The Death of Stalin (Originalversion)

Sowjetunion, 1953:
Radio Moskau überträgt live ein Mozart-Konzert, zeichnet dieses jedoch nicht auf. Als Stalin (Adrian McLoughlin) eine Aufzeichnung anfordert, muss der Radiochef (Paddy Considine) improvisieren und zwingt alle Beteilige das Konzert noch einmal zu spielen.
Die Pianistin Maria Yudina (Olga Kurylenko) weigert sich zunächst, da sie Stalin zutiefst verachtet, kann dann aber doch überredet werden.
Als die Aufzeichnung abgeholt wird, steckt sie jedoch eine kurze Notiz dazu, in der sie ihren Hass auf Stalin zum Ausdruck bringt und als dieser die Notiz liest, lacht er so heftig, dass er eine Gehirnblutung erleidet und drei Tage später stirbt.
Nun beginnen die Machtspiele zwischen den Mitgliedern des Zentralkomitees um die Macht im Land…

Wenn ich ehrlich bin, bin ich auf ‚The Death of Stalin‚ vor allem aufmerksam geworden, weil Jason Isaacs mitspielt.
Dass es sich bei dem Film um eine schwarzhumorige Komödie handelt, ist mir dann beim Anschauen des ersten Trailers bewußt geworden.
Der Trailer hat mich dann aber auch wirklich neugierig auf den Film werden lassen.
Die erste Hälfte der gut 106 Minuten ist wirklich bizar.
Erwachsene Männer, die selbst nicht ganz unwichtig sind, machen sich für einen allmächtigen Führer zum Affen, in dem Wissen, dass auch sie jederzeit auf einer der zahlreichen Abschusslisten landen können, die die jeweiligen Menschen bestenfalls nach Sibirien und schlimmstenfalls in den Tod schicken können.
Die Klugen unter Stalins Führungspersonal entwickeln Strategien, um keine dummen Fehler zu begehen, die weniger Klugen wandeln unbewußt immer mit einem Bein im Grab, denn ein dummer Satz genügt, um erschossen zu werden.
Die Albernheiten gehen so weit, dass die russische Eishockeynationalmannschaft NICHT bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, denn russische Flugzeuge stürzen nicht ab – NIEMALS!
Die zweite Hälfte des Films ist dann eher düster, aber auch hier bleiben die Absurditäten nicht aus.
Zum Lachen gebracht hat mich die Komödie nicht wirklich, dafür habe ich mich alle zwei Minuten gefragt, ob all diese Menschen nicht gemerkt haben, wie absurd das war, was sich abspielte.
Denn auch wenn die Handlung sicher nicht zu hundert Prozent akkurat ist und sich viele Freiheiten nimmt, basiert sie doch auf historischen Fakten, die durchaus so tragisch-absurd waren, wie sie hier gezeigt werden.
Die Schauspieler sind hervoragend ausgesucht und bieten eine großartige und homogene Ensembleleistung.
Weder Steve Buscemi als Chrustschow noch Simon Russell Beale als Beria oder Jeffrey Tambor als Malenkow haben Angst davor sich in ihren Rollen lächerlich zu machen und sind einfach großartig.
Und bei Isaacs als Orden behängter Schukow bilde ich mir ein, den Spaß an dieser absurden Rolle während seiner Szenen sehen zu können.
Großartig fand ich auch den Wortwitz in den Dialogen und die vielen Szenen, die durch die vielsagenden Blicke der Darsteller so viel mehr alsdrücken, als Worte es könnten.
Insgesamt ist ‚The Death of Stalin‘ für mich eingelungener und sehenswerter Film, der uns in Zeiten, die auf andere Weise ebenso absurd wirken, vielleicht sogar ein wenig den Spiegel vorhält.

Ein englischer Trailer

Ein deutscher Trailer

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Filme und Serien, Spielfilm abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu The Death of Stalin (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    I’m glad you reviewed this — I finally decided I wasn’t going to write about it, but I saw it last week and just loved it. Perfectly cast and the actors are allowed to do what they do best (and no cheesy Russian accents) Buscemi’s mild Brooklyn accent is really perfect for conveying the feeling of a politician who is also kind of a gangster. There are lots of things that are more than liberties, but the only historical transgression that really bothered me was that Alexei Kapler didn’t die — but the joke about bringing people back to life and Svetlana Stalin’s „weltfremde“ qualities was too good to pass up. And I honestly don’t think that anyone is going to be watching this film thinking they will learn Russian history (I suspect most people who see it will be familiar with the basic outlines already anyway).

    Gefällt 1 Person

  2. Melanie schreibt:

    Oh, der Trailer war amüsant. Ich mag Jeffrey Tambor aus „Transparent“ sowieso sehr gerne. Werde ich mir merken.

    Gefällt mir

  3. Herba schreibt:

    @Servetus: Yes to the non russian accents. I was so happy they didn’t do that!!!
    Yeah, most of the audience will know the basics and ignore the inaccuracies I guess.

    Gefällt 1 Person

  4. Herba schreibt:

    @Melanie: Er ist hier wirklich großartig. Über ihn habe ich mich wirklich amüsiert 🙂

    Gefällt mir

  5. Pingback: Medienjournal: Media Monday #377 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

Ich freu mich über Kommentare! Indem Du die Kommentarfunktion hier nutzt, erklärst Du Dich mit der Verarbeitung Deiner angegebenen Daten durch Automatic Inc. sowie den Dienst Gravatar einverstanden.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.