Ich…

…bin müde – müde und sprachlos und vielleicht auch ein klein wenig verzweifelt, weil die Welt scheinbar immer schneller und schneller den Bach runterzugehen scheint und wir Menschen lieber Hass verbreiten, als uns an unsre Menschlichkeit zu erinnern.

Gerade scheint es mir, als würde es keinen Dialog mehr geben, sondern nur noch in Stein gemeißelte Meinungen, die man sich gegenseitig um die Ohren haut, ohne auch nur im geringsten gewillt zu sein, einander zuzuhören oder sich etwa von stichhaltigen Argumenten überzeugen zu lassen.

Mir macht diese Wut und dieser Haß Angst, die sich scheinbar wahllos über ganze Gruppen von Menschen ergießen.

Viele schreien nach Konsequenzen, nach Lösungen, aber ob diese Lösungen wirklich helfen, ist erst einmal vollkommen egal……bis die nächste Katastrophe passiert, weil ein Mensch entschlossen, verrückt oder hasserfüllt genug war, um andere Menschen ins Unglück zu stoßen.

Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit!!!! Und daher nutze ich auch heute wieder den von Guylty geprägten Hashtag #IRefuseToBeAfraid!!!!

Aber ich muss doch zugeben, daß mir das immer schwerer fällt, wenn es um Wutbürger, Demagogen und Extremisten geht, denn ein Ende ihrer Zerstörungswut und Unmenschlichkeit scheint nicht in Sicht und die Stimme der Vernunft scheint immer leiser zu werden…

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14 Antworten zu Ich…

  1. Elanor schreibt:

    Ach Herba, mir geht es genau so.
    Es ist schwer, den Mut nicht zu verlieren und die eigenen Überzeugungen auch denen gegenüber zu vertreten, die eigentlich gar nicht diskutieren wollen, weil sie die Wahrheit nämlich gepachtet haben. Die Diskussion und der zivilisierte Streit über politische Themen sind in den vergangenen Jahren aus der Mode gekommen. In Deutschland/Europa hatten wir es uns sehr gemütlich gemacht. Es ging uns gut und die Sorgen der anderen gingen uns wenig an oder wir waren geübt darin, diese Probleme zu verdrängen. Jetzt stürzt das alles mit großer Wucht auf uns ein…
    Ich glaube aber, dass die Welt in weiten Teilen (wie immer eigentlich) mit Krieg Terror und Attentaten zu kämpfen hatte und wir hier nur für eine kleine Weile davon verschont waren. Was die Sache jetzt aber so schwierig macht, ist die neue Kommunikations(un)kultur. Ich kann das Wort „postfaktisch“ echt nicht mehr hören. Wo sollen diese von Emotionen geleiteten Entscheidungen noch hinführen, die alle rationalen Argumente einfach abtun? Wir alle müssen mit den Konsequenzen leben, wenn halbe Gesellschaften in ihre egozentrische, frühkindliche Trotzphase zurückfallen. Jetzt hör ich auf.
    Fühl dich mal ganz fest gedrückt.

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  2. Guylty schreibt:

    Es geht mir genauso wie dir, Herba. Manchmal bin ich ganz entmutigt, wenn die schlechten Nachrichten nur so auf uns einstürzen. Und dieses Jahr ist besonders schlimm, was das angeht. Doch irgendwie ist auch klar, dass das alles gar nichts Besonderes ist – es ist uns nur bewusster geworden, wie grausam die Welt ist. Alles rückt näher, weil wir mehr wissen. Da hat Elanor ganz Recht, von wegen „Kommunikations(un)kultur“. Es bleibt uns nichts anderes, als das Beste daraus zu machen – es zu nutzen, statt uns davon unterkriegen zu lassen. Und kleine Lichtblicke gibt es auch. Eben komme ich von einem Spontankonzert der Besetzergruppe um das Dubliner Obdachlosenprojekt Home Sweet Home zurück. Ein Beispiel für kurzentschlossenes Handeln, das Signalwirkung hat und tatsächlich etwas bewegt. Es geht alles, wenn man es nur anpackt. In diesem Sinne #IRefuseToBeAfraid

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  3. Servetus schreibt:

    I absolutely agree.

    NYC is completely decked out for Xmas at the moment. I’d been in Manhattan multiple times for New Years‘ but never in the before-Christmas rush and the crowds are truly mind-boggling (even for mid-town Manhattan) — and on every street corner there are three police officers and a police dog, all in full riot gear with assault weapons who are supposed to protect us or make us feel safe or whatever. They’re always smiling — probably that is part of their orders. But we can never be fully safe, just as you say. Our attempts to be 100 percent safe only bring further destruction down on our heads.

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  4. suzy schreibt:

    Du hast völlig recht. Der Terror der Welt ist nun auch auf unserer Welt der Glückseligen angekommen. Wir sehen uns die Lage in Aleppo im Fernsehen an und sind froh darüber auf dem heimischen Sofa zu sitzen…..aber so ganz können wir den Terror der Welt nicht abschalten.
    Bestimmte politische Parteien schreien jetzt schon wieder die Flüchtlinge sind schuld und vergessen völlig, dass die Flüchtlinge gerade vor diesem Terror geflohen sind 😦
    Damit war schon seit langem zu rechnen und es ist schlimm für die Familien, die es jetzt gerade getroffen hat. Wahrscheinlich ist es immer noch viel gefährlicher jeden Morgen bei uns auf die A3 zu fahren ….
    #IRefuseToBeAfraid

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  5. Herba schreibt:

    @Elanor: Ich glaube nicht nur die Streitkultur ist uns verloren gegangen, sondern auch oftmals die Fähigkeit wirklich zuhören zu können oder zu wollen.
    Das wir bisher quasi auf einer Insel der Glückseeligen gelebt haben, glaube ich auch. Wen scheren hier schon die Konflikte in Afrika oder im Nahen Osten, so lange wir es bequem haben. Die ‚egozentrische, frühkindliche Trotzphase‘ trifft es sehr gut und hat mich ein klein wenig zum Schmunzeln gebracht, auch wenn das qahrlich nicht lustig ist – danke dafür!
    Die virtuelle Umarmung gebe ich gerne zurück!!!!

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  6. Herba schreibt:

    @Guylty: Über das Obdachlosenprojekt habe ich bei Dir auf Twitter gelesen – eine wirklich tolle Aktion! Man muss sich wohl wirklich auf diese kleinen Lichtblicke des Mitgefühls und der Menschlichkeit konzentrieren und darf nicht aufgeben, egal wie schwer es fällt *seufz*

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  7. Herba schreibt:

    @Serv: Sounds more scary than calming to me :/ And what could they possibly do against a truck that weights tons and is driven with high speed into a crowd???
    I don’t shrug off peoples fear but if I allow fear to take over my head I couldn’t work anymore or leave my home at all….

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  8. Herba schreibt:

    @Suzy: Die politischen Opportunisten a la AfD, Seehofer und Co sind mit Verlaub gesagt einfach zum Kotzen!!!!
    Und weißt Du was mich mit am meisten ärgert? Die Leute wollen nicht, daß die Politiker ihnen Unsinn erzählen, aber wenn Politiker sich zurückhalten und erklären, daß sie nichts großartiges sagen können, weil es noch keine gesicherten Fakten gibt, kriegen sie auch wieder eins auf die Mütze. Ganz ehrlich, ich will an Tagen wie vorgestern nicht in der Haut von zum Beispiel de Maiziere (der sich erstaunlicherweise gestern im ZDF-Interview nicht um Kopf und Kragen geredet hat) und Merkel stecken!!!
    Und was soll eigentlich diese unsinnige Forderung nach Distanzierung von anderen Moslems von der Tat??? Vor ein paar Tagen wurde in Wiesbaden bei einem Überfall auf einen Kiosk eine Frau erschossen – muss ich mich davon nun auch distanzieren, weil ich Hesse bin????
    Wie Du schon sagst: Die Flüchtlinge sind doch genau vor diesem Terror geflohen und haben nun wieder Angst – es ist einfach eine scheiß Welt, in der wir gerade leben! 😦

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  9. Guylty schreibt:

    Wir waren gestern bei dem Spontankonzert von Glen Hansard und Konsorten mit dabei. Es war schön, so viele Leute dort zu sehen, die ihre Unterstützung zeigen. – Heute ist die Initiative übrigens schon vor Gericht zitiert worden. Die Besitzer des Bürogebäudes – der Staat, wohlgemerkt, der es im Zuge der Bankrott-Phase vor 8 Jahren als „asset“ eingesammelt hatte und es seitdem ungenutzt vor sich hindümpeln lässt, in ALLERBESTER Innenstadtlage – hat in seiner Klage u.a. geschrieben, man habe große Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Versorgung der Obdachlosen in dem Gebäude. Geht es noch? Was für eine Ironie – als ob die Obdachlosen auf der Straße, ohne Dach, ohne Bett, ohne Essen, ohne Dusche besser und sicherer aufgehoben wären. Ziviler Ungehorsam? Ich würde sagen, das ist hier echte Mitmenschlichkeit angesichts einer maschinellen Bürokratie. Sermon over…

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  10. suzy schreibt:

    In dem Song ‚Astronaut‘ von Sido gibt es einen Satz der mich jedes Mal wieder unglaublich trifft: „fast 8 Milliarden Menschen und die Menschlichkeit fehlt“. Menschlichkeit, Christliche Nächstenliebe, Empathie,wie auch immer man es nennen will………. 😦

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  11. Herba schreibt:

    @Guylty: Das ist SO typisch 😦 Die haben doch nur Angst, daß sie im Fall des Falles verantwortlich gemacht werden *kopfschüttel* Ich hoffe, daß die Initiative weitergeht und sich viele beteiligen!

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  12. Herba schreibt:

    @Suzy: Ja, irgendwie schon und das nicht nur theoretisch, sondern auch im Alltag. Letzte Woche ist in meiner Bahn eine Frau umgekippt und da gibt es echt Mitreisende, deren erster Kommentar ‚Können wir sie raustragen, damit die Bahn weiterfahren kann‘ ist und die dann statt zu helfen auch noch im Weg rumstehen. Ich war wirklich sprachlos! Und hoffe nun noch mehr als vorher, daß mir beim Pendeln nie schlecht wird und ich auf die Hilfe anderer angewiesen bin!!!! 😦

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  13. Guylty schreibt:

    Die Initiative ist bereits ausgeweitet worden auf eine Stadt an der Westküste Irlands, wo ebenfalls ein Gebäude requiriert worden ist. People power!

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  14. Herba schreibt:

    @Guylty: Das ist großartig. Weiter so!!!!

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