The Importance of Being Earnest (Theater im Kino)

Am 9.10. gab es im Kino meines Vertrauens mal wieder eine Theater-Übertragung. Dieses Mal aus dem Vaudeville Theatre und ich war natürlich dabei.
Gezeigt wurde Oscar Wildes Komödie ‘The Importance of Being Earnest‘.

Und darum geht es:
Die beiden jungen, englischen Lebemänner Algernon (Philip Cumbus) und Jack (Michael Benz) haben beide unabhängig voneinander eine Ausrede erfunden, um sich ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen zu entziehen und ihren Vergnügungen nachgehen zu können.
Algernon hat den kranken Freund namens Bunbury kreiert, den er regelmäßig auf dem Land besucht und Jack muss wegen seinem liederlichen, jüngeren Bruder Earnest, den es nicht gibt, in die Stadt.
Als John, der in der Stadt als Earnest auftritt, sich in Algernons Cousine Gwendolen (Emily Barber) verliebt, Algernon auf dem Land als Earnest sein Herz an Jacks Mündel Cecily (Imogen Doel) verliert und sich auch noch Algernons Tante Lady Bracknell (David Suchet) einmischt, ist das Chaos perfekt…

Ich habe Oscar Wildes Komödie nie gelesen, kenne allerdings die Geschichte durch die Verfilmung mit Colin Firth und Judi Dench.
Als ich hörte, daß der wundervolle David Suchet Lady Bracknell spielen und das Ganze im Kino übertragen wurde, war klar: Das muss ich sehen!
Und ich muss sagen, daß Suchet mich nicht enttäuscht hat.
In einem kurzen Einspieler vorm Beginn der Übertragung erzählt er, daß diese Rolle sehr, sehr schwierig für ihn war, schließlich spielt man als Mann nicht jeden Tag eine Frau.
Seine Lady Bracknell sieht großartig aus, tritt sehr bestimmt auf und hat in ihrer Ehe und auch ihren Verwandten gegenüber die Hosen an.
Ich bin mir sicher, daß die tägliche Maske vor dem Stück sehr anstrengend für Suchet war, aber er sieht in Kleid und mit Hut wirklich imposant aus!
Leider hat Lady Bracknell nicht ganz so viele Szene, wie ich mir eigentlich gewünscht hätte.
Die wundervollen Kleider der Lady sowie alle anderen Kostüme passen perfekt in die liebevoll gestaltete Kulisse und boten ein Fest für die Augen.
Philip Cumbus und Michael Benz als Algernon und Jack haben mir auch sehr gut gefallen, wobei besonders Cumbus sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen darf und mit sehr viel Spielfreude über Bunburying und die schönen Dinge des Lebens referiert.
Ein Pferdefuss in der Inszenierung waren für mich leider Emily Barber und Imogen Doel, die Gwendolen und Cecily spielen.
Wärend die eine (Barber) mit leicht schriller Stimme sprach, ging mir die andere (Doel) mit ihrem überzogenen kindlichen Getue auf den Geist.
Beides war sicher Absicht und will auch gekonnt sein, war aber einfach nicht mein Fall.
Michele Dotrice als kernige Erzieherin Miss Prism hat mir dagegen wieder sehr gut gefallen.
Als dann nach der zweiten kurzen Pause im dritten Akt die Technik versagte und es im Kinosaal nur Ton aber kein Bild gab, war meine Theaterstimmung irgendwie zerstört und so konnte ich das Ende nicht mehr komplett genießen, auch wenn das Bild nach ein paar Minuten wieder da war.
Insgesamt war es durchaus ein lustiger Theaterabend im Kino, aber im Vergleich zu ‚The Beaux Stratagem‚, das ich knapp einen Monat vorher gesehen hatte und das mir sehr, sehr gut gefallen hatte, verlor diese Inszenierung von Wildes Komödie leider doch etwas.

Wie es meiner Begleitung Pö gefallen hat, könnt ihr hier nachlesen.

Die Homepage zur Inszenierung (mit Produktionsbildern, Videos und vielem mehr)

Ein kurzer Trailer

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11 Antworten zu The Importance of Being Earnest (Theater im Kino)

  1. Servetus schreibt:

    Too bad — this is such an enjoyable play.

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  2. Herba schreibt:

    @Serv: Yes, that’s right. I mean I enjoyed it but not as much as I hoped…

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  3. suzy schreibt:

    Wir haben uns auch köstlich amüsiert und wir hatten keine Tonprobleme 🙂 Bei den Stimmen der Damen ging es mir ähnlich, ich glaube aber auch dass es gewollt war. 🙂

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  4. Herba schreibt:

    @Suzy: So viel zu der Aussage unsres Kinos es wäre ein Problem aus London und sie könnten nichts dafür *grummel*
    Gut, daß ich nicht in dieser Zeit gelebt habe, da wäre ich eine von den Damen mit ständigen Kopfschmerzen gewesen ;)))

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  5. suzy schreibt:

    Nix Problem aus London 😦 Ja das ist auf die Dauer nicht zu ertragen. Schade, dass es keine Interviews gab wo man die Damen mal #normal erlebt hätte 🙂

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  6. Herba schreibt:

    @Suzy: hauptsache erstmal rausgeredet….
    Auf der Homepage zum Stück, die ich in meinem Post verlinkt habe, gibt es unter ‚Gallery‘ verschiedene Videos, auch ein ‚Meet the cast‘. Allerdings kann ich nicht sagen wie ergiebig das in Bezug auf die Damen ist.

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  7. KirstenSE schreibt:

    Super Deine Eindrücke zusammengefasst! Kann Dir nur in allen Punkten zustimmen! Ich war allerdings weniger genervt, da in besonders guter Stimmung, weil ich das Ticket geschenkt bekommen hatte! Und es war einfach eine Freude Phil Cumbus in einer so großen Rolle sehen zu können! Er war ja Martin Freeman’s Understudy bei Richard III – ich hätte ihn sehr gerne in der Rolle gesehen!

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  8. Herba schreibt:

    @KirstenSE: Danke! Ein geschenktes Ticket ist natürlich wirklich Grund zur Freude 🙂

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  9. Die Poe schreibt:

    „It has always been a girlish dream of mine to love a man named Ernest“ herrliches Stück, ich mag Oscar Wilde sehr gerne!

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  10. Herba schreibt:

    @Poe: Ich auch, der sollte viel öfter aufgeführt werden!

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