Welcome to Karastan

Emil Forester (Matthew Macfadyen) ist ein mehrfach ausgezeichneter, britischer Regisseur, der mittlerweile am Karrieretiefpunkt angekommen ist und nur noch durch die gescheiterte Ehe mit einer berühmten Schauspielerin Schlagzeilen macht.
Da kommt das Angebot am Filmfestival von Karastan (ein fiktiver Staat im Kaukasus) teilzunehmen gerade recht.
Und als Emil dann auch noch vom Staatspräsident Abashiliev (Richard van Weyden) das Angebot bekommt, das Nationalepos des Landes als aufwändiges Schlachtengetümmel mit dem Hollywoodstar Xan Butler (Noah Taylor) zu verfilmen, glaubt er im Filmhimmel gelandet zu sein.
Doch Butler hat seine besten Tage offensichtlich hinter sich, die Statisten werden vom Militär mit vorgehaltener Waffe zur Mitarbeit ‚überredet‘ und Chulpan (MyAnna Buring), die Frau, die ihn nach Karastan geholt hat, trifft sich mit merkwürdigen Gestalten.
Kann Emil trotzdem einen neuen, preiswürdigen Film drehen und den totalen Absturz verhindern?

Ich muss zugeben, daß ‚Welcome to Karastan‚ nur in meinem DVD-Player gelandet ist, weil Matthew Macfadyen mitspielt und einige Szenen ganz in meiner Nähe gedreht wurden (hessische Filmförderung machts möglich).
Ansonsten ist dieser, als schwarze Komödie beworbene Film, doch ziemlich weit weg von meinem sonstigen Filmgeschmack, daher hatte ich auch ziemlich niedrige Erwartungen.
Macfadyen ist gut gecastet und spielt den leicht naiven Künstler gekonnt und überzeugend.
Zwischendurch wußte ich öfter mal nicht, ob ich den armen Kerl drücken oder ihm lieber in den Hintern treten soll, weil er leicht treudoof durch den Balkanstaat stiefelt und davon überrascht wird, daß er überwacht und bedroht wird.
Und sein Gesicht, als er feststellen muss, daß das Festivalpublikum so rein gar nicht zu seinem experimentellen Kurzfilm paßt, war einfach göttlich!
Das war’s bei mir dann aber auch schon fast mit der Erheiterung beim Anschauen.
Ich konnte weder über die Statisten lachen, die dazu gezwungen werden bei Foresters Film mitzumachen, noch über den karastanischen Assistenten, der den Regisseur nicht ausstehen kann und ihn am liebsten zum Mond schicken würde, noch über Noah Taylors leicht durchgeknallten Hollywoodstar.
MyAnna Burings Rolle als undurchsichtige Einheimische hat mir so gar nicht gefallen, aber sie und der restliche Cast bieten eine solide schauspielerische Leistung.
Die versteckte Kritik an der Unterhaltungsindustrie, die sich weder an Armut noch an Unterdrückung an Drehorten stört, so lange die Produktion nicht gestört wird, ist sicher zum Teil berechtigt und in der heutigen Zeit könnte man wirklich meinen, daß die großen Gauner immer davonkommen – so wie der Präsident im Film, aber wie Forester sich am Ende verhält, hat mir so gar nicht gefallen.
Daher war ‚Welcome to Karastan‘ für mich keine komplette Zeitverschwendung, aber noch einmal anschauen werde ich mir den Film sicher nicht!

Der deutsche Trailer:

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5 Antworten zu Welcome to Karastan

  1. suzy schreibt:

    Matthew MacFadyen kann wunderbar trottelig und treudoof durch die Gegend schlurpen. Nach einer gewissen Zeit geht mir das aber auf den Keks, wie bspw. in Ripper Street.

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  2. Herba schreibt:

    @Suzy: Bei Ripper Street hat mich das irgendwann auch genervt, zum Glück wird er in Staffel 3 etwas tougher und der Treudoofblick hält sich in Grenzen

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  3. Liegeradler schreibt:

    In Karastan habe ich mich entsetzlich gelangweilt

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  4. Guylty schreibt:

    Der Trailer sieht ja noch ganz lustig aus (wobei das Ganze auf Englisch deutlich besser kommt als auf Deutsch). Sieht aber verdächtig nach einer Klamotte aus… Trotzdem danke für den Tipp.

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  5. Herba schreibt:

    @Guylty: Ich hab ihn mir auch kein zweites Mal angesehen, aber ich dachte mir vielleicht gibt es ja da draußen ein paar Macfadyen-Fans, die sich über den Tipp freuen 🙂

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