Ein einziger Kuss (Rosamunde Pilcher)

Valentine Whiteley (Katja Weitzenböck) ist die erfolgreiche Autorin von Familienratgebern.
Um den Haushalt und die drei gemeinsamen Kinder kümmert sich Ehemann Nicholas (Rupert Graves), der seine Karriere als Regisseur deshalb zurückgestellt hat.
Am Geburtstag des gemeinsamen Sohn Dylan (Harry Wood) eröffnet Nicholas Valentine aus heiterem Himmel, daß er unglücklich ist und die Scheidung möchte. Valentines Welt liegt daraufhin in Trümmern, ihre Kinder entfremden sich, ihre Karriere geht den Bach hinunter.
Wird es ihr trotzdem gelingen, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen?

Rosamunde Pilcher gilt ja mittlerweile als Inbegriff der rosarote, gefühlsduselige, kitschige Schmonzetten, die man nur liest/anschaut, wenn man irgendwelche gefühlsmäßigen Defizite hat und vermutlich sind gerade die Verfilmungen an diesem Image nicht ganz unschuldig.
Ich dürfte so circa 13 oder 14 gewesen sein, als ich meinen ersten Pilcher gelesen habe und habe danach dann so ziemlich alle ihre Romane, die bis zu diesem Zeitpunkt erschienen waren und in meiner Gemeindebücherei standen, abgegrast.
Danach war dann das Bedürfnis nach dieser Autorin voll und ganz gestillt, denn wenn man einen kennt, kennt man quasi alle.
Außerdem ging es damals dann auch gerade mit den Verfilmungen los, von denen ich auch so einige kennen dürfte und die man, genau wie die Bücher unter ’nette Unterhaltung‘ verbuchen kann.

Die Häme mit der man sich dem Pilcher-Phänomen teilweise nähert kann ich nicht ganz nachvollziehen, allerdings rutschte mir dann auch ein: ‚DER spielt bei Pilcher mit!‘ heraus, als ich las, daß Rupert Graves eines Hauptrolle beim ZDF ergattert hatte.
Aber erstens ist das nichts Ehrenrühriges und zweitens habe ich mir schon weit Seichteres angeschaut, wenn ein Schauspieler zum Cast gehört, den ich interessant finde.

Im regulären Fernsehen habe ich den Zweiteiler dann allerdings verpaßt und mir dann über die ZDF-Mediathek die kompletten 175 Minuten auf einmal angeschaut – dort (klick) ist die Sendung übrigens (zumindest zur Zeit) immer noch erhältlich.

Bekommen habe ich beim Anschauen ziemlich genau das, was ich erwartet hatte:
1. wunderschöne Aufnahmen aus London (besonders toll dabei St. Pauls, die Millenium Bridge und die Originalplakate von ‚Richard III‘ mit Martin Freeman in der Hauptrolle) und vom englischen Land. Die sind immer wieder einmalig und machen sofort Lust darauf die Koffer zu packen und die britische Insel heimzusuchen!
2. stereotype Charaktere, die sich genauso benehmen, wie es im Duden für weibliche Heldinnen, arschige Ehemänner, Scheidungskinder und männliche Schmachtobjekte für die Heldin steht. Natürlich darf auch ein weibliches Biest und eine männliche Nebelkerze, die scharf auf die Heldin aber leider vollkommen unsexy ist, nicht fehlen.
3. ein Ende, bei dem sich alle extrem schwierigen Probleme aller wichtigen Figuren in Luft auflösen und die Heldin mit dem männlichen Schmachtobjekt in den Sonnenuntergang reitet Körperflüssigkeiten auf der Milleniumbridge austauscht.

Als Happy-End-Junkie habe ich im Prinzip recht wenig gegen dieses Konzept, im Fall von ‚Ein einziger Kuss‚ funktionierte das für mich persönlich allerdings nicht so gut, weil ich Katja Weitzenböcks Valentine zu unsympathisch, Rupert Graves Nicholas zu übertrieben arschig und Jean-Yves Berteloots Daniel zu unsexy fand.
Das konnte nichtmal der sympathisch agierende John Hannah noch auffangen.
Aber ich habe alles in allem schon langweiligere Filme gesehen und allein für die tollen London-Aufnahmen hat es sich gelohnt.

Die virtuelle Pressemappe des ZDF zum Film (mit Interviews, etc.)
Der Trailer

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25 Antworten zu Ein einziger Kuss (Rosamunde Pilcher)

  1. cRAmerry schreibt:

    Ich hab’s ehrlich vesucht, aber ich packe es einfach nicht, mir diese rosaroten Verfilmungen lönger als eine Viertelstunde anzusehen. Leider, leider alles zu hochglänzig, was mir persönlich immer die Stimmung raubt. Und wenn dann die Protagonisten komplett schmachtfrei sind (K.Weizenböck war echt die Pest), dann gehe ich doch lieber dazu über, das Ganze zu lesen. Da kann man wenigstens das Kopfkino anwerfen und sich seine Helden individuell zusammencasten. 🙂

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  2. Herba schreibt:

    @cRAmerry:Ich hätte das Ganze besser gefunden, wenn Rupert Graves mal nen Netten hätte spielen dürfen und wenn der Gegenspieler nicht ausgerechnet ein unsexy Franzose gwesen wäre. Schlimmer war nur die etwas ältere Verfilmung, in die ich letztens irgendwann gezappt habe und wo der ‚Held‘ nen leichten ostdeutschen Durchschlag in der Sprache hatte – ein sächselnder Brite geht ja mal gar nicht!!!
    Da ist das eigene Kopfkino wirklich ergiebiger. Aber was das ZDF wirklich drauf hat sind die Landschaftsaufnahmen, das hat mich hier auch etwas versöhnt

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  3. cRAmerry schreibt:

    Ja, das Argument mit den schönen Landschaften. Blöd nur, wenn immer solche Pappkameraden durch die Idylle stolpern. Dann doch lieber ganz simple Landschaftsfilme.
    Aber grundsätzlich wäre es mir auch lieber gewesen, wenn Hr. Graves mal den Liebhaber gegeben hätte.

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  4. utepirat schreibt:

    Ich gestehe, ich habs live im ZDF geguckt, wegen Rupert Graves und der fantastischen London-Aufnahmen.
    Das erste Buch, das ich je von Pilcher gelesen habe, war “Die Muschelsucher“ (damals sass ich tage- und nächtelang bei meiner kleinen Tochter am Krankenhausbett), das wurde dann mal mit Angela Lansbury verfilmt.
    Immer, wenn mir mal nach Kitsch zumute ist, rede ich mich auf die tollen Landschaftsaufnahmen heraus, das gilt auch für die Inga Lindström Verfilmungen, da stelle ich aber meist den Ton ab😳
    In den nächsten Tagen werde ich wohl noch einiges an Schmachtfetzen über mich ergehen lassen müssen, haben meine Zimmernachbarinnen im Krankenhaus so entschieden. Gut, dass ich hier W-Lan habe, die Blogs und Twitter halten mich aufrecht😀
    Wen könnte denn Mr. A mal in einer Pilcher-Verfilmung verkörpern?

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  5. cRAmerry schreibt:

    @Ute: nette Frage, die du da (dieduda 🙂 ) aufwirfst: die heissen Bad-Boys haben doch bei der Pilcherin und ihren schedischen und sonstigen Klonen gar keine Chance, oder? Aber vielleicht einen kernigen Naturburschen, der vorzugsweise mit aufgerollten Hemdsärmeln oder alternativ oberkörpertextilfrei (mit tief auf der Hüfte sitzender Jeans *hust*) dem Holzhacken frönt. Gerne auch beim Abkühlen in frostigen Bergseen o.ä.. Dann abe komplett textilfrei. Also, das fände ich dann allemal einen Anblick wert. Aber ich glaube, in dieser Hochglanzkulisse, würden sich alle anderen nur maßlos vor soviel geballter Männlichkeit erschrecken. 😀
    Na hoffentlich unterhalten dich Blog und Co. gut die nächste Zeit. Damit du keinen Pilcher-Koller kriegst. 😉

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  6. utepirat schreibt:

    @cRAmerry: Was sind denn das für Vorschläge? Ich bin in einem Dreizimmer untergebracht! Aber da ich kurzzeitig auf Morphium gesetzt wurde, sind merkwürdige Reaktionen wohl erlaubt, zur Not knabber ich die Bettdecke an😳

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  7. cRAmerry schreibt:

    @Ute: ist Morphium eigentlich bewußtseinserweiternd? Dann wünsche ich dir jetzt noch schöne Fortsetzungsfantasien. Wenn man schon im Krankenhaus rumliegen muß (Mitleid!)
    Und hast du gedacht, ich fantasiere euch was mit harmlosen Schwiegersöhnen? Pah, sind wir denn nicht alle erwachsen hier? Also! Und vielleicht beschleunigt es ja deine Genesung 🙂

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  8. KirstenSE schreibt:

    Was ich toll vom ZDF finde, dass man sich in der Mediathek die englische OV anschauen kann – und dann ist das ganze nochmals erträglicher. 🙂

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  9. Herba schreibt:

    @cRAmerry: *lol* Tweet ans ZDF während der Ausstrahlung: Kann mal bitte jemand die störenden Pappkameraden vor der Landschaft entfernen!?!
    Na ja, er liebhaberte ja, aber eben unangenehm 😦

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  10. Herba schreibt:

    @Ute: Da gibts nichts zu gestehen!
    Ich glaube die Verfilmung mit der Lansbury kenn ich auch 🙂
    Mmmmmh, also wenn Pilcher für RA, dann für mich höchstens als Jeremy in einem Remake von ‚Heimkehr‘!
    Gute Besserung Ute!!!

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  11. Herba schreibt:

    @cRAmerry: Also bei Lindström kenne ich mich nicht aus, aber bei Pilcher dürfte selbst ein Holzhacker sein Hemd anbehalten. Man will ja nicht, daß die Fangemeinde reizüberflutet wird 😉

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  12. Herba schreibt:

    @Ute: Iiiiiiiiiiiiiieh, nicht die Bettdecke anknabbern!!!!

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  13. Herba schreibt:

    @cRAmerry: Wenn RA mal ins Schmonzettenfach wechseln will, wäre mir ja Barbara Cartland lieber als Pilcher – ich liiiiebe ihren Lord Vulcan und der Name würde sicher auch gut zu RA passen 😀

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  14. Herba schreibt:

    @Kirsten: Das hab ich gar nicht gesehen, aber ich fürchte sowieso, daß mir das in diesem Fall auch nicht sonderlich geholfen hätte 🙂

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  15. cRAmerry schreibt:

    Auja, Barbara Cartland wäre die Krönung. Das geht es auch richtig zur Sache. Die habe ich auch mit roten Ohren verschlungen. Ich glaube, Lord Vulcan habe ich auch gelesen. Gleich mal sehen, ob man das heute noch kriegt……

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  16. Herba schreibt:

    @cRAmerry: Hihihi, ja, die war nicht ganz so zahm wie Pilcher. Von Lord Vulcan gibts schon eine tolle Verfilmung mit einer superjungen Helena Bonham-Carter (Hazard of Hearts?)

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  17. cRAmerry schreibt:

    Jepp, so isses. Und es ist tatsächlich Hazard of hearts. Youtube sei Dank 😉

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  18. Herba schreibt:

    @cRAmerry: Ha! Das beweist, daß in meinem löchrigen Hirn sinnloses Wissen immer noch gut verwahrt wird :mrgreen:

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  19. utepirat schreibt:

    @Herba: Du bist doch viel zu jung, um Barbara Cartland gelesen zu haben. Habe ich früher immer bei meiner Oma gelesen, zu Hause gabs das nicht😳. Muss mal in der Krankenhaus bibliothek stöbern.

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  20. Herba schreibt:

    @Ute: Wieso? Wird die nur mit Alterbeschränkung geliefert? *lol*
    Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr was zuerst da war: die VHS von Hazard of Hearts auf deutsch oder die zehn Cartland-Taschenbuch-Romane im praktischen Schuber, aber ich habe sie definitiv erst nach Pilcher, Heyer, Courths-Mahler und Fischer entdeckt. Die Damen gehören aber auf jeden Fall alle in meine ‚Ich hab nicht genug zu lesen‘-Phase, in der ich sowohl den Bücherschrank meiner Mutter als auch den meiner Oma durchforstet habe 🙂

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  21. linnetmoss schreibt:

    I have read and enjoyed all her books, especially „The Shell Seekers“ 🙂

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  22. Guylty schreibt:

    So, nun kann ich endlich noch nachträglich hierher zurückkehren. Nach deiner Besprechung hier hab ich mir die Schmonzette dann nämlich reingezogen. Rupert Graves zuliebe. Und das sogar auf dem augenfeindlichen iPhone, denn auf dem Laptop läuft die ZDF Mediathek im Ausland undankbarerweise nicht. Hmph. Wohl weil ihr die Rundfunkgebühren für diese Schinken bezahlt und ich nicht. Würde ich nach Ansehen dieses stereotypen und daher auch komplett vorhersehbaren Kitschfestes definitiv nicht tun :-D. Aber zugegeben, es war dann auch wieder nicht so schlimm, dass ich ausgestiegen wäre. Nein, ich habe es zum bitteren Ende geschaut.
    Die Hauptdarstellerin gefiel mir einerseits schon, weil sie immerhin tatsächlich so aussah, wie man als Frau mit 26-jähriger Tochter aussieht. Andererseits fand ich sie eher muttihaft, und ihre nachträgliche Synchronisation war grauenhaft tantig. Auch die weitere Synchronisation hat mich unsagbar genervt, obwohl ich den O-Ton ja gar nicht kenne. Irgendwie war das Skript blöd.
    Aber in any case – für zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung, bei der am Ende die glückliche Auflösung winkt, war’s dann eben doch gut genug.
    Oh, und an dieser Stelle noch ein Gruß an Ute – get well soon!

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  23. Herba schreibt:

    @Guylty: Mein Respekt dafür, daß Du dir das Ganze auf dem IPhone angeschaut hast!!!

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  24. cRAmerry schreibt:

    @guylty+Herba : Super Idee, das Grauen zu minimieren 😉

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  25. Herba schreibt:

    @cRAmerry: So kann man es natürlich auch sehen *lachen*

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