The Greatest Showman

New York City, irgendwann im neunzehnten Jahrhundert:
P.T. Barnum (Hugh Jackman) ist der Sohn eines Schneiders, der seinen Sohn und sich mehr schlecht als recht durchbringen kann und früh stirbt.
P.T. bleibt allein zurück,
schlägt sich irgendwie durch und verliert nie die Hoffnung auf ein besseres Leben, zu dem ihn außerdem der Gedanke an Charity (Michelle Williams), die Tochter aus gutem Haus, anspornt.
Als Erwachsener mit Charity verheiratet und Vater von zwei kleinen Töchtern (Austyn Johnson, Cameron Seely) verliert Barnum seinen langweiligen Schreibtischjob und kauft kurzerhand ein heruntergekommenes Kuriositätenkabinett mit Wachsfiguren und ausgestopften Tieren, das erst seinen Zauber entfaltet, als er menschliche Kuriositäten anstellt und eine einzigartige Show auf die Bühne bringt…

Beim Tippen des letzten Satzes bin ich gerade innerlich zusammengezuckt (menschliche Kuriositäten) und war mir im Vorfeld nicht sicher, ob ich damit klar kommen würde, daß Jackman’s Barnum vermutlich viel zu positiv dargestellt ist, um dem echten Barnum irgendwie gerecht zu werden.
Wenn man dann mein leicht gespaltenes Verhältnis zu Musical-Verfilmungen hinzunimmt, war es eher unwahrscheinlich, daß ich ‚The greatest Showman‚ im Kino sehen würde, auch wenn ich Hugh Jackman sehr schätze und ihm immer gerne beim Singen zuhöre!
Und dann kamen die ersten Bilder und Videos, Hugh Jackman machte begeistert Werbung für den Film und eine Freundin bot mir an gemeinsam ins Kino zu gehen….tja, was soll ich sagen: ich habe mich getraut und mir den Showman dann doch letzte Woche angeschaut.

Der Look des Films ist sehr bunt, ohne auf mich erschlagend zu wirken, was mir wirklich gut gefallen hat.
New York City erkennt man zwar wieder, aber die Stadt wirkte auf mich eher ein wenig wie eine Märchenkulisse, ohne dabei unecht zu sein.
Und dieses ganze Setting hat mich direkt verzaubert und alle Gedanken zum echten Barnum verdrängt.
Dazu kommt ein ganz wunderbarer Cast, der mit so viel Spielfreude agiert, das ich unweigerlich in seinen Bann gezogen wurde.

Egal ob bekannte Gesichter wie Michelle Williams und Zac Efron (oh mein Gott ist dieser Dackelblick süß!) oder mir bis dato unbekannte Schauspieler wie Zendaya und Keala Settle, sie alle sind mit ganzem Herzen dabei, singen und tanzen sich die Seele aus dem Leib und passen alle ganz wunderbar in ihre jeweiligen Rollen.

Und Hugh Jackman?
Der setzt dem Ganzen für mich die Krone auf, weil er mit seinen Kollegen zusammenarbeitet, sich trotz Hauptrolle in den vielen Ensembleszenen nie in den Vordergrund drängt und doch scheinbar mühelos DAS Gesicht dieses Films ist.
Ich gebe zu, dass ich was Jackman angeht, sicher nicht ganz objektiv bin, einfach weil ich ihn schon lange sehr gerne mag, aber wenn man diesen Film gesehen hat, kann man sich vorstellen, dass er seinen Tony nicht für’s gut aussehen bekommen hat.
Und ihm vergebe ich als Barnum auch seinen kurzen Ausflug auf unsympathische Abwege und freue mich über das wunderbare Happy End dieses Feel-Good-Märchens.

Der dazugehörige Soundtrack ist ebenfalls großartig – genau wie die Tanzszenen – und hat für mich keine großen Schwächen.
Jedes Stück ist eingängig, gut anhörbar und obwohl er wie aus einem Guss komponiert zu sein scheint, sind sich die Stücke nicht zu ähnlich.
Zum Glück ist übrigens auch keiner auf die Idee gekommen, die Stücke mit deutschem Text zu versehen, stattdessen laufen die englischen Original mit deutschen Untertiteln und so konnte man als Zuschauer die schönen Stimmen des Originalcasts genießen.

Insgesamt bin ich wirklich rundum überzeugt von ‚The greatest Showman‘ und mehr als froh, daß ich ihn auf der großen Leinwand gesehen habe!
Und wenn man am Ende aufsteht, aus dem Kinosaal geht und statt über den bösen Unternehmer Barnum darüber nachdenkt wo der gute Mann den Elefanten parkt, auf dem er zur Ballettaufführung seiner Töchter geritten ist und ein anderer Besucher auf dem Weg nach draußen den Titelsong vor sich hin pfeift, dann hat dieser Film wirklich einfach vieles richtig gemacht, oder?

Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

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19 Antworten zu The Greatest Showman

  1. Esther schreibt:

    Yes! Dit hat’s also auch so gut gefallen! Es is halt ein fröhliches Märchen und irgendwie unwiderstehlich. Ich hab‘ den Film schon 3x im Kino gesehen, würde glatt nochmal hingehen… 😉

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  2. Servetus schreibt:

    Oh, oops: meant to say: maybe you should go to a singalong showing!

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  3. TBW-PUR schreibt:

    ich hab ihn noch nicht gesehen… werde ich aber noch machen 😉 bin auch ein Fan von Hugh Jackman 😉 er kann einfach alles spielen … 😉

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  4. Herba schreibt:

    @Esther: Ja, ich bin ganz begeistert! 3 Mal? Das ist ja cool! Leider wird es wohl bei mir bei dem einen Mal auf der großen Leinwand bleiben, in den Kinos in meienr Nähe ist der Film nämlich fast schon überall verschwunden oder wird nur noch vereinzelt und zu doofen Zeiten gezeigt 😦 Aber wehe, wenn ich dann irgendwann mal die DVD in den Fingern habe…. :mrgreen:

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  5. Herba schreibt:

    @Serv: Thanks for the link and a ‚Hear! Hear!‘ to the article!

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  6. Herba schreibt:

    @Serv: You clearly never heard me sing *roflmao*
    I think I will wait for the singalong to happen when the dvd is out and I can perform unheard at home…although there will be shown a singalong version of the movie in the cinema where I watched it this friday 🙂

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  7. Herba schreibt:

    @TBW-PUR: Oh ja, mach das. SO schön!!!

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  8. Ach, wie schön, dass Du auch so begeistert bist! Ich mochte Hugh Jackman ja schon lange sehr gerne und er konnte mich in Les Misérables ebenso überzeugen wie in den X-Men-Filmen. Dennoch muss ich sagen, dass er in The Greatest Showman eine Spielfreude und einen Gesang an den Tag legt, die mich nun restlos für ihn eingenommen haben. Die Songs sind mitreißend und die Botschaft des Films so positiv und motivierend. Auch visuell ist der Film ein Genuss und sogar Zac Efron hat er mir nahegebracht (vorher hatte ich nie etwas von ihm gesehen, weil er mir zu „schnöselig“ war).

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  9. Herba schreibt:

    @Bette: Finde ich auch, der Kinobesuch war wirklich so schön!
    Mich hat Zac Efron hier auch sehr für sich eingenommen. Für mich war das bis dato nur der junge Kerl mit dem Zahnpastalächeln und der furchtbar unnatürlichen Bräune *lachen*
    Beide Herren dürfen ruhig öfter so tolle Filme drehen! Wobei HJ ja wirklich sehr vielseitig ist und alle möglichen Genres abdeckt.

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  10. Ja, diese Vielseitigkeit finde ich sehr bewundernswert. Man nimmt ihm Wolverine genauso ab wie Barnum, wobei letzter glaube ich wirklich seine Paraderolle ist. Die Spielfreude war jedoch allen Teilnehmern anzumerken und das springt auf die Zuschauer über.

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  11. Herba schreibt:

    @Bette: Definitiv. Ich habe gelesen, daß ‚The greatest Showman‘ ein Herzensprojekt von HJ ist und er seit Jahren dran war den Film wirklich drehen zu können. Das merkt man halt, er ist mit ganzem Herzen dabei ❤

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  12. Das hat er in der Graham Norton Show auch erzählt. Sieben Jahre habe sie an der Umsetzung gearbeitet und die Videos, die man von Proben auf Youtube sehen kann, zeigen wie sie die Songs für Leute aufgeführt haben, die das Geld geben sollten.

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  13. Herba schreibt:

    @Bette: Stimmt, das hatte er und der Regisseur erzählt. Da hab ich mich noch gewundert, daß HJ nicht als Produzent mitgearbeitet hat

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