Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft

In den 20iger Jahren ist Max Perkins (Colin Firth) ein erfolgreicher Lektor beim Verlag Scribner’s in New York, wo er unter anderem Ernest Hemingway (Dominic West) und F. Scott Fitzgerald (Guy Pearce) betreute.
Als Max ein chaotisches Manuskript des unbekannten Autors Thomas Wolfe (Jude Law) in die Hände fällt, erkennt er sofort die Einzigartigkeit des Werkes und bietet Wolfe einen Vertrag an.
Wolfe kann sein Glück kaum fassen, denn bisher haben ihn alle New Yorker Verlage abgelehnt.
Während die beiden Männer daran arbeiten den Roman herauszubringen, wird quasi um jeden Satz gerungen, doch dabei entsteht auch eine einzigartige Freundschaft…

Vor ein paar Wochen hatte ich unglaubliche Lust darauf ins Kino zu gehen. Dabei war es fast egal in welchen Film, also habe ich einfach geschaut was läuft, als ich Zeit hatte. Letztendlich fiel die Wahl auf ‚Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft‚ und ich habe die Wahl nicht bereut.
‚Genius‘ ist kein lauter Film, kein Film, der eine Message verbreiten will oder großes Aufsehen erregt. Stattdessen ist ‚Genius‘ ein leiser, unaufgeregter Film, in dem sich alles um eine Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Männern dreht und in dem Frauen nur eine kleine Rolle einnehmen.
Der Look der Zeit und die unaufdringliche Musik trägt viel zum besonderen Flair des Films bei, aber ich glaube, ich mag ihn vor allem so gerne, weil die beiden Hauptdarsteller ihren Figuren so großartig Leben einhauen und so wunderbar miteinander agieren.
Firth spielt einen liebenswerten, pflichtbewußten Mann, der seine Familie über alles liebt und in seinem Job aufgeht. Law spielt den charmanten, spitzbübischen, unzuverlässigen Autor, der zu viel trinkt, nichts von Verpflichtungen hält und gerne auch mal auf den Gefühlen anderer Menschen herumtrampelt.
Und beide sind wie geschaffen für das, was sie verkörpern. Die liebevoll, nachsichtigen Blicke von Firth, wenn er mit Law’s chaotischem Autor zusammenarbeitet haben mich genauso bezaubert, wie Laws spitzbübisches Lächeln, wenn er Firth Lektor zeigt, wieso er arbeitet, wie er arbeitet.
Laura Linney, die Max Perkins Ehefrau spielt, fand ich für ihre Rolle genauso gut ausgewählt, wie Nicole Kidman, die die eifersüchtige, ältere Geliebte von Thomas Wolfe spielt, auch wenn ich sie nicht mehr wirklich gerne sehe, seitdem sie ihr Gesicht mit Botox festbetoniert hat.
Am Ende habe ich mit Max Perkins mitgelitten, als die Freundschaft mit Thomas Wolfe in die Brüche geht und ich habe mit ihm zusammen ein paar Tränchen, um den Mann verdrückt, der sein Leben für immer verändert hat.
Dies wäre ohne zwei großartige Schauspieler vermutlich nicht möglich gewesen, aber genau deswegen würde ich den Film auf jeden Fall weiterempfehlen – allerdings nur Leuten, die auch mal ohne großes Brimborium in einem Film auskommen.

Der deutsche Trailer:

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4 Antworten zu Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft

  1. linnetmoss schreibt:

    I’m anxious to see this. My mother said it was great!

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  2. Herba schreibt:

    @Linnetmoss: Yes, it is really watchable

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  3. Esther schreibt:

    Oh, jetzt bin ich noch neugieriger geworden auf dem Film! Bin gespannnt! Der Film kommt erst im Oktober hier ins Kino, werde dan sicher hingehen.

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  4. Herba schreibt:

    @Esther: mach das, ich hatte einen wirklich schönen, unaufgeregten Kinonachmittag mit diesem Film!

    Gefällt 1 Person

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