Amerikanisches Idyll (Originalversion)

Jerry Levov (Rupert Evans) trifft bei einem Ehemaligentreffen seiner Schule seinen ehemaligen Klassenkameraden Nathan Zuckerman (David Strathairn), der zu einem bekannten Schriftsteller geworden ist.
Nathan erkundigt sich nach Jerrys älterem Bruder Seymour (Ewan McGregor), Spitzname Swede, der in der Highschool als Spitzenathlet glänzte, zum erfolgreichen Geschäftsmann heranwuchs und von vielen bewundert wurde.
Swede ist gerade verstorben und Jerry erzählt Nathan, wie ein Terroranschlag, der von Swedes Tochter Merry (Dakota Fanning) begangen wurde, das Leben des scheinbaren Überfliegers und seiner Frau Dawn (Jennifer Connelly) für immer zerstörte…

Ich hätte mir das ‚Amerikanisches Idyll‚ vermutlich nie im Kino angeschaut, wenn ich nicht ein Videointerview mit Ewan McGregor gesehen hätte, wo er so begeistert vom ganzen Prozess diese Film zu machen erzählt, daß er mich neugierig gemacht hat.
Wobei Filme mit McGregor in der Hauptrolle ja sowieso meist sehenswert sind, auch wenn in diesem speziellen Fall sein wunderbarer schottischer Akzent nicht zu hören ist und durch einen für mich undefinierbaren amerkanischen ersetzt wird.
Die Schauspielleistung fand ich durchweg gut, wobei McGregor schon ein wenig hervorsticht, und auch die Bildsprache und Farbgebung des Films hat mir gefallen.
Etwas schwieriger dagegen sieht es inhaltlich aus.
Will der Film die amerikanische Mittelklasse in den 60igern und 70igern kritisieren? Oder thematisiert er Juden, die ihre religiöse Identität aufgeben, um sich in einer überwiegend christlichen Gesellschaft anzupassen? Will er zeigen, daß auch Menschen mit glänzenden Zukunftsaussichten scheitern können? Oder beschäftigt er sich mit Eltern von Terroristen und der Tatsache, daß niemand davor gefeit ist, sein Kind an Fundamentalisten zu verlieren?
Vordergründig ist sicher letzters der Fall, denn die Handlung bleibt immer ganz nah bei Swede, seinen Gefühlen und seiner Suche nach Merry, was mir auch gut gefallen hat.
Aber ich fand den geschichtlichen Hintergrund, der ja schon irgendwie wichtig ist, um zu verstehen, was Merry tut, nicht wirklich gut dargestellt.
Außerdem blieben mir manche Dinge innerhalb der Handlung einfach ein wenig zu nebulös.
Da hätte ich gerne entweder mehr Auflösung oder zumindest mehr Material an die Hand bekommen, um selbst eine halbwegs plausible Antwort zu finden.
So bleibt vieles im ‚kann so oder auch anders sein‘-Stadium und mir werden eher einzelne, starke Szenen des Films als das große Ganze im Gedächtnis bleiben.
Vielleicht löst die Romanvorlage mehr auf, aber da ich diese nicht kenne und nach wie vor der Meinung bin, daß Filme allein verständlich sein sollten, ohne den Zuschauer zum Lesen der Vorlage zu zwingen.
Und um den Roman zu lesen, hat mich die Geschichte einfach nicht genug begeistert, auch wenn Swede eine ympathische Hauptfigur ist, mit der ich durchaus mitgelitten habe.

Der englische Trailer

Und der deutsche Trailer der Vollständigkeit halber

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