James Bond – Spectre (Originalversion)

Bei einer nicht autorisierten Mission in Mexiko-Stadt verhindert James Bond (Daniel Craig) ein Bombenattentat in einem Stadion. Allerdings kollabiert dabei ein ganzer Häuserblock und Bond wird von M (Ralph Fiennes), der gerade um das Weiterbestehens des Doppelnullprgramms kämpft und keine Zeit für Bonds Eskapaden hat, suspendiert.
Doch der Doppelnullagent läßt sich nicht bremsen und reist von London nach Rom, wo er allein auf sich gestellt über die Verbrecherorganisation Spectre stolpert.
Wird es James Bond einmal mehr gelingen, unbeschadet den Kampf gegen Terroristen und Verbrecher zu überstehen?

Achtung Spoiler!!!
Nach ‚Skyfall‘ (meinen Blogpost dazu findet man hier) waren die allgemeinen Erwartungen an ‚Spectre‘ megahoch und natürlich war auch ich gespannt, was bei der erneuten Zusammenarbeit zwischen Daniel Craig und Sam Mendes herauskommen würde.
Allerdings versuchte ich bewußt meine Erwartungen herunterzuschrauben, denn ‚Skyfall‘ zu toppen, würde in meinen Augen schwierig werden.

Die Anfangssequenz in Mexiko-Stadt am Tag der Toten fand ich sehr beeindruckend, wenn mir die Aktionszenen im Helikopter auch eine Spur zu sehr an den Haaren herbeigezogen waren.
Danach schaffte es die anschließende Titelliedsequenz vollkommen unerwartet mich etwas mit dem Titelsong des Films ‚Writing’s On The Wall‚ von Sam Smith zu versöhnen, den ich beim ersten Anhören einfach zu schrill fand.
In Zusammenspiel mit Craigs nacktem Oberkörper Bond in Aktion und vielen Gesichtern aus Bonds Vergangenheit hat er mir dann doch gefallen oder mir wenigstens nicht mehr in den Ohren geklingelt.

London ist für meine Begriffe sehr schön als Schauplatz inszeniert, aber das hat mir auch schon in Skyfall wahnsinnig gut gefallen.
England ist eben die Heimat von Bond und Schauspieler wie Ralph Fiennes, Naomie Harris und Rory Kinnear sorgen dann noch für das besondere britische Flair.
Leider hat Kinnear ja nie viel zu tun und auch Harris wurde dieses Mal eher zum formschönen Herumstehen verdonnert, als selbst aktiv zu werden, wie man das aus Skyfall gewohnt war, was ich schon als kleine Verschwendung von Talent ansehe.
Dafür durfte Ben Whishaw alias Q dieses Mal in den Ausseneinsatz und lieferte sich mal wieder den ein oder anderen humorvollen Dialog mit 007.
Auch M/Fiennes hatte dieses Mal ein wenig mehr zu tun und nach der Eröffnung, daß er auch eine Doppelnull ist/war, hoffe ich, daß Fiennes dem Franchise noch ein wenig erhalten bleibt und er Gelegenheit dazu bekommt seinen Charakter weiter auszubauen!
Ebenfalls unter ‚verschenktes Talent‘ verbuchen würde ich den Auftritt von Andrew Scott als C.
Ich hatte mich über seine Aufnahme in den Bondcast sehr gefreut und einiges erhofft, aber leider ist seine Figur zwar mächtig, aber ansonsten eher blass, auch wenn er zwei oder drei ganz nette Sätze mit M wechseln darf.
Natürlich kann man von einem Bondfilm keinen großen Tiefgang erwarten, aber gerade bei C fehlte mir die nähere Beleuchtung der Motive für sein Handeln.
In Gegensatz dazu erfährt man im Lauf des Films recht genau was Christoph Waltz alias Franz Oberhauser antreibt.
Allerdings fehlte mir in seiner Darstellung ein wenig Würze. Von dem Mann, der so genial in Inglourious Basterds aufspielte, hatte ich einfach erwartet, daß er ein wenig mehr ‚auf die Kacke haut‘.

Die Inszenierung von Rom – ich liebe diese Stadt – fand ich großartig und die Verfolgungsjagd der beiden schnittigen Edelkarossen durch die nächtlichen Straßen der ewigen Stadt einfach wundervoll anzuschauen, besonders die Sekunden, wenn Bond auf den Petersplatz zurast und dann zum Tiber hin abbiegt!
Schön wäre es gewesen, wenn Monica Bellucci alias Lucia Sciarra genauso hätte glänzen können, aber eine der beiden Bonddamen zieht ja immer den Kürzeren, was Screentime und Wichtigkeit angeht und ich fürchte La Bellucci hat definitiv das kürze Hölzchen gezogen.
Naja, hauptsache Daniel Craig war begeistert von ihr und ihrer Schauspielkunst…
Léa Seydoux als Madeleine Swann hingegen darf einige Szenen mit Bond teilen und macht ihre Sache für mich recht gut.
Mir war sie im Vorfeld vollkommen unbekannt und sie hat mich wirklich überrascht, sowohl mit ihrer Ausstrahlung, die ich auf Fotos eher nichtssagend und im Film dann sehr gut fand, als auch mit ihrem Können. Ob sie sich schauspielerisch nach Bond durchsetzten wird, muss man sehen, aber sie hat definitiv Talent.
Zu Dave Batista, der den zweiten Bösewicht spielt, fällt mir leider nicht viel ein, außer dass seine Kampfszene im Zug sehr nett choreographiert war und dass er den vorhersehbaren Verbrechertod stirbt.

Über die Länge des Films hat man im Vorfeld ja einiges lesen können, aber ich muss sagen, daß ich mich zu jeder Zeit der 147 Minuten gut unterhalten gefühlt und mich nie gelangweilt habe.
Gut, man kann über die Logik mancher Begebenheiten streiten (Bond besiegt nen Typ der doppelt so breit und drei Köpfe größer ist ohne auch nur zu bluten; Bond steigt mit Madeleine am Arsch der Welt in ein fremdes Auto, um sich zu einem Typ chauffieren zu lassen, der sie abmurksten will; Oberhauser quält Bond mit elektrischen Nadeln, die er ihm in den Schädel bohrt und er hat weder Ausfallerscheinungen, noch fließt dabei Blut, etc.) aber bei einem Bondfilm nach Logik und Machbarkeit zu suchen ist vermutlich genauso sinnvoll wie sich bei einem Vampirfilm über fehlenden Realismus zu beschweren.
Und daher kann ich als Fazit für mich ziehen, daß mir Skyfall besser gefallen hat, ich Spectre aber auch für einen guten Bondfilm halte!

Oh und auch wenn es mich schmerzt das zu schreiben: Wenn Craig keinen Bond mehr dreht wäre Spectre ein guter Abschluss und meiner Meinung nach auch die Gelegenheit zu einem bestehenden Team (Fiennes, Harris, etc.) einen neuen Bondschauspieler einzuführen.
Trotzdem hoffe ich natürlich, dass ‚mein‘ Bond noch mindestens einen Film dreht!!!

Der englische Trailer:

Und der Vollständigkeit halber auch der deutsche:

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9 Antworten zu James Bond – Spectre (Originalversion)

  1. Esther schreibt:

    Danke für die Filmkritik! Ich bin kein riesiger Bond Fan, habe aber glaube ich fast all Bond Filme gesehen. 🙂 Skyfall hat mir gefallen, bin gespannt, ob dieser mir auch gefällt.

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  2. Hariclea schreibt:

    na, das klingt aber ziemlich gut, mal sehen ich hoffe ich schaffe es nachste Woche oder am Wochende hinzukommen 🙂 Auf Rom bin ich besonders gespannt 🙂

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  3. suzy schreibt:

    Mir ging es bei vielen Dingen ähnlich wie Dir. Die Anfangessequenz (vor der Hubschrauberszene), die Bilder in London und v.a. in Rom fand ich toll, das Autorennen durch die engen Straße von Rom und am Tiber entlang hat richtig Spaß gemacht. Das war es für mich dann aber auch schon. Mir hat der Spannungsbogen gefehlt, zwischen Léa Seydoux und Craig hat es nicht gefunkt, wie das funktionieren kann haben wir in Casino Royale gesehen und die Bettszene mit Monika Bellucci fand ich völlig überflüssig und wenig glaubhaft.
    Von Christoph Waltz Rolle habe ich mehr erwartet, es ist zwar wunderbar gruselig wenn seine Stimme aus dem Off ertönt aber er kommt lange nicht an Javier Bardem mit seiner perfiden Bösartigkeit ran, da hat Bond sich selbst hohe Maßstäbe gesetzt 😦 Die Erklärung, dass er für alles verantwortlich sei was Bond je erfahren ist fand ich völlig an den Haaren herbeigezogen.
    Was mir gut gefallen hat waren die Einsätze von Q,M und Miss Moneypenny, das hätte gerne noch mehr sein dürfen. Auf C war ich gespannt, ich mag Andrew Scott v.a. aus Pride aber der hatte ja nicht viel zu sagen.
    Obwohl ich mich gefragt habe wie sie es geschafft haben, das Auto (die Karosse sehen wir ja kurz) so schnell fertig zu stellen, das können ja höchstens 2 oder 3 Tage gewesen sein, schreiben wir es mal Q´s unglaublichen Fähigkeiten zu, habe ich mich sehr gefreut dass dieses wieder zum Einsatz kommen kann 🙂
    Bei der nachfolgenden Diskussion war sich die Familie einig, dass bei einem familieninternen Ranking der 4 Craig Bonds dieser auf Platz 3 landet…….

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  4. RuleBritannia schreibt:

    Sehe ich ganz genauso, bis auf den Song, ich kann das „Gejammere“ von Sam Smith einfach nicht leiden… Sorry…
    Skyfall ist einer der besten Bond Filme, aber Spectre hat mir auch sehr gut gefallen.

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  5. butmadnorth schreibt:

    Léa Seydoux war echt extrem blass und Waltz wiederholt sich jetzt schon an der Grenze der Mühseligkeit, aber sonst fand ich den Film super. Blöderweise hatte ich gerade bei ‚Now we know what C stands for‘ einen Schluck vom Eistee gemacht; bad timing 😉

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  6. Herba schreibt:

    @Suzy: Bin neugierig: Welche Filme sind denn wo auf eurem Ranking?

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  7. Ruhrköpfe schreibt:

    Nun habe ich ihn gesehen und fand ihn sehr gut: 147 Minuten gute, spannende Unterhaltung ohne Längen. Der Titelsong war nicht mein Ding.
    Ein weiterer Bond mit Daniel Craig würde mich freuen. Ich kann jedoch verstehen, wenn ihm das viele Training für diese körperbetonte Rolle einfach zu viel wird…

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  8. Uinonah72 schreibt:

    Habe ihn am Samstag auch endlich gesehen. Allerdings hatte das Thema Anschläge und Terrorabwehr aus aktuellem Anlass einen recht bitteren Beigeschmack. Den Titelsong fand ich nicht so schlecht, wie ich erwartet hatte. Er passte ganz gut zu den Bildern des Vorspanns, auch wenn der Ton recht „un-bond-ig“ ist. Auf Ralph Fiennes als M habe ich mich gefreut und wurde nicht enttäuscht. Hoffentlich bleibt er noch eine Weile. Insgesamt hat mir der Film gut gefallen, ein würdiger Nachfolger von Skyfall.

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  9. Herba schreibt:

    @Uinonah72: gruselig, wie sich manchmal Fiktion bewahrheitet 😦
    Fiennes war großartig, oder? Wie Du hoffe ich, dass er weiterhin dabeibleibt und immer mal wieder aktiv mitmischen darf!

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