Montagsfrage: Machen Lesespuren im Buch (Annotationen, Unterstreichungen, Besitzvermerke) ein Buch für Dich wertvoller oder mindern sie den Wert?

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Das Buchfresserchen macht heute mal Pause und daher habe ich mir nach Anregung eine alte Montagsfrage herausgesucht, die ich gerne beantworten möchte und zwar:

Machen Lesespuren im Buch (Annotationen, Unterstreichungen, Besitzvermerke) ein Buch für Dich wertvoller oder mindern sie den Wert?

Ich finde Besitzvermerke wie Exlibris oder Besitzstempel sehr spannend und eher aufwertend für ein Buch.
Und auch Anmerkungen oder Widmungen von bekannten Persönlichkeiten in Büchern finde ich spannend und teilweise auch hilfreich, wenn man mit solchen Büchern arbeiten muss/darf.
Ansonsten kommt es darauf an, um was für ein Buch es sich handelt.
Wenn jemand in ein Buch mit dem er arbeitet und das ihm gehört, Anmerkungen macht oder wichtige Textteile anstreicht, finde ich das okay und kenne den praktischen Nutzen aus meiner Schülerzeit, wobei bei mir selbst galt: Je mehr Anstreichungen und Notizen ein Buch enthielt, desto doofer fand ich es.
Wenn es um ein Buch geht, daß ich nur zum Vergnügen lese, finde ich sämtliche Art von Markierungen sehr nervig.
Und Dinge wie Eselsohren oder das komplette Umschlagen einer Taschenbuchhälfte gehen gar nicht. Da kann ich dann auch schonmal zur gebremsten Furie werden, wenn mir in der Bahn jemand gegenübersitzt, der nachweislich ein Bibliotheksbuch in Händen hält und damit umgeht, als wäre es ein Wegwerfartikel sein Privatbesitz.

Wie seht ihr das?

Zum Schluss vielleicht noch ein kleiner nützlicher Ratschlag für alle Bibliotheksnutzer da draußen:
Wenn man ein Buch zurückbringt, das irgendwie beschädigt ist (in die Badewanne gefallen, vom Hund angekaut, etc.), ist das nie schön, aber man bekommt auch nicht den Kopf abgerissen, wenn man offen und ehrlich damit umgeht.
Was aber in meiner Erfahrung gar nicht geht, ist so zu tun, als wäre der Mensch auf der anderen Seite der Theke irgendwie doof (‚Das ist doch nicht schlimm. Stellen Sie sich nicht so an!‘) oder würde einen nur schikanieren wollen (‚Als ob irgendjemanden die vierfarbigen Anstreichungen auf den 300 Seiten stören würden!‘) oder man selbst wüßte von gar nichts (‚Wasserschaden????‘).
Erfahrungsgemäß kann selbst der gechillteste Bibliotheksmitarbeiter darauf allergisch reagieren und die Sache wird problematischer, als sie eigentlich ist.
Meine Lieblingskonversation zu dem Thema ist übrigens:
‚Die Bücher sind nass!‘
‚Ja, es regnet…‘ (wird meist von einem indignierten Blick und/oder Schulterzucken begleitet)

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10 Antworten zu Montagsfrage: Machen Lesespuren im Buch (Annotationen, Unterstreichungen, Besitzvermerke) ein Buch für Dich wertvoller oder mindern sie den Wert?

  1. Die Poe schreibt:

    Oder auch direkt vor der Bibliothekarin wild die eigenen Bleistiftunterstreichungen wegradieren und dabei das Buch zerreissen!!!!!

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  2. Servetus schreibt:

    I knew students in college who would look through the used books in the bookstore and pick the ones with the „best“ markings on the page. For me, it depends — usually doesn’t matter unless the notes are stupid. But I used to *love* reading historical marginalia — books Luther had written in, for instance. Although in that case it depends a lot on how regular their handwriting is. Some historical figures had horrible hands. I knew someone at Göttingen who wrote a whole dissertation on the content of marginalia found in early printed books about the Reformation.

    Do you know this FB page — I think these are often very funny: https://www.facebook.com/groups/500979143259881/

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  3. DoomKitty schreibt:

    Ich kann dir da nur zustimmen.

    Früher war ich da ganz übertrieben und habe Bücher niemals so weit geöffnet, dass sie Leserillen hinten im Buchrücken bekommen habe. Das habe ich dann auch so von Leuten erwartet, die Bücher von mir ausgeliehen haben. In der Hinsicht bin ich aber heutzutage etwas entspannter.
    Trotzdem muss ich immer wieder die Zähne zusammen beißen, wenn mein Freund eines unserer Bücher liest (besonders halt wenn es relativ neu ist) und die gerne einfach aufgeschlagen auf die Seiten legt, wo er gerade ist, statt ein Lesezeichen reinzumachen.
    Für ihn zeigen Gebrauchsspuren halt eher, dass das Buch gelesen wurde. Je mehr Gebrauchsspuren, desto mehr mag man sein Buch, so in etwa. ^^‘

    Aber gerade bei Bücher, die einem nicht gehören, finde ich die Dinge, die du da beschrieben hast, auch mehr als unschön. Und selbst wenn jemandem ein Buch gehört, tut es mir doch immer ein bisschen im Herzen weh, wenn ich sehe, wie derjenige die komplette Taschenbuchhälfte zum Lesen rumknickt. Neee, das mag ich gar nicht ^^‘

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  4. Herba schreibt:

    @Poe: Buch zerreißen geht ja gar nicht! BÖSER Benutzer!!!!

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  5. Uinonah72 schreibt:

    Ich war bei Büchern auch immer sehr penibel. Seiten umknicken oder Eselsohren geht gar nicht und auf die geöffneten Seiten lege ich es nur für einen kurzen Moment. Bei längeren Pausen muss ein Lesezeichen rein. Anmerkungen in meinen eigenen Lehrbüchern habe ich immer nur mit Bleistift gemacht … man könnte sie ja mal rausradieren wollen. Bis heute kommt ein Buch unterwegs in der Handtasche immer in eine Tüte zum Schutz vor Knicken und Kratzern. Daher finde ich es auch so schlimm, wie meine Kinder mit Büchern umgehen …. auf dem Boden liegenlassen, drauftreten …schauder. Leider dauert der Erziehungsprozess, und dauert und dauert. Aber ich lasse nicht locker, ihnen den Respekt vor Büchern beizubringen 😉

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  6. Herba schreibt:

    @Serv: Oh yes, I know students who do that too. At work I also love to read marginalia, but I think it’s thrilling to look through books from interesting people anyway and I am glad I had the chance to work with books from Max Horkheimer, Paul Ehrlich, etc.
    No, I didn’t know that page, thanks for the link!!!

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  7. Servetus schreibt:

    Horkheimer! What was his handwriting like?

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  8. Herba schreibt:

    @Doomkitty: Deshalb verleihe ich kaum noch Bücher. Die Ansichten, wie man mit Büchern umgehen sollte, sind einfach viel zu verschieden und bevor ich mich dann hinterher ärgere…

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  9. Herba schreibt:

    @Uinonah72: Mach Dir nichts drauß, die Kids lernen das sicher noch!!!

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  10. Herba schreibt:

    @Serv: For me more readable than Ehrlich’s 😉 But to be fair I had more of Horkheimer books to work with and therefore more experience with his handwriting.

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