Remember – Vergiss nicht, dich zu erinnern

Der an Demenz erkrankten Zev Guttman (Christopher Plummer) lebt in einem Altenheim und hat gerade seine Frau verloren. Für Max Rosenbaum (Martin Landau), der im gleichen Altenheim lebt und körperlich zerbrechlich, aber geistig noch vollkommen klar ist, macht sich Zev trotzdem auf die Reise, um nacheinander vier Männer mit dem Namen Rudy Kurlander aufzusuchen.
Einer der vier Männer ist nach dem zweiten Weltkrieg unter diesem Namen in die USA eingereist, heißt aber eigentlich Otto Wallisch und hat während des Holocaust die Familien von Zev und Max in Auschwitz ermordet.
Wird es dem dementen Zev gelingen die Mission für seinen Freund Max zu erfüllen und Rache zu nehmen?

Remember – Vergiss nicht, dich zu erinnern‚ ist auf Grund seiner Thematik auf meinem Radar gelandet und wenn dann noch der großartige Christopher Plummer mitspielt, gibt es keinen Grund, den Film nicht anzuschauen!
Das Thema Rache ist, wenn es richtig inszeniert wird, ja eigentlich immer spannend, aber in Zusammenhang mit dem Holocaust finde ich es extrem interessant.
Wie reagiert man, wenn man seinem Peiniger plötzlich gegenübersteht oder feststellt, daß jemand sich ein komplett normales Leben aufgebaut hat, ohne jemals für seine Taten geradegestanden zu haben?
Für Max Rosenbaum ist die Antwort klar. Er will Rache für seine tote Familie, kann allerdings selbst nichts mehr unternehmen, weil ihn sein Körper im Stich läßt.
Martin Landaus Figur Max setzt die Handlung des Films in Gang und bleibt immer die Triebfeder hinter den Ereignissen, obwohl er nur ganz wenig Screentime hat.
Mir hat sein relativ kurzer Auftritt gefallen, wobei ich das erst am Ende des Films, wenn alle Puzzleteilchen an ihrem Platz sind, richtig würdigen konnte.
Die zentrale Figur, die den Film trägt ist allerdings ohne Zweifel Christopher Plummer, der mich mit seiner Darstellung des demenzkranken Zev sowohl begeistert als auch beeindruckt hat.
Er zieht alle Register und agiert für mich immer absolut glaubhaft, egal ob verletzlich, verwirrt oder wütend. Besonders gut haben mir die kleinen eingestreuten Augenblicke gefallen, in denen der charmante, jüngere Zev durchscheint, weil das für Demenz- oder Alzheimerpatienten einer bestimmten Stufe so typisch ist und einem beim Zusehen fast das Herz bricht.
Bei Zevs Reise habe ich mehrfach gedacht, daß das so nicht gut gehen kann, aber mit viel Glück und den ausführlichen, schriftlichen Anweisungen von Max gelingt es Zev tatsächlich quer durchs Land zu reisen – typisches Filmglück eben.
Die vermeintlich deutschen Naziverbrecher werden übrigens von relativ bekannten deutschen Schauspielern (Bruno Ganz, Heinz Lieven und Jürgen Prochnow) gespielt, was ich sehr gelungen finde.
Der Film hat übrigens durchaus auch seine komischen Momente, aber der ernste Hintergrund gerät dabei zu keiner Zeit in Vergessenheit.
Mit dem Ende hat mich der Film dann total überrascht und wenn man nicht zu viel Tiefgang oder Analyse erwartet, ist ‚Remember‘ ein absolut sehenswerter Film, den ich durchaus weiterempfehlen kann.

Der deutsche Trailer

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