Ein Superheldenmeeting in Libra City

‚Nachts in Libra City‘, ‚Weihnachtszeit in Libra City‘, ‚Ein Ball in Libra City‘ und ‚Ein Lügner in Libra City‘, die Vorgeschichten zum folgenden Text, kann man hier, hier, hier und hier nachlesen.
DIeser Text schließt mehr oder weniger direkt an ‚Ein Lügner in Libra City an.

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Achtung!!! Die Geschichte beinhaltet Klischees, Schimpfworte und Superhelden!

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Emma seufzte. Seit gestern Abend dachte sie nur an den Kuss….und an diesen unmöglichen Kerl, der sie geküßt hatte.
Wenn er dabei versucht hätte weiterzugehen könnte sie nun wenigstens richtig wütend auf ihn sein.

Aber nach dem Kuss, der zugegebenermaßen phänomenal gewesen war, hatte er ihr vorsichtig mit der Hand über die Wange gestreichelt, war dabei einen Schritt zurückgetreten und sagte dann:
‚Wow, das war der Hammer!!! Können wir das bitte bald wiederholen?!‘

Emma war einen Schritt auf ihn zugegangen, aber Tristan Miller alias TUX MAN hatte sie mit erhobener Hand gestoppt.
‚Nicht jetzt Liebes. Wir müssen unbedingt erst einmal ernsthaft miteinander reden, bevor hier in Libra City der Teufel los ist. Die Bruderschaft….‘
Leicht genervt unterbrach ihn Emma:
‚Jajaja, ich weiß. Die Bruderschaft hat eine neue Bedrohung ausgemacht, die bald in Libra City auftauchen soll und deswegen müssen Massnahmen ergriffen werden. Ich habe die 1000 Nachrichten, die sie mir deswegen geschickt haben, alle gelesen. Alles sehr nebulös und unkonkret und daher wenig hilfreich!‘
‚Hast Du sie deswegen alle ignoriert? Man hatte um Kontaktaufnahme gebeten.‘
‚Und was hätte das gebracht? Dabei wäre nur dumm rumgelabbert und Zeit verplempet worden.
Wie Du vielleicht mittlerweile gemerkt hast, habe ich ein ziemlich ausgefülltes Leben mit zwei Vollzeitjobs und wirklich keine Zeit für die Spielchen der Bruderschaft!‘

Tristan seufzte. So anziehend die Frau, die vor ihm stand war, so enervierend war sie auch!
Emma ignorierte den Seufzer und fuhr fort: ‚Bisher bin ich ganz gut klar gekommen, oder?‘
Das konnte Tristan nicht bestreiten. ‚Ja, das bist Du, aber ein wenig Hilfe kann ja manchmal auch nicht schaden, oder?‘
‚Willst Du darauf jetzt wirklich eine Antwort von mir?‘
Die wollte Tristan nicht, er konnte sich nämlich vorstellen, daß Emmas Fazit alles andere als positiv ausfallen würde, seitdem TUX MAN in Libra City aufgetaucht war.

‚Können wir uns bitte trotzdem morgen früh treffen und versuchen vernünftig über die Situation der Stadt zu sprechen? Ich lade Dich ins Libra Cafe zum Frühstück ein und dann entwickeln wir einen Schlachtplan. 9 Uhr, wir treffen uns dort!‘
‚Du willst mitten im Libra Cafe ein Superheldenmeeting abhalten? Ist das nicht ein bißchen auffällig? Da ist am Wochenende immer die Hölle los.‘
‚Überlass das nur mir! Du kommst also? Gut, dann gehe ich nun, damit Du noch ein wenig Schlaf bekommst!‘

Und bevor Emma noch viel sagen konnte, hatte sie Tristan auf die Wange geküßt und war im Dunkel der Nacht verschwunden.
Wirklich viel geschlafen hatte sie natürlich trotzdem nicht, weil sie eben dauernd an den Kuß denken mußte.
Und wenn der sie nicht beschäftigte, dachte sie über die Bedrohung nach, die angeblich auf Libra City zurollte.
Wer oder was konnte das denn sein? Und vor allem, was wollte man hier? Hier gab es wahrlich nicht mehr viel zu holen, auch wenn Emma alias Glimmer Girl alles dafür tat, daß sich das wieder änderte und Recht und Gesetz in der Stadt wieder hergestellt wurde.
Emmas Gedanken hatten sich endlos im Kreis gedreht und so war sie froh, als es Zeit wurde aufzustehen, um sich auf den Weg ins Libra Cafe zu machen.

Es war ein schöner, sonniger Tag und Emma genoß den 10minütigen Spaziergang zum Cafe, das zentral in der Stadtmitte lag.
Ihre Kleidung war eher sportlich-bequem als schick, schließlich wollte sie nicht den Eindruck erwecken sich für irgendwen hübsch gemacht zu haben…..womit ihre Gedanken wieder bei Tristan Miller und dem Kuss waren.
Gedanklich so beschäftigt, merkte sie nicht, daß ihr jemand entgegen kam und sie sich auf Kollisionskurs befanden.

‚Autsch!‘
‚Verdammt! Können Sie nicht…‘
‚Emma…‘
‚Ich hab Dich gar nicht…‘
‚Nein, nein, es war ganz allein meine Schuld! Ich…‘
Mit schlechtem Gewissen sah Emma wie ihre Freundin Jess einen Schritt zurückwich und beschwichtigend die Hände hob, um nicht schon wieder das Ziel von Emmas Zorn zu werden.
‚Oh Jess! Ich war in den letzten Tagen wirklich unerträglich, oder?‘
‚Na ja, also….‘
‚Es tut mir SO leid! Ich hatte schlechte Laune und hab das alles an DIr ausgelassen und das hast DU nun wirklich nicht verdient! Verzeihst Du mir?‘
Jess schenkte Emma ein strahlendes Lächeln.
‚Natürlich!!! Wir sind doch Freundinnen!‘

Enthusiastisch umarme Jess Emma und fragte dann neugierig:
‚Wo gehst Du denn hin?‘
‚Ich bin auf dem Weg ins Libra Cafe zum Frühstücken‘ Emma überlegte kurz und sagte dann: ‚Willst Du mitkommen? Ich treffe mich da mit TUX MAN zu einer Lagebesprechung.‘
Jess riß die Augen auf. ‚TUX MAN! Habt ihr euch endlich vertragen? Oh Emma, das ist großartig! Aber bist du dir sicher, daß ich mitkommen sollte?‘
Zweifelnd sah Jess ihre Freundin an.
‚Natürlich! Schließlich hat Batman auch seinen Robin und ich hab eben dich!‘
Emma zwinkerte Jess betont gut gelaunt zu, auch wenn sie sich nicht wirklich sicher war, wie Tristan auf die quirlige Jess reagieren würde.
Aber im Prinzip war er selbst schuld. Das Libra Cafe war schließlich ein öffentlicher Ort, da kam es auf eine Person mehr oder weniger auch nicht mehr an!

Kurze Zeit später erreichten die beiden Frauen ihr Ziel und wurden sofort als sie das Cafe betraten von Bert, dem Besitzer in Empfang genommen.
‚Miss Emma, wie schön sie mal wieder hier zu sehen! Sie werden schon erwartet!‘

Bert führte sie zu einem großen runden Tisch im Rückraum des Cafes, wo schon Tristan Miller saß, der aufstand, als er sie kommen sah.
‚Guten Morgen Emma, da bist Du ja.‘ Er sah ehrlich erfreut aus, sie zu sehen und gab ihr ein Küsschen auf die Wange. ‚Oh, Du hast Jess mitgebracht, guten Morgen!‘
Jess wurde rot und begann gleich eine Rechtfertigung zu brabeln: ‚Wir haben uns zufällig getroffen und Emma meinte…also….Batman hat ja auch seinen Robin und….‘

Tristan lächelte. ‚Da hat Emma absolut Recht! Schön, daß Du mitgekommen bist, dann kann ich euch gleich beiden unsere Unterstützung vorstellen!‘
Er zeigte auf die vier Menschen, die schon am Tisch saßen, der sich unter Pfannkuchen, Rührei und Speck, Porridge, frischem Obst und vielen anderen Frühstücksköstlichkeiten zu biegen schien.
‚Emma, Jess, darf ich vorstellen, das sind Spear, Oversight, Black Budgie und Trojan, die bekannten Superhelden aus Moon City. Sie sind hier, um uns zu helfen.‘
Der finster dreinblickende Mann, den Tristan als Spear vorgestellt hatte, stand auf, schüttelte Emma die Hand und meinte:
‚Glimmer Girl, es ist eine Freude, dich endlich kennenzulernen. TUX MAN hat schon viel von Dir erzählt und natürlich ist Dir Dein Ruf auch vorausgeeilt. Schön, daß Du endlich Hilfe von der Bruderschaft für Libra City annimmst.‘

Leicht fassungslos schaute Emma in die Runde und wandte sich dann anklagend an TUX MAN:
‚Sag mal, hast Du sie noch alle hier die Knalltüten aus Moon City anzuschleppen?!
Fehlt nur noch Speedy Gonzales aus Main City und die zeitreisenden Knalltüten, die von diesem durchgeknallten Zeitlord angeführt werden! Die haben tausend und einen Feind im Gepäck, wo immer sie auch auftauchen und machen nur Ärger!‘

Die Blondine, die TUX MAN Oversight genannt hatte, erhob ihre Kaffeetasse, toastete Emma zu und meinte dann betont gut gelaunt zu ihren Begleitern:
‚Wie man sieht, eilt uns unser Ruf auch vorraus. Da steht einer guten Zusammenarbeit ja nichts mehr im Weg!
Velleicht sollten wir uns nun alle mal setzten und über den Irren sprechen, der uns alle vernichten will!?!‘
Jess starte sie mit offenem Mund an und Emma fragte ungehalten: ‚Was denn für ein Irrer???‘

To be continued….

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Dieser Text ist für das Gemeinschaftsblogprojekt von Poe und mir entstanden. Das Thema war ‚Mach was…mit Frühstück‘.
Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Menschen/Superhelden sind rein zufällig und vollkommen unbeabsichtigt!
Gesamter Text © Herba für ‚Unkraut vergeht nicht…oder doch?‘
Bitte nicht ungefragt zitieren oder weiterverwenden!!!

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8 Antworten zu Ein Superheldenmeeting in Libra City

  1. Die Pö schreibt:

    Juchuuuu, eine weitere Geschichte aus Libra City! Das freut mich

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  2. Pingback: Gemeinschaftsblogprojekt ‘Mach was!’ – Ergebnis #35 und neues Thema | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

  3. rina.p schreibt:

    Oh Cliffhanger – wie böse. 🙂

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  4. Herba schreibt:

    @Pö: Danke! Wenn mir sonst nichts einfällt, sind die Superhelden immer für ein neues Kapitel gut 🙂

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  5. Herba schreibt:

    @rina.p: Ja, das sind sie. Aber ich mag sie sehr gerne, wenn ich sie selber fabriziere :mrgreen:

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  6. rina.p schreibt:

    Hehehe. Stimmt – da bleibt einem immer noch ein diabolisches Lächeln.

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  7. suzy schreibt:

    Klasse! Wenn Du irgendwann mal am Ende bist, was ich nicht hoffe, mach ein Buch draus 🙂

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  8. Herba schreibt:

    @Suzy: Danke für’s Lesen und für das Lob!

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