Sommer der Wahrheit von Nele Neuhaus als Nele Löwenberg

Die sechzehnjährige Sheridan Grant lebt auf der Farm ihrer Adoptiveltern in Nebraska und leidet unter dem eintönigen Leben und dem lieblosen Verhalten ihrer Adoptivmutter, die ihr boshaft selbst das Singen und Klavierspielen verbietet, obwohl Sheridan dafür eine natürliche Begabung besitzt.
Allein muss die Jugendliche die Tücken des Erwachsenwerdens meistern und erlebt in der Liebe einige Enttäuschungen.
Als sie dann die Wahrheit über ihre Adoption herausfindet, droht Sheridans Welt komplett zusammenzubrechen…

Ich habe sowohl die Taunus-Krimis als auch ‚Unter Haien‚ von Nele Neuhaus gelesen und mag ihre Bücher sehr gern.
Daher war ich natürlich auch auf ‚Sommer der Wahrheit‚, daß die Autorin unter ihrem Mädchennamen publiziert hat, gespannt, aber leider konnte der Roman meine Erwartungen nicht erfüllen.
Der Schreibstil unterscheidet sich sehr stark von dem, was ich von Neuhaus gewohnt bin und es fiel mir recht schwer, in einen Lesefluss zu kommen.
Sheridan ist ein typischer Teenager und wirkt auf mich einerseits unreif, bockig und verzogen.
Andererseits beschreibt sie die Autorin als hyperintelligente, musikalische Schülerin und läßt Sheridan von einer sexuellen Eskapade in die nächste rutschen.
Das fand ich sehr unglaubwürdig und auch die anderen Figuren erschienen mir stellenweise entweder zu widersprüchlich (zum Beispiel Sheridans Stiefvater) oder zu flach (zum Beispiel die Stiefmutter) gezeichnet.
Der einzige, der mir irgendwie richtig sympathisch wurde, war Nicholas, aber der bekommt auch keine Zeit, um sich als Figur richtig zu entwickeln.
Die Ära, in der die Geschichte spielt (Mitte der Neunziger), fand ich leider auch etwas unglücklich gewählt.
Ich kann den technologischen Standard auf dem Land in den USA nicht wirklich beurteilen, aber beim Lesen kam es mir vor, als würde Sheridan im übertragenen Sinn auf dem Mond leben und dieses Gefühl hat mich der Geschichte natürlich nicht gerade näher gebracht
Gefallen hat mir die Beschreibung des Mittleren Westens und die kurzen Ausflüge ins Leben auf einer großen amerikanischen Farm.
Den Handlungsstrang rund um Sheridans Adoption fand ich dann wieder zu abgedroschen und auch das Ende des Buchs hat mir persönlich nicht wirklich zugesagt, weil für meinen Geschmack zu offen beziehungsweise mit zu wenig Ergebnis für die Figur Sheridan.
Insgesamt war ‚Sommer der Wahrheit‘ ein enttäuschendes Buch, das mich leider in keinem Moment überzeugen konnte.

Nele Löwenberg bei Ullstein
Die Homepage der Autorin

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3 Antworten zu Sommer der Wahrheit von Nele Neuhaus als Nele Löwenberg

  1. suzy schreibt:

    Schade, Nele Neuhaus lese ich echt gerne, aber das Geld kann ich mir offensichtlich sparen 😦

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  2. Herba schreibt:

    @Suzy: Ich fand es auch wirklich super-schade, aber irgendwie hat der Roman für mich so gar nicht funktioniert :/

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  3. Pingback: Im Wald: Der achte Fall für Bodenstein und Kirchhoff von Nele Neuhaus | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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