Die Studentin Katja (Diane Kruger) verliebt sich in ihren Dealer, den Kurden Nuri (Numan Acar), schmeißt ihr Studium und heiratet ihn als er im Gefängnis sitzt, obwohl beide Familien dagegen sind.
Jahre später leben die beiden mit ihrem sechsjährigen Sohn (Rafael Santana) in einem großen Haus vor den Toren Hamburgs, Katja ist Hausfrau und Mutter, Nuri leitet sein eigenes Steuer- und Übersetzungsbüro.
Dann gibt es einen Bombenanschlag und Katja verliert alles….

Mit ‚Aus dem Nichts‘ habe ich mich relativ weit aus meiner filmischen Komfortzone bewegt.
Zum einen, weil ich deutschen Filmen ja nach wie vor eher skeptisch gegenüberstehe und zum anderen weil ich eine ziemlich große Abneigung gegen die für mich nicht sonderlich begabte Diane Kruger pflege und mich ihre Stimme regelmäßig die Palme hochtreibt, sobald ich sie höre.
Doch wenn sich ein Filmemacher künstlerisch mit den NSU-Prozessen auseinandersetzt, wie es der Regisseur Fatih Akin hier getan hat, dann macht mich das einfach neugierig.

Wegen Krugers Stimme habe ich versucht den Film in der englischen Synchro zu schauen, das war aber so komisch, dass ich nach fünf Minuten aufgegeben und in den Originalton geschaltet habe.
Und ich muss sagen, dass mich Kruger hier ausnahmsweise mal nicht genervt hat.
Stattdessen hat sie meinen Respekt gewonnen, weil sie Katja wirklich gut darstellt.
Ihre unkonventionelle, glückliche Natur am Anfang des Films. Die betäubte Verzweiflung nach der Bombe und die unbändige Wut.
All das habe ich Diane Kruger abgenommen, mit ihr mitgelitten. Und ich war wirklich überrascht, dass sie in der Lage ist einen Film als zentrale Figur mit der größten Screentime zu tragen und so glaubhaft zu wirken.

Die anderen Schauspieler sind gut gecasted, wenn auch vielleicht als Figuren manchmal ein wenig stereotyp gezeichnet.
Ein gutes Gegengewicht für Kruger’s Katja bildet dabei Denis Moschitto, der den Familienanwalt und Freund Danilo ruhig und sympathisch darstellt.

Hamburg als Schauplatz hat mir gut gefallen und auch die verschiedenen Lichtverhältnisse mit denen Akin spielt, um bestimmte Stimmungen zu verdeutlichen, fand ich gelungen.
Die Geschichte, die erzählt wird, schockiert, macht wütend, zeichnet ein schonungsloses Bild von Justiz und den manchmal eklatanten Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit.

Und am Ende konnte ich als Zuschauer gut verstehen, wieso Katja so handelt, wie sie handelt, auch wenn ich mir nach ein wenig darüber nachdenken eine klarere Bewertung des Geschehens vom Filmemacher gewünscht hätte.
Von daher kann ich mich dem Lob, das ‚Aus dem Nichts‘ bekommen hat, durchaus anschließen, verstehe aber auch, wenn so manchem Zuschauer etwas fehlt.

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Ein deutscher Trailer

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2 Antworten zu Aus dem Nichts

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