Monuments Men – Ungewöhnliche Helden

Frank Stokes (George Clooney), ein amerikanischer Kunstprofessor, kann den amerikanischen Präsidenten während des 2. Weltkrieges davon überzeugen, daß es nötig ist, sich um die Beutekunst zu kümmern, die von den Nazis verschleppt wurde.
Zusammen mit sechs anderen Kunstsachverständigen reist Stokes nach Europa und begibt sich dort auf die Spur der gestohlenen Kunstwerke. Dabei haben die sieben Männer nur wenig Unterstützung und geraten mehr als einmal zwischen die Fronten.
Wird es ihnen trotzdem gelingen Kunstwerke wie die Brügger Madonna an die rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben?

Die Frage nach Schutz für unersetzbare Kunstwerke in Kriegszeiten scheint gerade aktueller denn je, wenn man sieht, daß der IS ganze Stätten, die als Weltkulturerbe galten, zerstört.
Allerdings scheint mir persönlich das Ganze ein allgemeines Problem in Zeiten des Krieges zu sein und sollte nicht an einer bestimmten kriegspartei festgemacht werden.
Aber ich schweife ab.
Durch ‚Monuments Men‘, der ja auf Tatsachen beruht, wurde 2014 auf das Problem medienwirksam und massentauglich aufmerksam gemacht und eine Diskussion, wie man mit Beutekunst umgehen sollte, wurde wieder ein klein wenig lauter geführt.
Zu mehr reicht es aber leider nicht, denn der Film wirkt stellenweise wie ein Werbefilm für Edel- bzw. Heldenmut.
Das Thema wird unterhaltsam aufbereitet und es hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht, Leuten wie Clooney, Matt Damon, Cate Blanchett und Jean Dujardin zuzuschauen, aber der Film hat mich nicht nachhaltig beeindruckt.
Gut gefallen haben mir die kleinen Prisen Humor, die zwischendurch das Geschehen etwas auflockern.
Und wenn dann noch die Mitkucker den Lord von Downton Abbey alias Hugh Bonneville als Castmitglied identifizieren und zwei Quotendeutsche die Obernazis spielen, ist die Filmwelt in Ordnung und ich habe mich knapp 2 Stunden lang leidlich unterhalten gefühlt.
Letztendlich bleibe ich aber mit der Frage zurück, ob für dieses wichtige Thema, bei dieser Schauspielriege nicht mehr drin gewesen wäre!

Der deutsche Trailer:

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5 Antworten zu Monuments Men – Ungewöhnliche Helden

  1. Moxica schreibt:

    Hy! Ich kann nachempfinden, wie es dir bei dem Film ging. Habe ihn vor ein paar Wochen im Kino gezeigt und hatte im Vorfeld positives und negatives gehört. Ich dachte, bei so einer Rige an Schauspielern kann das kein so schlechter Film sein, aber im Nachhinein fand ich ihn dann doch eher unbefriedigend. In Anbetracht der Zeit und der Millionen von Toten fand ich den Film zu oberflächlich und zu humorvoll. Da reisen ein paar lustige Kameraden in Europa umher, als machen sie eine Sonntagsspazierfahrt ins 20 Kilometer entfernt Nachbarort. Ein Flug übers nächtliche Paris und ein paar Sehenswürdigkeiten werden auch noch mitgenommen, aber ich fand es geschmacklos, dass die Herren einen Aufstand machen um so ne Marienstatue aus Brügge und die schrecklichen KZs mit ihrer Menschenvernichtung werden eher ausgeblendet. Natürlich ist es schlimm, wenn Kunstdenkmäler zerstört werden, aber das waren Kriegszeiten. Vielleicht lese ich irgendwann mal das Buch, denn das soll um Längen besser sein als der Film.

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  2. franziska-t schreibt:

    Mir ging es ähnlich. Viel Pathos vor seichter Kriegskulisse.

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  3. Herba schreibt:

    @Moxica: Dass sich der Film nur auf die Suche nach der Kunst beschränkt fand ich nicht so schlimm, sondern genau so zu erwarten, denn das war nunmal das zentrale Thema des Films.
    Ob man sich um leblose Dinge sorgen sollte, statt sich darauf zu konzentrieren Menschenleben zu retten, wird ja auch im Film thematisiert und die Antwort auf diese Frage fand ich eigentlich ganz befriedigend umgesetzt. Natürlich sind Kunstwerke nicht wichtiger als ein Menschenleben. Sie sind aber Teil der Identität von Menschen und wenn man zuläßt, daß Kunstwerke zerstört werden, läßt man zu, daß die Identität der Menschen wirklich und unwiederbringlich ausgelöscht wird – genau das, was die Nazis wollten…

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  4. Guylty schreibt:

    Kann dir nur zustimmen, Herba. Selten hat mich ein Film so sehr enttäuscht wie dieser. Ich habe ihn im Kino gesehen und fand ihn langweilig bis banal. Und gar nicht mal, weil ich finde, dass man Krieg nicht unterhaltsam machen darf, oder weil die Rettung von Kunst neben der Rettung von Menschenleben unwichtig erscheint. Ich fand die Story einfach nur zu hollywoodesk aufbereitet. Und außer den paar Szenen, die im Trailer bereits vorab verwurstet waren, gab der Film nicht Gutes mehr her. Schade – bin ansonsten immer sehr Clooney-phil…

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  5. Herba schreibt:

    @Guylty: Clooney-phil ist ein schönes Wort 🙂 Das geht mir auch so, es sei denn ein ganz junger Clooney spielt bei Mord ist ihr Hobby mit, davon kriege ich abwechselnd Kicherkrämpfe und Umschaltzwang 😉

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