Die stille Kammer von Jenny Blackhurst

Susan Webster hat ihren zwölf Wochen alten Sohn Dylan getötet. Sie wird zu drei Jahren in einer psychatrischen Klinik verurteilt, ihr Mann läßt sich von ihr scheiden.
Als sie entlassen wird, ändert sie ihren Namen in Emma Cartwright und zieht in eine Kleinstadt nahe Manchester, wo niemand von ihrer Vergangenheit weiß.
Doch eines Tages liegt ein Brief vor Emmas Tür, der an Susan Webster addressiert ist und das Bild eines dreijährigen Kindes enthält, daß mit ‚Dylan, 2013‘ beschriftet ist.
Erlaubt sich da jemand einen makabren Scherz mit ihr, oder ist ihr Sohn noch am Leben?

Die stille Kammer‚ war ein Spontankauf, weil mich der Klappentext neugierig gemacht hat.
Wie kann es denn bitte sein, daß eine Mutter ihren Säugling erstickt, dafür dann auch schuldig gesprochen wird und trotzdem ins Grübeln kommt, ob ihr Sohn noch lebt, wenn sie einen anonymen Brief vor der Haustür findet???
Natürlich kann ich nicht ins Detail gehen, denn das würde zu viel verraten, aber die Autorin hat durchaus einen halbwegs schlüssigen Plot entworfen.
Jenny Blackhurst hat einen gut lesbaren, eingängigen Schreibstil und erzählt die Handlung in drei verschiedenen Zeitebenen, die man gut auseinanderhalten kann.
Susan/Emma ist eine Hauptfigur, die für eine schreckliche Tat bestraft wurde und mit der man doch Mitleid entwickelt, vielleicht weil sie selbst am meisten unter dem Tod ihres Sohnes und ihrer Tat leidet.
Auf ihr ruht auch der Fokus der Geschichte und die anderen Figuren sind eher nebensächlich.
Als Schauplatz hat die Autorin England gewählt, allerdings konnte ich kein besonderes Landesflair spüren, was ich aber nicht als besonders schlimm empfunden habe.
Was mich etwas gestört hat, war die Ich-Perspektive, aus der erzählt wird – mit diesem Stilmittel werde ich meist nicht so richtig warm – und die Vorhersehbarkeit, die sich für mich ab der Hälfte der Geschichte eingeschlichen hat.
Die Auflösung kam für mich dadurch nicht mehr wirklich überraschend und macht das Buch daher leider nur zu einem durchschnittlichen Leseerlebnis.

Jenny Blackhurst bei Bastei Lübbe
Jenny Blackhurst bei ‚CrimeFiles‘

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