Lügenmauer (Emma Vaughan #1) von Barbara Bierach

Emma Vaughan ist Ermittlerin bei der Mordkommission im irischen Sligo. Außerdem ist sie geschieden, alleinerziehend und Protestantin, was ihr einen schweren Stand bei den überwiegend männlichen Kollegen beschert.
Als ausgerechnet Emma im Mord an einem hochrangigen Mitglied der katholischen Kirche ermitteln soll, wünschen ihr viele, daß sie strauchelt und tatsächlich gestalten sich die Ermittlungen schwierig.
Erst als Emma eine Spur aufnimmt, die in ein Kloster führt, in dem in den Sechziger Jahren ledige MütterSchwangere von ihren Kindern entbunden wurden, kommt Bewegung in den Fall.
Wird es der Kommissarin gelingen, den Mörder zu fassen, ohne dabei über ihre eigene Vergangenheit zu straucheln?

Das Thema ‚katholische Kirche und ledige Mütter in Irland‘ ist mir nun schon öfter begegnet (unter anderem im Film Philomena mit Judi Dench in der Hauptrolle) und ich finde es nach wie vor sowohl spannend als auch bewegend als auch unglaublich traurig.
Daher lag es auch nahe ‚Lügenmauer‚ zu lesen und ich war gespannt, ob die Verknüpfung des Themas mit der Krimihandlung einerseits gelingen und andererseits vielleicht auch noch neue Erkenntnisse bringen würde.
Leider bin ich bei beiden Punkten etwas enttäuscht worden, dazu später etwas später im Text etwas mehr.
Die Protagonistin Emma Vaughan war mir am Anfang sehr unsympathisch. Im Verlauf der Handlung wirkte sie dann ein klein wenig runder auf mich, aber sie bleibt leider trotzdem ein wandelndes Krimi-Klischee. Und auch die anderen Figuren, die Barbara Bierach entworfen hat, and ich zu flach und klischeehaft und daher nicht ganz überzeugend.
Der Kriminalfall ist solide, aber leider nicht mehr. Als routinierter Krimileser wußte ich schon relativ früh sehr sicher, wie das Ganze ausgehen würde. Wenn die Autorin dann am Ende noch einen plausiblen Kniff eingebaut hätte, bei dem ich als Leser überrascht gewesen wäre, wäre das kein Problem gewesen, aber so hat mich die Vorhersehbarkeit dann doch etwas gestört.
Das Thema Adoption ist für jemanden, der noch gar nichts darüber weiß, sicher ausreichend erklärt, brachte mir aber keinen neuen Erkenntnisse. Und da ich auch den Schreibstil von Barbara Bierach nicht ganz rund fand, war mein Leseerlebnis alles in allem etwas enttäuschend. Das ist zum Teil aber sicher auch meinen relativ hohen Erwartungen geschuldet und so würde ich ‚Lügenmauer‘ als soliden Krimi durchaus trotzdem weiterempfehlen.

Die Homepage der Autorin
Barbara Bierach bei Ullstein

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