Im Wald: Der achte Fall für Bodenstein und Kirchhoff von Nele Neuhaus

Als mitten in der Nacht ein Wohnwagen im Wald bei Ruppertshain in Flammen aufgeht, sieht es für die Polizistin vom K11 nach einer ganz normale Brandermittlung aus, doch schnell wird klar, daß in dem Wohnwagen jemand verbrannt ist.
Als dann auch noch eine alte, totkranke Frau in einem Hospiz umgebracht wird, die Bodenstein persönlich kannte, wird die Ermittlung sehr schnell sehr persönlich und der Kommissar muss sich einem verdrängten Erlebnis seiner Jugend stellen.
Wird Bodenstein objektiv ermitteln und den Mörder fangen können?

Nachdem mich ‚Sommer der Wahrheit‚, das letzte Buch der Autorin enttäuscht hatte, war ich sehr gespannt, auf ‚Im Wald‚, den achten Fall der bekannten Taunus-Ermitter Bodenstein und Kirchhoff (mittlerweile verheiratete Sander).
Mit zwei Morden relativ zu Anfang der Geschichte ist man als Leser gleich mitten im Geschehen und kann gleich anfangen zu rätseln, wer da wohl wieso Menschen umbringt, was mir sehr gut gefallen hat.
Privat fokusiert sich die Handlung sehr stark auf Bodenstein, der sich gerade auf ein Sabatjahr freut, ratlos ist, was seine Beziehung angeht und sich außerdem um seine kleine Tochter kümmern muss.
Das fand ich alles recht spannend, auch wenn das Innenleben des Herrn Kommissar mir manchmal ein klein wenig auf den Zeiger ging. Das Problem hatte ich bei Bodenstein aber schon öfter und mit der Tatsache, daß ich ihn nicht uneingeschränkt sympathisch finde, muss ich mich wohl einfach arrangieren.
Pia Sander hat mir in diesem Band allerdings wieder sehr gut gefallen und auch das Team kann ich sehr gut leiden.
Außerdem ist das neue Teammitglied Tariq auch sehr gut gelungen und ich fand es gut, daß sich die Autorin am Rande mit Gesellschaftserscheinungen unserer Zeit auseinandersetzt (in diesem Fall: Deutsche, die nicht wie Deutsche heißen und auch nicht deutsch aussehen – wie auch immer das auszusehen hätte).
Gut gefallen hat mir auch die Aufarbeitung der Beziehung von Bodenstein zu seiner Exfreundin Inka, da hat Neuhaus sich noch einige neue Informationen aus dem Hut gezaubert, die gut zu den Figuren passen und dennoch neu waren.
Was mich bei diesem Fall etwas gestört hat, sind die vielen Personen, die mir ein paar Mal leichte Probleme mit der Zuordnung bereitet haben.
Und leider ist die Autorin auch dazu zurückgekehrt, Figuren im geläufigen Dialekt der Gegend sprechen zu lassen, was ich an sich ja eher gut finde, aber leider ist es bei Nele Neuhaus immer der Dorftrottel, der Schmierlappen oder die größte Klatschtante des Ortes, die Dialekt sprechen und dieses Klischee finde ich, gelinde gesagt, eher anstrengend!
Insgesamt war ‚Im Wald‘ unterhaltsam zu lesen und ich kann diesen Regionalkrimi durchaus weiterempfehlen.
Ich bin außerdem gespannt, wie es mit dem Team vom K11 weitergeht und ob eine Figur, die quasi verabschiedet wurde, doch wieder zurückfindet!

Die Homepage von Nele Neuhaus
Nele Neuhaus bei Ullstein
Nele Neuhaus bei Facebook

Die Bodenstein-Kirchhoff-Reihe:
Eine unbeliebte Frau: Der erste Fall für Bodenstein und Kirchhoff
Mordsfreunde: Der zweite Fall für Bodenstein und Kirchhoff
Tiefe Wunden: Der dritte Fall für Bodenstein und Kirchhoff
Schneewittchen muss sterben: Der vierte Fall für Bodenstein und Kirchhoff
Wer Wind sät: Der fünfte Fall für Bodenstein und Kirchhoff
Böser Wolf: Der sechste Fall für Bodenstein und Kirchhoff
Die Lebenden und die Toten: Der siebte Fall für Bodenstein und Kirchhoff
Im Wald: : Der siebte Fall für Bodenstein und Kirchhoff Sander

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6 Antworten zu Im Wald: Der achte Fall für Bodenstein und Kirchhoff von Nele Neuhaus

  1. CraMERRY schreibt:

    Rezension passend zum Start des Filmes im Kino. Eine Freundin geht nachher ins Kinopolis zur Premiere inkl. Autorin und Darstellern. Bin gespannt, was sie berichtet. Mir persönlich sind die Filme immer etwas zu konfus. Bei Fr. Neuhaus in den Büchern ist halt auch immer höllisch was los. Da braucht es schon eine gewiefte Umsetzung.

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  2. Herba schreibt:

    @CraMERRY: Dazu gibts schon nen Film? Wow, das ging ja schnell!
    Bei den Filmen kann ich gar nicht mitreden, da hab ich noch keinen einzigen gesehen, weil ich die Besetzung des Bodenstein komplett an den Büchern vorbei finde.
    Ja, typisch Dorf halt, jeder kennt jeden, die Hälfte ist auch noch irgendwie verwandt und wenn es dann noch alle 50 Seiten einen Toten gibt… 😉

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  3. CraMERRY schreibt:

    Stimmt, der T.Bergmann ist irgendwie eher unpassend 🙄

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  4. Herba schreibt:

    @CraMERRY: Vor allem stimmt der Altersunterschied zu Felicitas Woll nicht, der ja ungefähr 10 Jahre zwischen Bodenstein und Sander betragen soll.

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  5. suzy schreibt:

    Den habe ich auch gerade gelesen 🙂 Und ich fand ihn gut. Aber Du hast recht, sehr viele Personen, etwas verwirrend. Aber spannend.

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  6. Herba schreibt:

    @Suzy: Spannend fand ich es auf jeden Fall auch!

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