Konklave von Robert Harris

Der Papst ist tot und nun muss das Konklave einen Nachfolger finden. Doch wer kann einem Mann nachfolgen, dessen liberaler Kurs nicht allen Mitglieder der Kurie gefallen hat.
Kardinal Lomeli, der sich wegen eienr Glaubenskrise von seinem Amt entbinden lassen wollte, muss nun eine Wahl leiten, die viele Überraschungen bereit hält und dem Italiener viel Geschick abverlangt.
Wird es den Kardinälen gelingen einen neuen Papst zu wählen, ohne das die katholische Kirche Schaden nimmt?
Und welche Rolle spielt der unbekannte Kardinal von Bagdad, der vom Papst im Geheimen ernannt wurde und nun mitwählt?

Ich habe zum Autor Robert Harris ein etwas gespaltenes Verhältnis, weil ich zwar einerseits seinen Schreibstil, seinen Themenauswahl für seine Unterhaltungsliteratur und auch weite Teile der Bücher mag, die ich von ihm gelesen habe.
Aber bis jetzt hat er es immer geschafft, mich am Ende irgendwie zu enttäuschen, weil ich entweder einen ganzen Erzählstrang oder das Ende des Buches doof fand.
Daher habe ich mich auch immer noch nicht an Harris Cicero-Romane herangewagt, obwohl ich sie wirklich gerne lesen würde.
Aber zwischen den Jahren war ich auf der Suche nach Büchern, die mir beim Überwinden meiner Leseflaute helfen und da ich in dieser Zeit ständig über ‚Konklave‚ gestolpert bin, habe ich dem Buch, das als Vatikan-Thriller beworben wurde, eine Chance gegeben.
Sehr detailiert, aber gut lesbar beschreibt Harris die Ereignisse, die sich seit Jahrhunderten automatisch im Vatikan abspulen, wenn ein Papst stirbt.
Die Geschichte wird aus Sicht des mir sympathischen Kardinals Lomeli beschrieben, der ein Vertrauter und Anhänger des verstorbenen Papstes war, der aber auch einiges kritisch sieht, was rund um die katholische Kirche passiert.
Durch die Werbung, die ‚Konklave‘ als Vatikanthriller anpreist, hatte ich grob gesagt eine Geschichte mit Mord, Totschlag und Gewalt erwartet, aber das bleibt alles aus.
Stattdessen gibt es Kirchenpolitik und Intrigen, die Gedankenwelt eines Kardinals und eben eine Papstwahl in der Sixtinischen Kapelle.
Nachdem ich das Buch beendet hatte, war ich etwas erstaunt, daß diese Zutaten gereicht haben, um ein in meinen Augen spannendes Buch abzuliefern, aber von ein paar kleinen Längen hier und da, war es wirklich spannend und unterhaltsam und mit dem von Harris kreierten Ende hatte ich so überhaupt nicht gerechnet, was das Buch noch einmal besser macht.
Von daher würde ich ‚Konklave auf jeden Fall weiterempfehlen und bin zum ersten Mal wirklich zufrieden, nachdem ich ein Buch von Robert Harris gelesen habe!

Die Homepage des Autors
Robert Harris bei RandomHouse

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6 Antworten zu Konklave von Robert Harris

  1. nettebuecherkiste schreibt:

    Ich fand die Cicero-Trilogie großartig, vor allem den ersten Teil! 🙂

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  2. suzy schreibt:

    Danke für den Tip!
    Schönes Wochenende!!

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  3. Herba schreibt:

    @Nette: Ich weiß, durch dich bin ich überhaupt erst drauf gestoßen, weil ich Harris eigentlich nicht mehr verfolge seit er mich mit Pompeji damals enttäuscht hatte 🙂

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  4. Herba schreibt:

    @Suzy: Sehr gerne!

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