Manchester by the Sea (Originalversion)

Lee Chandler (Casey Affleck) arbeitet als Hausmeister in Boston und obwohl er seine Arbeit zuverlässig erledigt, gibt es immer wieder Beschwerden über ihn, weil er sich den Mietern gegenüber unfreundlich verhält. In seiner Freizeit bleibt Lee für sich und sucht oft Streit in Bars.
Als Lee durch einen Telefonanruf erfährt, daß sein älterer Bruder Joe (Kyle Chandler) an seiner bekannten Herzschwäche gestorben ist, kehrt er in seine Heimatstadt Manchester-by-the-Sea zurück, um sich zu verabschieden und sich um seinen Neffen Patrick (Lucas Hedges) zu kümmern.
Dabei muss sich Lee auch seiner schmerzlichen Vergangenheit stellen…

Manchester by the Sea‚ ist auf den ersten Blick überhaupt nicht meins. Dramen ertrage ich zur Zeit nämlich nur in fein dosierten Mengen und Casey Affleck mag ich gar nicht.
Aber im Januar war ein Teil meiner alten Schulclique mal wieder länger auf einem Haufen und so haben wir ein altes Kinoritual wiederbelebt, bei dem jeder mal einen Film aussuchen darf und die anderen mitmüssen, ob sie wollen oder nicht.
MbtS ist ein sehr leises Drama, das sehr sparsam mit Dialogen umgeht. Keine der Figuren hat wirklich viel zu sagen, aber vielleicht hört man genau deshalb genauer hin, wenn dann mal jemand spricht.
Die Geschichte wird mit vielen Rückblicken erzählt und so erfährt man recht langsam was Lee passiert ist, wenn man sich nicht im Vorfeld schon informiert hatte.
Ich bin, genau wie bei ‚Arrival‚ vollkommen uninformiert ins Kino gegangen und fand diesen Aufbau sehr gut gemacht, weil ich genau wußte, daß irgendetwas Einschneidendes passiert sein mußte, aber nicht wußte, was das war.
Casey Affleck spielt den schwer traumatisierten Lee großartig und er hat die Auszeichnungen dafür wirklich verdient.
Allerdings hatte ich das Problem, daß ich bis auf Lee’s Freund George (C. J. Wilson) und Lees Casanova-Neffen Patrick, über den ich wenigstens mal schmunzeln konnte, quasi alle Figuren unsympathisch fand.
Und trotzdem gelingt es MbtS mich im letzten Drittel wirklich zu packen, auch wenn die Story nun nicht so megaspektakulär ist.
Und spätestens als Lee an der Schulter von Georges Frau weint, brach mir bildlich gesprochen das Herz für den armen Kerl.
Die gedeckte Farbgebung in Zusammenhang mit der allgemeinen Bildsprache des Films hat mir gut gefallen.
Was mich aber wirklich gestört hat, war die Art und Weise wie die Musik des Soundtracks eingesetzt wurde. Das war mir zu sehr Holzhammermethode frei nach dem Motto ‚Bitte jetzt xy fühlen‘ und einfach viel zu viel des Guten – zu laut, zu viel, zu aufdringlich!
Insgesamt kann ich nachvollziehen, wieso so viele ‚Manchester by the Sea‘ mögen und der Film so viele Preise bekommt, aber mich hat er nicht vollständig überzeugt, wenn auch durchaus stellenweise zumindest positiv überrascht.

Der englische Trailer

Der deutsche Trailer

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4 Antworten zu Manchester by the Sea (Originalversion)

  1. Servetus schreibt:

    This probably would have been my kind of film, but Affleck’s apparent sexual harassment of his coworkers in 2010 makes it a no go for me. Glad to hear I’m not missing as much as I thought I might.

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Serv: Diesen ‚Boykott‘ kann ich gut verstehen! Mich hat fasziniert, daß mich der Film am Ende dann doch irgendwie packen konnte, auch wenn es nicht ganz meins war. Aber ich war zum Beispiel auch erstaunt, wie klein die Rolle von Michelle Williams war, weil ich irgendwie im Vorfeld den Eindruck gewonnen hatte (vielleicht auch durch das Filmplakat?), daß sie eine größere Rolle einnimmt…

    Gefällt 2 Personen

  3. linnetmoss schreibt:

    I have noticed that lately, how certain films make the music very obtrusive and distracting. I’ve heard differing opinions on this film, that it was excellent and also that it was disappointing and depressing.

    Gefällt mir

  4. Herba schreibt:

    @linnetmoss: It sure is depressing and a sad story!

    Gefällt 1 Person

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