Die Frau, die allen davonrannte von Carrie Snyder

Aganetha Smart ist ein einfaches, stilles Mädchen vom Land, desen Talent zum Laufen entdeckt wird und die CHance bekommt bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam teilzunehmen.
Viele Jahrzehnte später, als Aggie schon über hundert Jahre alt ist und zwei junge Leute bei ihr im Altenheim auftauchen, um einen Film über ihr Leben zu drehen, erinnert sie sich an Amsterdam, ihre erste große Liebe, ihre Familie und an die verschiedenen Wege, die sie in ihrem Leben eingeschlagen hat…

Carrie Snyder hat es mir als Leser mit ihrem Debütroman ehrlich gesagt nicht leicht gemacht.
Zum einen, weil ich ihren Schreibstil als sehr sperrig empfunden habe und ihre vielen Zeitsprünge mich ein klein wenig irritiert haben.
Der Roman beginnt in Aggies Gegenwart als uralte Frau im Altenheim, springt dann in ihre Kindheit auf der Farm ihrer Eltern, wieder zurück in Aggies Gegenwart, zu der Aggie, die als Läuferin entdeckt wird, zurück in ihre Kindheit, ins Altenheim, und so weiter.
Mir war das alles ein bißchen zu wirr erzählt, auch wenn ich zu Grune lege, daß ich mich in den Erinnerungen einer wirklich alten Frau befinde, die nur noch schwer gehen und sprechen kann und zwischendurch nicht mehr ganz bei sich ist.
Zum anderen hatte ich die Geschichte einer Sportpionierin erwartet, wobei der Fokus eben auch genau darauf liegt. Auf ihren Errungenschaften, ihren Problemen, ihren Siegen und Niederlagen.
Aber auch wenn die Autorin klar herausstellt, daß das Laufen zu Aggie einfach dazugehört, liegt meiner Ansicht nach der Fokus nicht auf ihr als Läuferin.
Stattdessen werden die Geschichten ihrer Geschwister und Halbgeschwister erzählt, ihre erste große Liebe wird eingebaut, ihr Weg zur Läuferin und die Olympischen Spiele, der Beruf ihrer Mutter wird thematisiert, ihre Zeit nach Amsterdam wird angerissen und dabei wird vieles nicht auserzählt, sondern dem Leser wird überlassen Lücken zu füllen.
Erst zum Schluss wurde mir einiges klarer, andere Handlungsstränge und deren Bedeutung konnte ich jedoch auch nach Buchende nicht wirklich einordnen und beim Nachdenken über das Buch habe ich außerdem festgestellt, daß ich viele Handlungen von Aggie nicht wirklich nachvollziehen konnte und sie für mich als Hauptfigur nicht ganz greifbar war.
Es gibt viele Momente, wo ich Mitleid mit ihr hatte, aber auch genauso viele Momente, wo ich ihre Passivität und Lethargie leicht enervierend fand und ich ihr am Liebsten in den Hintern getreten hätte.
Insgesamt war ‚Die Frau, die allen davonrannte‚ ein Buch, das mich gefordert hat, von dem ich mir mehr versprochen hatte und dessen Botschaft ich nicht ganz entschlüsseln konnte (es sei denn die Autorin wollte damit aussagen, daß man nicht vor seiner Vergangenheit davonlaufen kann).

Die Homepage der Autorin
Carrie Snyder bei RandomHouse

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