Der Staat gegen Fritz Bauer

 
Der Film, der zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht, thematisiert Fritz Bauers (Burghart Klaußner) Anteil an der Ergreifung von Adolf Eichmann (Michael Schenk) in Argentinien, die Schwierigkeiten des Hessischen Generalstaatsanwalts in seiner eigenen Behörde und die Gerüchte, daß Bauer schwul gewesen sein könnte…
 

Wenn man so wie ich ein klein wenig historisch interessiert ist, kommt man am Namen Fritz Bauer früher oder später nicht vorbei und mittlerweile haben sich ja auch einige Filme mit dem deutschen Staatsanwalt beschäftigt, der durch seine Hartnäckigkeit die Frankfurter Auschwitzprozesse möglich machte und damit die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland einleitete.
Der Staat gegen Fritz Bauer“ beschäftigt sich allerdings nicht mit den Auschwitzprozessen, sondern vorrangig mit Bauers Suche nach Eichmann beziehungsweise mit einem allgemeinen Bildes des Anwalt und Menschen.
Den Blick darauf, wie Bauer damit umging, daß er sowohl aus der eigenen Abteilung, wo ihn Untergebene damit sabotieren, daß sie zum Beispiel Akten verschwinden lassen, als auch aus anderen Behörden keinerlei Unterstützung dabei bekam, ehemalige Nazis strafrechtlich zu verfolgen, fand ich sehr spannend.
Außerdem erschüttert mich immer wieder wie gut wir Menschen dabei sind, vor unangenehmen Wahrheiten wegzulaufen und jene, die das nicht zulassen wollen zum Schweigen zu bringen.
Ich glaube, daß Burghart Klaußner die Rolle relativ authentisch spielt, bis auf kleine kollerische Ausreiser, die ich mit dem bescheiden und zurückhaltend wirkenden Mann aus Originalaufnahmen nicht ganz in Einklang bringen kann.
Ronald Zehrfeld, der den jungen Staatsanwalt Karl Angermann spielt, fand ich, wenn er mit Klaußner agierte, auch überzeugend.
Allerdings hat er auch die undankbare Aufgabe die Hauptrolle im Rotlichtmilieu-Handlungsstrang spielen zu müssen, den ich wenig überzeugend geschrieben und unglaubwürdig umgesetzt fand, von daher kann ich Zehrfeld nicht uneingeschränkt loben.
Und leider läßt die Spekulation darüber, ob Fritz Bauer homosexuell war und auch die Beteiligung an der Suche nach Eichmann, seine eigentliche Lebensleistung, nämlich die deutsche, juristische Aufarbeitung des Holocaust in den Hintergrund treten.
Dazu kommt, daß Bauers Ausflüge nach Argentinien und Israel auf mich leicht langatmig wirkten.
Und so ist ‚Der Staat gegen Fritz Bauer‘ für mich zwar ein wichtiger Film (den das Wirken und die Courage von Fritz Bauer kann man nicht oft genug erwähnen und auch nicht genug loben!)nicht und durchaus auch sehenswert, aber ganz so preisen wie die deutschen Medien das teilweise getan haben, kann ich den Film dann doch nicht.

Der deutsche Trailer

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