Das weiße Krokodil von K. T. Medina

Die Engländerin Tess Hardy wurde während ihrer Zeit beim Militär als Bombenräumerin ausgebildet.
Als ihr Exmann Luke in Kambodscha von einer Landmine getötet wird, reist Tess selbst nach Battambang, um dort für die selbe Hilfsorganisation wie Luke zu arbeiten und mehr über die Umstände seines Tod herauszufinden.
In Kambodscha angekommen trifft Tess auf eine Mauer des Schweigens von Lukes Kollegen und auf den ängstlichen Aberglauben der Eingeborenen, die das Minenfeld für das Reich des weißen Krokodils halten, das den Tod bringt.
Wird es Tess trotzdem erfahren, wieso Luke starb?

Dieser Thriller hat mich vor allem wegen des ungewöhnlichen Settings angesprochen. Schließlich habe ich nicht jeden Tag ein Buch in der Hand, das in Kambodscha spielt und das sich nebenbei mit der Landminenproblematik dort auseinandersetzt.
Das weiße Krokodil‚ ist K. T. Medina Debüt, das flüssig geschrieben ist und mit den Schilderungen eines Landes glänzen kann, das die Autorin selbst bereist hat.
Auch mit dem Thema Landminen kennt sie sich bestens aus und vielleicht sind ihre unverblümten Beschreibungen daher so eingängig und verstörrend gleichzeitig.
Ein ganzes Land leidet nach wie vor unter den Folgen der Schreckensherrschaft der Rote Khmer, viele Einwohner sind Opfer von Landminen und haben Gliedmassen und/oder Angehörige verloren, ganze Landstriche können weder betreten noch landwirtschaftlich genutzt werden, weil überall Minen liegen und die Armut ist entsetztlich hoch.
All das erfährt man in diesem Thriller und zudem geht die Autorin auch hart mit den westlichen Helfern ins Gericht, von denen so viele ins Land kommen und letztendlich nicht wirklich helfen, sondern die Bevölkerung ausbeuten.
Verpackt ist dies in eine Thrillerhandlung, die ich spannend fand, die es mir am Anfang durch die verschiedenen Schauplätze und Zeitebenen aber auch nicht einfach gemacht hat.
Tess ist eine gute Hauptfigur, weil sie zwar einen starken Frauentyp verkörpert, aber doch auch Probleme hat, verletztlich ist und nicht als knallharte, unkaputtbare Heldin dargestellt wird. Ich habe beim Lesen mit ihr gelitten, mit ihr Angst gehabt und war gespannt auf die Lösung der Geschichte.
Außerdem habe ich natürlich fleisig im Geist mitspekuliert, was Luke denn nun genau passiert ist und wer dafür verantwortlich ist und auch wenn ich manche Puzzleteile irgendwann an die richtige Stelle schieben konnte, kam ich doch nicht ganz auf die Auflösung.
Insgesamt halte ich ‚Das weiße Krokodil‘ für einen gut gemachten, spannenden Thriller, den man gut lesen kann, der den Leser unter Umständen noch etwas beschäftigt und den ich durchaus weiterempfehlen würde!

Die Homepage der Autorin
K. T. Medina bei RandomHouse

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4 Antworten zu Das weiße Krokodil von K. T. Medina

  1. suzy schreibt:

    Das hört sich richtig spannend an! Nicht zuviel Militär in der Geschichte?

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  2. Herba schreibt:

    @Suzy: Nein, eigentlich gar nicht. Tess, Luke und ein paar der anderen Bombenräumer haben zwar eine militärische Ausbildung und das wird mal erwähnt, aber an sich kommt kein Militär vor.

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  3. linnetmoss schreibt:

    „Tess Hardy“ is an interesting name for a heroine. Sounds like a reference to Thomas Hardy and „Tess of the D’Urbervilles“!

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  4. Herba schreibt:

    @linnetmiss: Ha! Now I know why her name sounded so familiar *lol*

    Gefällt 1 Person

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