Ein ganzes halbes Jahr (Originalversion)

Louisa Clark (Emilia Clarke) ist 26, wohnt noch zu Hause bei ihren Eltern, interessiert sich für Mode und arbeitet in einem kleinen Cafe.
Als sie ihren Job verliert wird es schwierig eine neue Anstellung zu finden und so kommt das Angebot sechs Monate lang für den Tetraplegiker Will Traynor (Sam Claflin) als Betreuerin zu arbeiten genau richtig.
Der gutaussehende Will lehnt Lou ab, doch langsam gelingt es ihr eine Bindung zu dem verbitterten Mann aufzubauen.
Als sie erfährt, wieso sie nur für sechs Monate engagiert wurde, bricht eine Welt für Lou zusammen und sie tut alles um die Zukunft zu ändern…

Als ich die Romanvorlage von Jojo Moyes im Herbst 2013 gelesen habe (mein Leseeindruck findet sich hier), hatte ich nicht damit gerechnet, daß mich die Geschichte von Lou und Will so beschäftigen würde.
Als ich dann hörte, daß es eine Verfilmung geben würde, habe ich mich einerseits gefreut und war andererseits sehr skeptisch, weil ich nicht sicher war, ob ein Film die Atmosphäre des Buches wiederauferstehen lassen könnte.
Als dann der Cast für die beiden Hauptrollen bekannt gegeben wurde, war ich mega-enttäuscht, entsprach doch weder Emilia Clarke noch Sam Claflin meiner Vorstellung von Lou und Will. Clarke erschien mir nicht zauberhaft genug, Claflin sah mir zu jung aus.
Tja, und dann erschien der erste Trailer und überzeugte mich, daß es sich vielleicht doch lohnen würde, dem Film eine Chance zu geben und daher war ich dann auch relativ schnell nach Kinostart ganz spontan im Kino meines Vertrauens und ich habe es nicht bereut.
Der Film konzentriert sich ganz stark auf die Beziehung zwischen Lou und Will und dabei fallen manche Dinge weg (die Affäre von Wills Vater) oder werden nur angedeutet (zum Beispiel, daß Lou’s Familie sie eher als Dummchen sieht und ihr nichts zutraut), aber ich denke, daß das für eine Romanverfilmung normal ist und hier ist es definitiv auch gelungen, denn ich hatte als Zuschauer nicht das Gefühl, daß mir etwas fehlt.
Emilia Clarke ist als Lou einfach zauberhaft, genau wie Lou sein sollte. Ich mochte, wie Lous verrückter Kleidungsstil umgesetzt wurde, ihre ausdrucksstarke Mimik, die teilweise einfach komisch und teilweise auch tragisch ist und die Art und Weise wie Emilia Will als Lou anschaut.
Und auch vor Sam Claflin als Will ziehe ich meinen Hut, denn er bleibt immer in der Rolle des gelähmten Menschen, der depressiv seinem alten Leben hinterhertrauert und wenn sein altes, charmantes Ich hervorkommt, war es fast als ginge im Kinosaal die Sonne auf.
Und auch er schafft es, die Anziehung zwischen Lou und seiner Figur glaubhaft rüberzubringen und die beiden haben mich mehr als einmal zum Seufzen gebracht.
Genau wie die beiden Hauptrollen sind auch alle anderen Rollen wunderbar gecastet worden.
Janet McTeer und Charles Dance (Zitat meiner Begleitung: ‚Ist das nicht der alte Lannister?‘) sind großartig als Will’s Eltern und verbreiten eine wundervolle ‚wohlhabende‘ Aura.
Über Matthew Lewis als Lou’s egozentrischen Freund Patrick habe ich sehr gelacht und auch Brendan Coyle und Samantha Spiro machen als Lou’s Eltern einen guten Job.
Und Steve Peacocke, der Will’s Pfleger Nathan spielt, war neben Sam Claflin ein erfreulicher Anblick.
Der darf ruhig öfter in deutschen Kinos über die Leinwand flimmern!
Stimmig fand ich auch die allgemeine Farbgebung des Films und die Musik, die nie zu aufdringlich wurde, sondern das Geschehen unaufgeregt aber gut unterstützte.
Auch die letzten beiden Szenen des Films, die vom Schniefen des Publikums begleitet wurden, fand ich gut umgesetzt und vor allem dezent umgesetzt.
Der Film stellt, genau wie das Buch, nicht die Ethik hinter Will’s Vorhaben in Frage, sondern ist eher eine Liebesgeschichte mit einem Hauch von Mehr, aber das erwartet man auch nicht unbedingt und für mich ist ‚Ein ganzes halbes Jahr‚ eine gelungene Romanverfilmung und ich habe diesen Film sicher nicht zum letzten Mal gesehen!

Der englische Trailer

Der deutsche Trailer

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11 Antworten zu Ein ganzes halbes Jahr (Originalversion)

  1. Katja Kühnemundt schreibt:

    Hach, ein wundervoller Film und definitiv eines meiner Jahreshighlights ❤

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  2. DoomKitty schreibt:

    Vielleicht sehe ich ihn am Freitag auch 🙂 Und jetzt freue ich mich noch viel mehr drauf. ^^ Wenn meine beste Freundin keine Zeit dafür hat, dann muss halt doch mein Freund seine schluchzende Freundin trösten ;D

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  3. Herba schreibt:

    @Katja: Ja, das war gut angelegtes Kinogeld 🙂

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  4. Herba schreibt:

    @DoomKitty: Der arme Mann 😉 Ich weiß gar nicht ob in meinem Kinosaal Männer waren….

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  5. Elanor schreibt:

    Ich versuche verzweifelt, mit zwei Freundinnen einen Termin zu finden, um diesen Film zu sehen. Jetzt hoffe ich noch mehr, dass das klappt. Du hast mir richtig Lust gemacht. Da ich das Buch leider nicht gelesen habe, kann ich in dieser Hinsicht schon nicht enttäuscht sein. Ich habe übrigens schon von Männern gehört, die das Kino nach diesem Film in Tränen aufgelöst verlassen haben. Das bedeutet für mich: Taschentücher nicht zu knapp…

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  6. Herba schreibt:

    @Elanor: Das freut mich und ich drück die Daumen, daß ihr einen Termin findet!
    Ich fand die Umsetzung vom Buch zum Film sehr gelungen, bin aber der meinung, daß man den Film auch gut sehen kann ohne vorher das Buch gelesen zu haben.
    Daß die Geschichte Männer zum Weinen bringt wundert mich gerade etwas, auch wenn ich gar nicht so genau weiß warum, aber TaTüs einzupacken sollte man hier wirklich nicht vergessen. Selbst ich habe ja Tränchen verdrückt und ich weine eigentlich nicht in der Öffentlichkeit 🙂

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  7. Elanor schreibt:

    @ Herba: Es gibt tatsächlich auch Männer, die nahe am Wasser gebaut sind 😉 Kann das aus eigener Erfahrung bezeugen.

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  8. suzy schreibt:

    In der Rheinischen Post stand was von Happy End und ich fragte mich kurzfristig in welchem Film die wohl waren? Nach meiner Erinnerung hat das Buch keines. Aber ich bin gespannt!

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  9. Herba schreibt:

    @Elanor: Und ich dachte immer, die haben alle nur was im Auge 😉

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  10. Herba schreibt:

    @Suzy: Öhm, das frage ich mich nun auch. Vermutlich kommt es drauf an, wie man Happy End definiert, aber ich würde das definitiv nicht als Happy End bezeichnen!!!

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  11. Pingback: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #26 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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