Beasts of no nation (Originalversion)

Westafrika, Gegenwart:
Agu (Abraham Attah), ein neinjähriger Junge, wohnt mit seinen Eltern in einem Dorf und führt ein relativ unbeschwertes Leben.
Doch als Agus Dorf vom Bürgerkrieg erreicht wird, ändert sich das Leben des Jungen für immer.
Seine Mutter (Ama K. Abebrese) flieht mit den jüngeren Geschwistern, doch Agu bleibt mit seinem älteren Bruder (Francis Weddey) und seinem Vater (Kobina Amissah-Sam) zurück und muss zusehen, wie die Beiden als Rebellenkollaborateure erschossen werden.
Agu selbst flieht in den nahen Dschungel und wird dort schließlich von den Rebellen unter der Führung von Commandant (Idris Elba) entdeckt und dazu gezwungen sich zum Kindersoldat ausbilden zu lassen…

Beasts of no nation‚ ist ein Film, der unter die Haut geht. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Uzodinma Iweala und zeigt das Schicksal von Kindersoldaten in Afrika.
Eindringlich, schonungslos, aber ohne Effekthascherei wird Abus Schicksal vor dem Zuschauer ausgebreitet. Dabei verzichtet der Film auf genauere Ortsangaben und so wird Abu zu einem Sinnbild für alle Kindersoldaten, die von Erwachsenen dazu gezwungen werden Krieg zu führen.
Dem Prozess, wie aus dem lustigen, warmherzigen Kind ein abgestumpfter, grausamer Soldat wird, zuzusehen, ist schmerzhaft und erschreckend und machte mir einmal mehr bewußt, wie gerne wir Westler die Augen vor Problemen in anderen Teilen der Welt verschließen.
Der vierzehnjährige Abraham Attah spielt diese Wandlung erschreckend gut und verdient jedes Lob, das er für diese Rolle bekommen hat!
Sein erwachsener Gegenpart Idris Elba als Commandant ist genauso gut und bescherte mir mehrfach Gänsehaut, weil dieser Mann so grausam, unbarmherzig und verkorkst ist und Elba das so großartig spielt.
Doch der Film predigt nicht oder schlägt dem Zuschauer, das was er fühlen soll, mit Hilfe von dramatischer Musik oder literweise Kunstblut um die Ohren.
Die Macher erzählen stattdessen ganz ruhig und unaufgeregt eine Geschichte und lassen diese für sich selbst sprechen. Dieses Konzept geht für mich (genau wie bei bei Spotlight) zu hundert Prozent auf und zeigt, daß man auch erfolgreich Filme drehen kann, ohne tief in die filmische Trickkiste greifen zu müssen.
Mich hat die Geschichte von Abu immer noch nicht losgelassen und macht mein Herz bei dem Gedanken daran, was wir Menschen uns gegenseitig antun, schwer.
‚Beasts of no nation‘ ist ein absolut sehenswerter Film, für den ich mir mehr Reichweite und ehrlich gesagt auch eine Anerkennung durch die Oscar-Jury gewünscht hätte, obwohl ich nicht so wahnsinnig viel auf Filmpreise gebe.
Und mehr möchte ich gar nicht dazu schreiben, außer vielleicht: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, unbedingt anschauen!!!

Der Trailer (mit deutschen Untertiteln):

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3 Antworten zu Beasts of no nation (Originalversion)

  1. suzy schreibt:

    Es gibt Filme die kann ich mir nicht ansehen. Weil sie so aktuell sind und ich weiss, dass die Story real ist.Ich befürchte dieses Thema gehört dazu 😦 Das übersteigt mein Fassungsvermögen an Leid. Aber danke für die Review 🙂

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  2. Herba schreibt:

    @Suzy: Das kann ich gut verstehen. Nichts zu danken! Über solche Filme zu schreiben hilft mirmich damit auseinanderzusetzen und letztendlich auch ein Stück beim Verarbeiten

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  3. Pingback: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #26 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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