Der Fluch von Pendle Hill (Frey & McGray, #2) von Oscar de Muriel

Edinburgh an Neujahr, 1889:
Frey und McGray werden zu einem Tatort gerufen, der grausiger nicht sein könnte. In der Irrenanstalt, in der sich auch McGrays jüngere Schwester Pansy als Patientin aufhält, hat ein Patient eine Krankenschwester vergiftet.
Kurz zuvor war der Mann noch dabei gesehen worde, wie er sich mit Pansy, die seit Jahren kein einziges Wort sagte, unterhalten hatte.
Um das Wohl seiner Schwester besorgt, nimmt McGray fieberhaft die Ermittlungen auf und gerät dabei zusammen mit Frey in einen Strudel aus Ereignissen, der beide Männer in große Gefahr bringt und sowohl alte als auch neue Feindschaften heraufbeschwört…

Nachdem mir letztes Jahr ‚Die Schatten von Edinburgh‚, der erste Teil der Krimireihe, so gut gefallen hatte, war es natürlich Ehrensache auch den zweiten Teil nach seinem Erscheinen auf deutsch zu lesen.
Auch dieser Fall wird aus der Sicht von Ian Frey, der als Ich-Erzähler fungiert, und im gleichen gut lesbaren und flüssigen Schreibstil erzählt.
Nachdem man schon im ersten Buch mit McGrays Glauben an das Übernatürliche konfrontiert wird, setzt diese Geschichte noch einmal einen drauf und thematisiert Hexenglauben und die Hexenprozesse, die 1612 tatsächlich in Lancashire stattfanden.
Dazu hat Oscar de Muriel nach eigener Aussage einiges an Recherche betrieben, sich natürlich aber auch einige künstlerische Freiheiten erlaubt.
Der Kriminalfall ist verzwickt, spannend erzählt, läd zum Miträtseln ein und der mystische Touch verleiht dem ganzen noch eine besondere Note, was mir sehr gut gefallen hat.
Auch das gewisse britische Flair beziehungsweise die Verachtung, die Engländer und Schotten in der viktorianischen Ära für einander empfanden, ist meiner Meinung nach gut getroffen.
Und es gibt kein überhastetes Ende, sondern einen gut vorbereiteten Showdown, der befriedigende Lösungen liefert und für die Haupthandlung rund um die beiden Hauptfiguren für genug Spannung sorgt, um als roter Faden in den nächsten Bänden weiter gesponnen zu werden.
Was mir in diesem Band allerdings etwas gefehlt hat, ist eine Weiterentwicklung der beiden Hauptfiguren, denn über das Innenleben der Beiden habe ich so gut wie nichts Neues erfahren, was mich dann doch enttäuscht hat.
McGray ist weiterhin ungehobelt und sorgt sich um seine Schwester, Frey ist der feine Aussenseiter, dem es schwer fällt Bindungen zu anderen Menschen einzugehen und gemeinsam sind sie wie Feuer und Wasser.
Das kann durchaus amüsant sein, ist mir auf Dauer aber zu wenig und zusammen mit den Schmipfworten, die man in Dauerschleife um die Ohren gehauen wird, stellenweise auch etwas anstrengend.
Trotzdem bin ich gespannt, wie es mit Frey und McGray weitergeht, habe die kurzweilige Unterhaltung, die dieser Krimi bietet genossen und werde ganz sicher auch den dritten Band der Reihe lesen, so bald er auf Deutsch erschienen ist!

Die Bände der Reihe in chronologischer Reihenfolge:
Die Schatten von Edinburgh (The strings of murder)
Die Hirschjagd (The Hunt) – eine e-only-Kurzgeschichte, gerade kostenlos zu haben
Der Fluch von Pendle Hill (A fever of the blood)
A mask of shadows

Oscar de Muriel bei RandomHouse
Die Homepage des Autors

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Eine Antwort zu Der Fluch von Pendle Hill (Frey & McGray, #2) von Oscar de Muriel

  1. Pingback: Die Todesfee der Grindlay Street (Frey & McGray, #3) von Oscar de Muriel [Werbung] | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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