Der Anruf von Olen Steinhauer

Im Jahr 2012 trifft der CIA-Agent Henry Pelham seine ehemalige Kollegin und Geliebte Celia Favreau wieder.
2006 versuchten sie zusammen mit ihrem Team eine Flugzeugentführung in Wien unblutig zu beenden, doch alle einhundertzwanzig Passagiere starben.
In einem Restaurant versucht Henry Celia zu verhören, um endlich herauszufinden, was damals schief lief. Ob dem erfahrenen Spion das gelingen wird?

Da einer meiner Lieblingsschauspieler gerade die Hauptrolle in einer Serie (Berlin Station) spielt, die Olen Steinhauer entwickelt hat, war ich natürlich neugierig auf Steinhauers Arbeit als Autor.
Und da ich nicht schon wieder eine Buchreihe beginnen wollte, kam mir der in sich abgeschlossene Thriller ‚Der Anruf‚ gerade recht.
Steinhauer hat einen gut lesbaren Schreibstil, allerdings machte mir am Anfang die undurchsichtige Handlung, die immer wieder zwischen 2006 und 2012 hin und her springt Probleme, doch irgendwann stellte sich dann doch ein gewisser Lesefluss ein.
Henry und Celia sind gute Hauptfiguren, Sympathien für einen oder Beide stellten sich bei mir jedoch nicht wirklich ein.
Das lag vermutlich vor allem daran, daß sie immer aus der Sicht des jeweils Anderen beschrieben werden und dabei auch Kritik geübt wird.
Sympathie braucht es aber auch nicht unbedingt, um gespannt darauf zu sein, was oder vielmehr wer für die vielen Toten bei der Geiselnahme verantwortlich war.
Und diesen Spannungsbogen webt der Autor so gekonnt, daß ich mehr oder weniger bis zur Auflösung keinen blassen Dunst hatte, wer den nun der Schuldige ist.
Um den Thriller in meinen Augen statt im guten Mittelfeld in den Überragend-Bereich einordnen zu können, hätte es für meinen Geschmack allerdings ein klein wenig mehr Action sein dürfen/müssen, als die Rekapitulation der Ereignisse in einem hippen kalifornischen Restaurant bot.
Aber unterhaltsam war das Buch vor allem wegen des Katz-und-Maus-Spiels zwischen den beiden Hauptfiguren allemal!

Die Homepage des Autors
Olen Steinhauer bei RandomHouse

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18 Antworten zu Der Anruf von Olen Steinhauer

  1. Guylty schreibt:

    Ah, hervorragend – da ist schon mal eine Einblick in die Arbeit des Drehbuchautoren fertig für uns zusammengefasst. Ich komm ja nie auf die Idee, mir andere Werke von Autoren, die mit Herrn *hüstel* arbeiten, auch reinzuziehen. Vielleicht sollte ich das aber mal tun. Mal schauen, ob es den Thriller auch als eBook gibt. Danke für die Review.

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  2. CraMERRY schreibt:

    Ich dachte beim bloßen Lesen der Überschrift, dass du mal wieder was Fanfiction-mäßiges hingelegt hast 🙂 Keine Ahnung warum. Muss an dem Bezug zu Herrn Hüstel liegen, den Guylty da erwähnt hat 😂 Ne, Quatsch beseite. Aber da du den Titel der Bücher, die du besprichst nicht in Gänsefüsschen setzt, entsteht so gerne mal ein neuer Kontext. Hat auch was 😝

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  3. nellindreams schreibt:

    Ah, da musste ich glatt 2x schauen, denn „All the old knives“ hatte ich Anfang des Jahres gelesen, der deutsche Titel sagte mir so gar nichts… Ich fand das Buch ein wenig ernüchternd, ein wenig zu „betulich“ vielleicht. Aber mit Überraschungen. Deine Kritik kann ich gut nachvollziehen – und hoffe (das war mein Eindruck nach dem Lesen des Buches), dass in seinem Berlin-Station-Plot mehr los ist. 😉

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  4. nellindreams schreibt:

    P. S. : Ich habe die Originalversion als E-Book gelesen.

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  5. Servetus schreibt:

    After reading this, I finally ordered one of his books from the library today — but I *did* pick a series. Milo Weaver. Mal sehen.

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  6. Herba schreibt:

    @Guylty: Muss ja auch nicht sein. Für mich als Buchwurm, der immer auf der Suche nach neuem Futter ist, liegt das halt nahe.
    Der Thriller ist auch als ebook erhältlich, allerdings ist das nur unwesentlich billiger als das Hardcover, da knirsche ich dann immer mit den Zähnen, weil ich das ein klein wenig unverschämt finde. Aber die Originalversion (All The Old Knives) ist recht günstig zu haben 🙂

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  7. Guylty schreibt:

    Oh, was ist denn der Unterschied zwischen der Originalversion und der neuen Ausgabe? Nur ein neues Cover?

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  8. Herba schreibt:

    @CraMERRY: Hihihi, du meinst ungefähr so:
    Herbas Telefon klingelt.
    H: „Ja bitte?“
    O: „Steinhauer mein Name, guten Tag. Ich bin Erfinder einer Serie namens ‚Berlin Station‘ und eine unserer Serienfolgen bei der eine aufwändige Entführung im Fokus steht ist beim Testpublikum durchgefallen. Die meinten da fehlte etwas Farbe, das war denen alles zu trist und grau-blau. Können Sie uns da weiterhelfen? Vielleicht mit ein paar Blumen oder so?“
    H: „Ist das ne neue Verarsche von FFH? Falls ja: NICHT komisch!!!“
    Die erboste Bloggerin legt auf und am anderen Ende der Leitung bleibt ein leicht verzweifelter Olen Steinhauer zurück, der nun darüber nachdenkt, doch Steven Spielberg anzurufen…

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  9. Herba schreibt:

    @Nell: Betulich trifft es hervorragend! 🙂

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  10. Herba schreibt:

    @Serv: I think this series got a lot of praise. Please let me know what you think about it!!!

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  11. CraMERRY schreibt:

    @Herba: etc.p.p. 😂

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  12. Herba schreibt:

    @Guylty: Nur die Sprache, das Original erschien auf Englisch und die (neue) Ausgabe, die ich gelesen habe, ist die deutsche Übersetzung.

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  13. Herba schreibt:

    @CraMERRY: Das müßte mir wirklich mal passieren, aber leider, leider ruft mich keiner auf der Bloggerhotline an *schwerseufz* 😉

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  14. CraMERRY schreibt:

    Kurz und knackig deine Fanfiction-Blog-Kommentar 👍 Bleibt halt bloß das Kopfkino 😂

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  15. Pingback: me + olen steinhauer #richardarmitage | Me + Richard Armitage

  16. Servetus schreibt:

    I’m in total agreement — his characters are pretty flat but the plot is extremely complex. It’s not often, after 30 years of reading these, that I am totally surprised by a late plot development in a thriller. Bodes well for Berlin Station.

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  17. Herba schreibt:

    @Serv: Yeah, hopefully there will be some nice twists for the plot of Berlin Station as well. Plus some elaborate characters!

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  18. Pingback: Bücher zu verschenken | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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