Florence Foster Jenkins

New York, 1944:
Florence Foster Jenkins (Meryl Streep) ist reich, liebt klassische Musik und unterstützt daher großzügig die Musikszene in New York.
Ihren Traum von der eigenen Karriere als Sängerin hat sie nie verfolgt, doch vor erlesenem und selbst ausgesuchtem Publikum gibt sie seltene Konzerte.
Leider weiß Florence durch eine Nerven- und Gehörschädigung nicht, was jeder noch so nmusikalisch gebildete Zuhörer sofort bemerkt: Florence Foster Jenkins kann nicht singen…

Selten habe ich bei einem Film einerseits so viel gelacht und andererseits so mit der Hauptfigur mitgelitten, für die das Wort ‚tragisch‘ scheinbar erfunden wurde.
Meryl Streep spielt Foster Jenkins aber auch wirklich großartig. Sie macht sie sympathisch, zeigt ihre verletzliche, aber auch ihre starke Seite und singt ganz schauderhaft.
Ich war wirklich dankbar für die Lautstärkenregelung des Heimkinos und habe bei jeder Gesangseinlage den Ton kräftig runtergeregelt – im Kino mit Dolby Digitalsound hätte ich mir vermutlich die Ohren zuhalten müssen, weil das wirklich, wirklich schauderhaft war.
Und doch spürt man die Begeisterung mit der Florence singt und ich habe ihr zu jeder Zeit abegnommen, daß sie nicht an größenwahnsinniger Überschätzung leidet, sondern wirklich nicht hört, wie schauderhaft sie singt.
Auch ganz wunderbar fand ich Hugh Grant in der Rolle von St. Clair Bayfield, dme zweiten Ehemann von Florence.
In dieser Rolle wirkte der Grant’sche Dackelblick nie überfrachtet, sondern passend und ich habe Bayfield abgenommen, daß er seine Frau wirklich liebt, auch wenn er sie mit Kathleen Weatherley (Rebecca Ferguson) betrügt, weil ein normales Eheleben durch die Syphiliserkrankung von Florence nicht möglich ist.
Bayfield tut alles für seine Frau und es bricht ihm das Herz, als er sie nicht dauerhaft beschützen kann.
Gut gecasted fand ich auch Simon Helberg als Pianist Cosmé McMoon, der ganz oft nicht weiß, ob er lachen oder weinen soll und den eine wunderbare Freundschaft mit Florence verbindet, als er erkennt, wie viel sie von Musik versteht und wwas für ein tragisches Schicksal sie erdulden muss.
Ganz doll auf die Kacke hauen darf Nina Arianda als ungehobelte Societylady Agnes Stark und man merkt ihr den Spaß am Spielen dieser Rolle wirklich an.
Der restliche Cast ist solide und wartet mit einigen bekannten Filmgesichtern auf.
Die Ausstattung des Films ist üppig und hat mir sehr, sehr gut gefallen und die Grausamkeit von zahlendem Publikum hat mich mehr als einmal zusammenzucken lassen.
Insgesamt hat die Tragikkomödie meiner Meinung nach jede Auszeichnung, die sie bekommen hat, vollkommen verdient, daher kann ich ‚Florence Foster Jenkins‚ auch als gute Unterhaltung fürs Heimkino weiterempfehlen!

Ein deutscher Trailer

Ein englischer Trailer

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Filme und Serien, Spielfilm abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Florence Foster Jenkins

  1. drachen71 schreibt:

    Danke…du hast mir die Entscheidung abgenommen, was ich heute Abend gucke 🙂

    Gefällt mir

  2. CraMERRY schreibt:

    Ich fand den Schlawiner Hugh Grant auch kolossal überzeugend 😀

    Gefällt mir

  3. suzy schreibt:

    Ich habe florence zweimal im Kino gesehen und mir ging es wir dir, in dem Moment wo sie anfängt zu singen lag ich unterm Stuhl. Der Blick des Pianisten – unbezahlbar.
    Ich fand den film grossartig, Meryl streep darf mal wieder zeigen was sie für eine begnadete Schauspielerin und Sängerin ist (ganz am schluss) und auch Hugh grant fand ich überzeugend. Ich glaube auch dass er sie wirklich geliebt hat 😘
    Und der arme Pianist kann so wunderbar tragisch gucken!

    Gefällt mir

  4. nettebuecherkiste schreibt:

    Lol, dann ist es ja vielleicht gar nicht schlecht, dass ich den Film im Kino verpasst habe! 😀 Muss mal schauen, was die DVD kostet. Meryl Streep ist wirklich einmalig.

    Gefällt mir

  5. Herba schreibt:

    @Drachen: Da nicht für? Und, mittlerweile angeschaut?

    Gefällt mir

  6. Herba schreibt:

    @CraMERRY: Solche Rollen sind wie gemacht für ihn und scheinbar wird er dafür auch nie zu alt 🙂

    Gefällt mir

  7. Herba schreibt:

    @Suzy: Die Streep hat das wirklich wunderbar gemacht, vor allem rechne ich ihr hoch an, daß Foster jenkins nicht zur Witzfigur degradiert wurde!
    Und ja, wer immer den Schauspieler als Pianist gecasted hat, hat seine Sache sehr gut gemacht!

    Gefällt mir

  8. Herba schreibt:

    @Nette: Ich war wirklich froh, daß ich die Herrin über den Ton war…sonst platzt einem da das Trommelfell – wenn man man nicht sowieso schon halb taub ist 😉

    Gefällt 1 Person

  9. linnetmoss schreibt:

    Hugh Grant is really sweet in this 🙂 I also like Simon Helberg as the pianist.

    Gefällt 1 Person

  10. Franziska-T schreibt:

    Ich kann deine Kritik nur nochmal bekäftigen. Meryl Streep ist fantastisch in diesem Film und ich kann gar nicht verstehen, wie man so gut „nicht die Töne treffen“ kann. Es soll ja Leute, also im Speziellen einen Amerikaner, geben, der sie für „overrated“ hält. Der hat einfach keine Ahnung.

    Gefällt mir

  11. Herba schreibt:

    @Franziska-T: Extra so falsch zu singen stelle ich mir auch extrem schwierig vor!
    Tja dieser eine Amerikaner hat wirklich keine Ahnung, davon dann aber recht viel 😉

    Gefällt mir

Ich freu mich über Kommentare! Indem Du die Kommentarfunktion hier nutzt, erklärst Du Dich mit der Verarbeitung Deiner angegebenen Daten durch Automatic Inc. sowie den Dienst Gravatar einverstanden.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.