Benjamin und seine Väter von Herbert Heckmann

Im Nachkriegs Frankfurt von 1919 wird Benjamin Weis als Sohn der ledigen Anwaltsgehilfin Anna geboren.
Benjamins Vater hat sich aus dem Staub gemacht, ihre Familie hat sie verstoßen und nur ihr Chef, der Anwalt Fritz Bernoulli, Spitzname Jonas, kümmert sich um sie.
Anna und Benjamin dürfen im Haus von Bernoulli eine Wohnung beziehen und der Anwalt fungiert fortan als Ratgeber für Anna und als väterlicher Freund für Benjamin, den die Frage, wer sein abwesender Vater ist, durch seine ganze Kindheit begleitet…

Seit ich von der Aktion ‚Frankfurt liest ein Buch‚ weiß, wollte ich mal zeitnah das Aktionsbuch lesen und dann eventuell auch ein oder zwei interessante Veranstaltungen dazu besuchen.
Bisher hat das nie geklappt, weil entweder das Buch nichts für mich war oder ich zu spät darauf aufmerksam wurde, daß das gerade mal wieder läuft, aber dieses Jahr hat es zumindest schonmal mit dem Lesen des aktuellen Buches geklappt.
Benjamin und seine Väter‚ würde ich als Bildungsroman beschreiben, weil er die Hauptfigur Benjamin von seiner Geburt 1919 bis in seine Pubertät 1933 begleitet und durch einen Epilog auch noch den mittlerweile jungen Erwachsenen im Herbst 1941 zu Wort kommen läßt.
Heckmann hat einen sehr ausführlichen, stark beschreibenden Schreibstil, der sich zwar gut lese läßt, mir aber stellenweise etwas zu ausführlich war. Vor allem vielleicht weil ich mir mehr Ausführlichkeit bei der Personenbeschreibung oder -entwicklung gewünscht hätte und stattdessen Dinge oder Begebenheiten aufs detailierteste beschrieben wurden, die ich nicht als so wichtig empfunden habe.
Schade fand ich, daß Benjamins Mutter nur als Randfigur erscheint und irgendwann dann ganz in den Hintergrund tritt und dass andererseits Benjamins Väter, deren Persönlichkeiten und Motive auch nicht wirklich dargelegt werden. Gerade über Jonas hätte ich mir mehr substanzielle Informationen gewünscht!
Enttäuscht hat mich auch der fehlende Lokalkolorit. Der Autor erwähnt zwar den ein oder anderen neuraligschen Punkt in der Frankfurter Stadtlandschaft, aber wenn man diese Namen wegläßt, hätte die Geschichte auch in einer beliebigen anderen deutschen Stadt spielen können.
Ein Pluspunkt ist definitiv der feine Humor, mit dem die Geschichte erzählt wird und der mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht hat.
Insgesamt war dieser Roman nicht ganz das, was ich erwartet und mir gewünscht habe, aber es war doch eine interessante Lektüre im Rahmen von ‚Frankfurt liest ein Buch‘.

Herbert Heckmann beim Schöffling Verlag
Die Homepage von ‚Frankfurt liest ein Buch‘

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