Das Mädchenopfer (Inspector McLean #1) von James Oswald

Der relativ frisch gebackene Detective Inspector Anthony McLean hat es nicht leicht auf seiner Wache, denn er kommt aus gutem Haus und hat sich außerdem den ranghöheren Polizisten Duguid zum Feind gemacht.
Als Tony im Keller eines alten Hauses die circa 60 Jahre alte Leiche eines jungen Mädchens findet, der die Organe entnommen und dann im Raum verteilt wurden, findet beginnt die Suche nach dem Mörder, der vielleicht selbst schon nicht mehr lebt.
Während der Ermittlung ergeben sich plötzlich Parallelen zu einer aktuellen Mordserie und das Team rund um Tony gerät schnell an seine Grenzen.
Wird es ihnen trotzdem gelingen die alten und neuen Morde aufzuklären?

Dass James Oswald mit ‚Das Mädchenopfer‚ seinen Debütroman abliefert, habe ich beim Lesen zu keiner Zeit gemerkt.
Der Autor entwirft routiniert Figuren und Mordszenarien, die es verstehen den Leser zu fesseln.
Tony McLean fand ich direkt sympathisch, aber auch irgendwie geheimnisvoll, weil der Autor immer wieder kleine Informationen über die Figur einstreut, mit denen man als Leser erstmal nichts anzufangen weiß, die aber neugierig darauf machen, mehr über den Menschen Anthony zu erfahren.
Und nach und nach wird klar, daß Tony in seinem Leben schon einiges mitgemacht hat. Erstaunlicherweise ist er trotzdem kein gramgebeugter Charakter, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten und dunklen Momenten, aber eben auch noch fähig zu lachen und zu lieben.
Polizist ist er quasi aus Leidenschaft und wenn er sich einmal in einen Fall verbissen hat, fällt es ihm schwer, locker zu lassen, egal was seine Vorgesetzten davon halten. Das birgt einiges an Konfliktpotential und liefert so manch amüsante Dialogzeile.
Immer wieder fließt auch Tonys Privatleben in die Geschichte ein, was der Figur weitere Tiefe verleiht und mir sehr gut gefallen hat.
Die Mordermittlung fand ich sehr spannend geschrieben, auch wenn ich das hohe Leichenaufkommen teilweise etwas übertrieben fand.
Die Beschreibungen der blutigen Details waren für mich als Thrillerfan nicht zu blutig oder zu effektheischend, sondern der Geschichte und dem Spannungsbogen angemessen.
Ein weiteres Plus für Oswalds Debüt ist in meinen Augen der leichte mythische Einschlag, der nur angedeutet wird und Raum bietet, um diesen Ansatz in weiteren Teilen der Reihe wieder aufzunehmen und auszubauen.
Insgesamt war ‚Das Mädchenopfer‘ für mich ein unterhaltsames Leseerlebnis, das ich Fans von Thrillern und englischen Krimis jederzeit weiterempfehlen kann.
Und ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Tony McLean.

Die Inspector-McLean-Reihe:
Das Mädchenopfer
Asche zu Asche, Blut zu Blut
Der dunkle Ort der Seele
Die Gräber der Vergessenen

Die Homepage des Autors
James Oswald bei RandomHouse

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