Alles Geld der Welt (Originalversion)

Rom, 1973:
John Paul Getty III (Charlie Plummer), der sechzehnjährige Enkel von J. Paul Getty (Christopher Plummer), dem reichsten Mann der Welt, wird entführt.
Die Verbrecher fordern 17 Millionen Dollar Lösegeld von Pauls Mutter Gail (Michelle Williams). Doch Gail verzichtete in der Scheidungsvereinbarung von Pauls Vater John Paul (Andrew Buchan) im Gegenzug für das alleinige Sorgerecht auf Unterhaltszahlungen.
Daher hat Gail kein Geld, um die Entführer zu bezahlen und Pauls Großvater weigert sich zu zahlen. Stattdessen beauftragt er seinen Sicherheitschef und ehemaligen CIA-Agent Fletcher Chase (Mark Wahlberg), die Freilassung seines Enkels auf anderem Weg zu sichern…

Alles Geld der Welt‚ war in aller Munde, noch bevor er überhaupt in irgendeinem Kino zu sehen war, weil Kevin Spacey erst schwer maskiert den alten Getty spielte und dann kurz vor US-Kinostart wegen der Beschuldigung der sexuellen Belästigung Minderjähriger aus dem Film geschnitten und durch Christopher Plummer ersetzt wurde.
Über den Sinn oder Unsinn Schauspieler stundenlang mit allen möglichen Hilfsmitteln in eine Person zu verwandeln, der sie ansonsten nicht einmal ansatzweise ähnlich sehen, kann man sicher streiten.
Ob das Ganze sich am Ende wirklich lohnte, kann man meiner Meinung nach aber nur beurteilen, wenn man das Endprodukt gesehen hat und da das in diesem Fall ausfällt, verkneife ich mir mal meine Gedanken dazu und komme zum Wesentlichen.
Auch ohne Herrn Spacey ist der Film anständig besetzt.
Michelle Williams trägt einen Großteil der Handlung als verzweifelte Mutter, die einfach nur ihren Sohn wiederhaben will und deshalb sowohl gegen ihren Ex-Schwiegervater als auch gegen die öffentliche Meinung kämpft, die meint Gail wäre reich.
Christopher Plummer ist als skrupelloser Geldsack Getty absolut überzeugend und ich zolle diesem alten Herren, der kurzfristig einspringt und sich dann so gut in die zu spielende Rolle einfügt, den allergrößten Respekt.
Charlie Plummer, der das Entführungsopfer spielt, hat sicher was seine schauspielerischen Leistungen angeht, noch einige Luft nach oben, aber er ist auch erst 18 oder 19 Jahre alt und macht seine Sache für meine Begriffe ordentlich.
Die italienischen Entführer wirkten auf mich sehr klischeehaft, was aber vermutlich eher am Drehbuch als an den Schauspielern lag und auch Mark Wahlberg und Andrew Buchan haben, was das Schauspielerische angeht, nicht wirklich viel zu tun.
Womit ich auch schon beim meiner Meinung nach größten Manko des Films wäre: das Drehbuch.
Den Machern gelingt es für mich nicht oft Spannung aufkommen zu lassen. Bei einem realen Entführungsfall ist das sicher auch nicht ganz einfach, denn der Ausgang der Geschichte dürfte vielen Zuschauern schon bekannt sein, aber ein wenig packender hätte das Ganze schon erzählt werden dürfen.
Das klingt vielleicht ein wenig hart, vor allem, weil ich mich beim Schauen nicht gelangweilt habe und das Flair der Siebziger Jahre auch gut eingefangen ist, aber mir hat wirklich die Spannung gefehlt.
Daher ist ‚Alles Geld der Welt‘ für mich nur ein durchschnittlicher Film, den ich nicht unbedingt noch einmal anschauen muss und der mir wenn überhaupt allein wegen Christopher Plummer im Gedächtnis bleiben wird.

Ein englischer Trailer

Ein deutscher Trailer

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5 Antworten zu Alles Geld der Welt (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    I didn’t think it was supposed to be a thriller — although I didn’t know how it ended and so I did get interested / occupied with that question in the last third or so — but I went into it thinking it was supposed to be a film about the worldview of the extremely wealthy. On that level I thought it was interesting although not an essential / „don’t miss“ piece.

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  2. Esther schreibt:

    Den will ich wegen Christopher Plummer gern sehen. 🙂

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  3. Pingback: Die Verlegerin (Originalversion) | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  4. Herba schreibt:

    @Serv: I didn’t expect a thriller, but what I expected was some sort of emotional involvment and that wasn#t happening for me.
    Yes the look into the old Gettys world of thoughts was definitly interesting.

    Gefällt 1 Person

  5. Herba schreibt:

    @Esther: Plummer war wirklich gut!

    Gefällt 1 Person

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