Mandel-Apfel-Tiramisu

Ich bin kein großer Koch, aber dann und wann ereilt mich eine Art kulinarischer Größenwahn und ich möchte ein Rezept ausprobieren, das eigentlich viel zu aufwendig für meine sonstigen Kochkünste sind.
So ging es mir auch vor Weihnachten, als ich ausnahmsweise in einem der Kochbücher meiner Mutter blätterte und ein Rezept für Mandel-Apfel-Tiramisu entdeckte, das megalecker aussah.
Ich meine, wieso sollte man auch erstmal ein ’normales‘ Tiramisu ausprobieren und sich dann erst an der weit aufwendigeren Variante versuchen? Schließlich kommen nur die Harten in den Garten!!!

In meinem Urlaub zwischen den Jahren war es dann so weit und an einem sonnigen Vormittag entstand das besagte Tiramisu:

die gebräunten Mandelblättchen

die gebräunten Mandelblättchen


 
In einer Pfanne röstet man 200 g Mandelblättchen (ohne Fett) goldbraun an und läßt dann 500 ml Milch kurz aufkochen.
Dazu gibt man 100 g der angerösteten Mandelblättchen und stellt die Mandelmilch dann 1 Stunde zum Ziehen beiseite.
 
 

Wenn man Blattgelatine verwenden möchte, ist es nun Zeit 4 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einzuweichen. Da ich aber Sofortgelatine verwendet habe, konnte ich mir diesen Arbeitsgang sparen.

Das fertige Apfelkompott beim Abkühlen

Das fertige Apfelkompott beim Abkühlen

Für die Apfelkomponente des Tiramisu schält man 1 kg Äpfel (das Rezept empfiehlt Boskop), entkernt sie, schneidet sie in Stücke und beträufelt das Ganze mit 4 EL Zitronensaft.
In einem Topf werden nun 60 g Zucker hellbraun karamelisiert und mit 150 ml Apfelsaft abgelöscht.
Dabei nicht in Panik geraten, wenn der Zucker erstmal klumpt, wenn man den Apfelsaft draufschüttet! Einfach tapfer rühren, dann wird alles gut 😉
Bei mir war das übrigens das erste Mal wo ich gehörig ins Schwitzen kam und mich gedanklich schon fast vom benutzten Topf verabschiedet hatte. Aber ich hatte vorher auch noch nie Zucker karamelisiert….
Nun die Äpfel dazugeben und offen bei mittlerer Hitze so lange kochen, daß die Apfelstücke weich, aber nicht komplett zermatscht werden. Dann vom Herd nehmen und vollständig abkühlen lassen.
Meine Äpfel waren eher Mus als Kompott, weil sie beim Abkühlen ja immer noch Hitze haben und erstmal weiter zerfallen. Das tut dem Geschmack keinen Abbruch, aber wer es lieber stückig als breiig hat, sollte daran denken und die Äpfel lieber früher als später vom Herd nehmen!

Perfekt gelungenes Mandelmus :)

Perfekt gelungenes Mandelmus 🙂


Die Stunde, die die Mandelmilch durchziehen sollte, sollte nun auch vergangen sein, falls nicht kann man sich hinsetzten und so lange durchatmen bis es so weit ist.
Dann gießt man die Mandelmilch durch ein Sieb und läßt die Mandeln gut abtropfen, bevor man sie im Mixer/Blitzhacker oder wie in meinem Fall mit dem Pürierstab zu einem feinen Mus transformiert.
 

Die selbst hergestellte Mandelmilch wird mit 6 Eigelben und 80 g Zucker vermischt und über einem heißen Wasserbad „cremig-dicklich“ aufgeschlagen – das erste heiße (Küchen)Wasserbad meines Lebens und das zweite Mal an diesem Vormittag, dass ich ins Schwitzen kam!
Nun wird entweder die in Wasser aufgelöste Gelatine ausgedrückt und in der (hoffentlich) heißen Creme aufgelöst oder Sofortgelatine dazugegeben.
Außerdem fügt man nun das Mandelmus und 500 g Mascarpone hinzu und rührt die Masse glatt bevor man die Masse dann im kalten Wasserbad kalt rührt – das war das erste kalte (Küchen)Wasserbad meines Lebens und der Moment, wo ich mich fragte, ob mich die mich eigentlich verarschen wollen. Erst heiß, dann kalt…ja gehts noch????

Nach dem Kaltrühren stellt man die Masse 15 bis 20 Minuten kalt, bis sie leicht zu gelieren beginnt.
In meiner Küche war nun der kritische Moment gekommen, wo das Experiment zu scheitern drohte, denn auch nach 40 Minuten Kaltstellen gelierte bei mir nix.
Als alles Schwitzen, Flehen und Fluchen nichts half, kippte ich Sofortgelatine nach, verbannte die unkooperative Mandelmasse erneut in den Kühlschrank und erklärte Nichte, die wissen wollte, ob ich einen Plan B für den Fall hätte, dass die Mandelcreme nun gar nicht mehr aus der Schüssel gehen würde, gelassener als ich mich fühlte, daß das Zeug in dem Fall mit der Schüssel in den Müll wandern würde!

Die gelierte Mandelcreme endlich mit der Schlagsahne vereint

Die gelierte Mandelcreme endlich mit der Schlagsahne vereint


Ich weiß nicht, ob diese Androhung geholfen hat oder ob es die weitere Portion an Sofortgelatine war….auf jeden Fall gelierte die zickige Mandelsuppe doch noch zu Mandelcreme und ich konnte die Schlagsahne, die ich gefühlt Stunden vorher aus 300 ml flüssiger Sahne hergestellt hatte, unterheben.
 
 

glutenfreie Löffelbiskuit (von Schär) getränkt mit Espresso

glutenfreie Löffelbiskuit (von Schär) getränkt mit Espresso

Als nächstes wird der Boden einer Auflaufform (ca 34 x 24 cm, 6-7 cm hoch sind empfohlen) mit Löffelbiskuit ausgelegt (Zuckerseite nach unten) und mit 100 ml starkem Espresso beträufelt.
Dann verteilt man die Hälfte des Apfelkompotts auf den Biskuits und bestreut das Kompott mit den restlichen gebräunten Mandelblättchen. Die Hälfte der Mandelcreme darauf verteilen und glatt streichen. Darauf kommt eine weitere Biskuitschicht, das rechstliche Apfelkompott und die restliche Creme. Danach dann das Tiramisu abdecken, mindestens 4 Stunden kalt stellen und vor dem Servieren mit Kakaopulver bestäuben – fertig!

Bei mir stand das Endergebnis länger als vier Stunden im Kühlschrank und ich habe kein Kakaopulver zum Bestäuben genommen, sondern weitere angeröstete Mandelblättchen, aber ich denke das tut dem Geschmack keinen Abbruch.

Mandel-Apfel-Tiramisu made by Herba Die Mitesser bekamen strikte Order sich nicht zu sehr an den Geschmack zu gewöhnen, weils das sicher so schnell nicht wieder gibt :D

Mandel-Apfel-Tiramisu made by Herba
Die Mitesser bekamen strikte Order sich nicht zu sehr an den Geschmack zu gewöhnen, weils das sicher so schnell nicht wieder gibt 😀

Geschmeckt hat es wirklich total lecker!!!! Und wie viel ich beim Machen geflucht habe, geht ja keinen was an :mrgreen:

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Rezepte abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Mandel-Apfel-Tiramisu

  1. Guylty schreibt:

    Das sieht extremst lecker aus. Allerdings bin ich so faul, dass ich niemals deine Experimentierfreudigkeit und dein Durchhaltevermögen hätte! Trotzdem danke fürs Zeigen.

    Gefällt mir

  2. suzy schreibt:

    Sehr lecker! Ich komme vorbei 🙂
    Erst heiß dann kalt, so entsteht auch eine wahnsinnig leckere Mousse au chocolat ❤

    Gefällt mir

  3. Servetus schreibt:

    wow, I would never recommend a recipe like that to a novice cook — that step where you caramelize the sugar and then drench with apple juice is definitely not a beginner move. When you wrote that, my shoulders were already tense on your behalf. And then 2x bain-marie! You are really tough. And it looks fantastic.

    Gefällt mir

  4. jholland schreibt:

    You are a brave woman! Looks amazing! *Applause*

    Gefällt mir

  5. Esther schreibt:

    Ja, das war mutig! Und sieht auch noch toll und lecker aus!

    Gefällt mir

  6. Herba schreibt:

    @Guylty: Das hat meine Experimentierfreudigkeit was das Kochen angeht definitiv für die nächsten 12 Monate befriedigt 😉

    Gefällt mir

  7. Herba schreibt:

    @Suzy: Mousse au chocolat kann man auch hervorragend kaufen :mrgreen:

    Gefällt mir

  8. Herba schreibt:

    @Servetus: Me neither 😉 I have to admit that I read the recipe not very careful and was a little bit surprised when I was in the middle of making the tiramisu and realised the bain-marie-thingy, but that was a point of no return and I had to get on with it no matter what 🙂

    Gefällt 1 Person

  9. Herba schreibt:

    @jholland: Thank you dear. It tasted really good and the making sure was an experience 🙂

    Gefällt mir

  10. Herba schreibt:

    @Esther: Eher etwas unüberlegt, aber ist ja alles gut gegangen 😀

    Gefällt 1 Person

  11. Guylty schreibt:

    Immerhin – du hast experimentiert. Hut ab!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s