Moonlight (Originalversion)

Moonlight‚ erzählt in drei Kapiteln die Geschichte des schwarzen Jungen Chiron (Alex R. Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes), der ohne Vater bei seiner drogensüchtigen Mutter Paula (Naomie Harris) aufwächst.
Von Paula vernachlässigt und in der Schule gemobbt, sucht Chiron nach seiner Identität und nach seinem Platz im Leben…

 
‚Moonlight‘ war der letzte ‚Oscar‘-Film, den ich sehen wollte beziehungsweise gesehen habe und mit keinem anderen aus dieser Riege wirklich vergleichbar, außer vielleicht wenn es darum geht einen Blogpost darüber zu schreiben (das war bei ‚Silence‚ genauso schwierig für mich).
‚Moonlight‘ ist einer dieser Filme, die mich noch eine ganze Zeit nach dem Anschauen begleiten und über die ich sehr viel nachdenke.
Es ist definitiv kein Feel-Good-Film und ich bin sehr froh, daß er als bester Film ausgezeichnet wurde und nicht ‚La La Land‚, den ich zwar sehr mochte, der aber meiner Meinung nach auf jeden Fall in einer anderen Liege spielt als ‚Moonlight.
Der Film beginnt mit dem neunjährigen Chiron, der in den Achtziger in Miami lebt und der wegen seiner Statur und seiner schüchternen Art Little genannt wird.
Little hat mich mehr oder weniger sofort berührt, eben weil er zwischen seinen Klassenkameraden wie ein Fremdkörper wirkt und sein Bestes gibt, um die Vernachlässigung seiner Mutter nicht zu augenfällig werden zu lassen.
In diesem Teil haben mir die Szenen zwischen Alex R. Hibbert und Mahershala Ali, der den kubanischen Drogendealer Juan spielt, besonders gut gefallen.
Trotz seiner Härte, die im Drogengeschäft nötig ist, wird Juan zu einem zuverlässigen und fast liebevollen Ziehvater für Little, der ihn unterstützt und ihm klar macht, daß er irgendwann selbst entscheiden muss, wer beziehungsweise was er sein will.
Ich wahr ehrlich gesagt nur etwas enttäuscht, daß Ali keine größere Rolle spielt, auch wenn seine Szenen natürlich sehr wichtig für die Geschichte sind und er den Oscar durchaus zu Recht gewonnen hat!
Im zweiten Teil der Geschichte ist Chiron fünfzehn oder sechzehn, geht zusammen mit seinem alten Freund Kevin (Jharrel Jerome) auf die Highschool und im dritten Teil ist Chiron 26, lebt in Atlanta und aus dem schmächtigen Kind ist ein selbstbewußter und staatlicher Mann geworden.
Obwohl alle drei Teile sehr unterschiedliche Phasen im Leben des Jungen beschreiben und immer einige Jahre zwischen ihnen liegen, habe ich die Brüche nie als störend oder unlogisch empfunden.
Die drei Darsteller, die Chiron porträtieren sind unterschiedlich, schaffen es aber alle das Wesen von Chiron darzustellen und so habe ich ihn in allen drei wiedererkennen können.
Wunderbar spielt übrigens auch Naomie Harris, aber das war eigentlich keine große überraschung für mich, da ich sie schon seit dem Theaterstück ‚Frankenstein‚ als gute Schauspielerin zu schätzen weiß.
Bei den zentralen Themen des Films wie Erwachsen werden, Selbstfindung, Liebe und Sexualität, kann sich vermutlich jeder ein Stück weit einfühlen und vielleicht auch das ein oder andere nachfühlen.
Und gerade das macht den Film für mich so sehenswert, denn er setzt sich mit diesen Themen ruhig, aber eindringlich auseinander und komponiert fast nebenbei noch eine wunderbare Bildsprache.
Darüber, daß im Jahr 2017 eine schwule Hauptfigur oder die Tatsache, daß alle Hauptdarsteller schwarz sind, irgendwie aufgeregt gesprochen wird, wundere ich mich übrigens, wenn ich es nicht gerade traurig finde.
Für mich hat das nämlich beim Anschauen keine Rolle gespielt, wenn man mal von der Filmhandlung absieht.
Insgesamt ist ‚Moonlight‘ für mich ein würdiger Oscargewinner, ich hoffe man hört noch einiges von den Mitwirkenden und ich würde ihn jederzeit weiterempfehlen!

Ein englischer Trailer

Ein deutscher Trailer

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4 Antworten zu Moonlight (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    (As you know) I loved this too. I think you have a good point about the way that the peaceful quality of the film making it somehow more lifelike.

    Gefällt 1 Person

  2. Herba schreibt:

    @Serv: i am always happy when movies or a tv series are able to make their point without much noise. It’s a nice diversion

    Gefällt 1 Person

  3. Esther schreibt:

    Freut mich, dass der Film Dir auch so gut gefallen hat!

    Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Liebster Award | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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