Wind River (Originalversion)

Cory Lambert (Jeremy Renner) arbeitet als Jäger für den United States Fish and Wildlife Service.
Als er einen Berglöwen im Indianerreservat Wind River verfolgt, der Rinder gerissen hat, findet er die Leiche der achtzehnjährigen Natalie (Kelsey Asbill Chow), die barfuß in der Eiseskälte von Wyoming vor irgendetwas geflüchtet ist.
Als das FBI die unerfahrene Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen) schickt, um über die Zuständigkeit für die Ermittlungen zu entscheiden, heuert diese Cory als als Führer an. Jane weiß jedoch nicht, daß Corys Tochter Emily vor Jahren unter ähnlichen Umständen ermordet wurde, wie nun ihre beste Freundin Natalie…

Auf ‚Wind River‚ bin ich wegen Jeremy Renner aufmerksam geworden, der eine der Hauptrollen spielt – zum Glück, denn sonst hätte ich einen, wie ich finde, wirklich guten Film verpaßt.

Die Schauspieler sind sehenswert, allen voran Renner und Olsen. Beiden spielen unaufgeregt und zurückgenommen den jeweiligen Charakter, was in beiden Fällen sehr gut paßt und glaubwürdig rüberkommt.
Vor allem Cory Lambert ist eine Figur, die vielschichtig und nicht als der typische nette, weiße Mann von nebenan daher kommt, sondern durchaus den ein oder anderen Abgrund zu bieten hat.
Und auch Olsens Jane ist keine Superheldin, sondern eine unerfahrene Agentin, die vor allem helfen will und ich dabei durchaus ihrer Schwächen bewußt ist.
Aber auch der Rest des Casts macht einen guten Job, egal ob man nun Gil Birmingham als Natalies Vater, Graham Greene als Reservatssheriff Ben Shoyo oder Tantoo Cardinal als Emilys Großmutter nennen möchte.
In einer Nebenrolle ist übrigens Jon Bernthal zu sehen, der spätestens seit seiner Rolle als Punisher vielen Film- und Serienfans ein Begriff sein dürfte.

Die Landschaftsaufnahmen des winterlichen Wyomings (keine Ahnung, ob wirklich vor Ort gedreht wurde oder ob eine andere Landschaft umfunktioniert wurde) sind beeindruckend und sorgen für die passende Athmosphäre.
Die Filmemacher haben ein hoffnungs- und trostloses Bild einer Gemeinschaft gezeichnet, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt und die die Menschen längerfristig entweder abstumpfen oder verzweifeln läßt.

‚Wind River‘ wird als Thriller beworben, was ich mal wieder nicht ganz passend finde, weil zwar Spannung durch einige Thrillerelemente in der Geschichte aufkommt, man beim Zuschauen aber nicht ständig vor Spannung an den Nägeln kaut.
Persönlich würde ich den Film daher eher als Drama einordnen, das ohne große Kniffe und schnörkellos eine gesellschaftskritische Geschichte erzählt, die mir sehr unter die Haut gegangen ist und die trotzdem nicht belehrend den Zeigefinger erhebt.
Trotzdem weist ‚Wind River‘ unmissverständlich auf den Mißstand der vielen verschwundenen amerikanischen Ureinwohnerinnen hin, für die es nichtmal eine eigene Statistik gibt, was in unserer Zeit der ständigen Datenanalyse eine Aussage für sich darstellt.

Insgesamt kann ich den Film wirklich weiterempfehlen und werde ihn mir sicher noch einmal anschauen, wenn er in irgendeiner Form fürs Heimkino erhältlich ist!

Ein englischer Trailer

Ein deutscher Trailer

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8 Antworten zu Wind River (Originalversion)

  1. jholland schreibt:

    This was my favorite film of 2017!

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  2. Herba schreibt:

    @jholland: It’s a great movie, isn’t it?! Good storytelling plus great acting

    Gefällt mir

  3. Uinonah72 schreibt:

    Wow, ich stimme voll mit Dir überein. Mich hat Wind River sehr berührt und tagelang nicht losgelassen. Mir hat auch gefallen, dass ich trotz Drama nicht deprimiert aus dem Kino kam, sondern dennoch irgendwie ein positives Gefühl blieb.
    Ich hatte Jeremy Renner kürzlich in The Hurt Locker im TV gesehen und war von seiner Charakterdarstellung total begeistert. Auch ein Film der mir unter die Haut ging. Nach Wind River war ich dann verloren…totaler Fan 🙂 Du hast das wohl schon viel früher erkannt, Herba 😉

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  4. suzy schreibt:

    Habe schon von meiner Schwester gehört dass der Film toll sein soll 🙂 Werde ich mir noch ansehen, ist bei uns leider schon aus dem Kino raus….

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  5. Herba schreibt:

    @Uinonah: Ja, mich hat der Film auch gedanklich länger beschäftigt. Ein wirkliches Highlight und richtig gut gemacht!
    Ein totaler Fan bin ich jetzt nicht, aber ich verfolge seit ich ‚The Hurt Locker‘ gesehen habe, lose seine Karriere 🙂

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  6. Herba schreibt:

    @Suzy: Manchmal geht das echt zu schnell, schade!

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