Fences (Originalversion)

Pittsburgh in den Fünfziger Jahren:
Der schwarze Familienvater Troy Maxson (Denzel Washington) ist Anfang Fünzig und arbeitet als Müllmann, um sich, seine Frau Rose (Viola Davis), den gemeinsamen Sohn Cory (Jovan Adepo) und seinen jüngeren Bruder Gabriel (Mykelti Williamson), der nach einer Verwundung im Krieg den Intellekt eines Kindes besitzt, durchzufüttern.
Troy ist der uneingeschränkte Chef der Familie und läßt das vor allem Cory und Lyons (Russell Hornsby), seinen erwachsenen Sohn aus einer früheren Beziehung immer spüren.
Als Troy für die Chance kämpft, auch als Schwarzer ein Müllauto fahren zu dürfen und tatsächlich zum Fahrer befördert wird, obwohl er nicht lesen kann, scheint alles gut für die Familie Maxson zu laufen, doch als Troy Cory den Traum vom Collegebaseball zerstört und eine Affäre mit einer anderen Frau beginnt, bröckelt der Familienzusammenhalt…

Wenn es um Bühnenstücke geht, die als Film adaptiert werden, bin ich immer etwas skeptisch und so hätte ich mir ‚Fences‚, der auf dem gleichnamigen Theaterstück von August Wilson basiert, allein eher nicht im Kino angeschaut.
‚Fences‘ ist ein ruhiger Film mit einem kleinen Cast und wenig Szenenwechseln.
Der Großteil der Handlung spielt sich auf dem Grundstück der Familie Maxson ab und ich finde, daß man dem Film anmerkt, daß es eigentlich ein Theaterstück ist.
Gerade am Anfang hat mich das etwas gestört, das wurde aber wirklich besser und dann hat mich vor allem das Zusammenspiel von Denzel Washington und Viola Davis in die Geschichte hineingezogen.
Washington spielt Troy selbstbewußt, teilweise wütend und aggressiv, teilweise auch liebevoll. Aber man merkt als Zuschauer schnell, daß die Figur doch so einige Probleme hat und das Ganze eigentlich nur ungut enden kann.
Viola Davis spielt Rose als liebevolle Mutter, die sich um alle in ihrer Umgebung kümmert und am Anfang hinter ihrem Ehemann verschwindet, das dreht sich aber ab einem bestimmten Punkt in der Handlung wo Rose zeigt, daß sie eigentlich die viel Stärkere ist und sich auch gegen Troy durchsetzten kann.
Davis hat ihren Oscar für Rose meiner Meinung nach auf jeden Fall verdient und ich persönlich hätte Denzel den Oscar für Troy gegeben und nicht Casey Affleck – aber mich fragt ja wieder keiner!
Der restliche Cast spielt gut und auch die jüngeren Darsteller fallen nicht sonderlich gegen die alten Hasen ab.
Inhaltlich reist der Film für mich viele Themen an, aber für mich geht es vor allem um gescheiterte Pläne oder Träume, die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern und das Errichten von Mauern, um etwas ein- oder auszusperren. Das finde ich alles spannend, vor allem, weil der Film keine wirklichen (Auf)Lösungen anbietet.
Insgesamt ist ‚Fences‘ für mich ein sehenswerter Film, den man aber nicht einfach mal so bei einem Eimer Popcorn konsumiert.

Ein englischer Trailer

Ein deutscher Trailer

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2 Antworten zu Fences (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    I *really* wanted to see this and missed it.

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Serv: Pity! Would have loved to hear your thoughts about it!

    Gefällt 1 Person

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