Pride

1984, London:
Dem jungen, schwulen Aktivisten Mark Ashton (Ben Schnetzer) kommt die Idee, bei einer Demonstration Geld für die streikenden Minenarbeiter in Wales zu sammeln und diese so zu unterstützen.
Zusammen mit ein paar Freunden gründet er deshalb die LGSM (Lesbians and Gays Support the Miners).
In kürzester Zeit kommen circa 200 Pfund zusammen und Mark telefoniert sich die Finger wund, um die Spenden los zu werden, doch sobald die Gewerkschaftler ‚schwul‘ hören, lehnen sie die Hilfe dankend ab.
Dann landet Mark telefonisch in dem kleinen walisischen Dorf Onllwyn und die Gruppe beschließt ihre Spende dort persönlich abzugeben.
Dai (Paddy Considine) , der die Streikposten des Dorfs anführt, ist begeistert und auch der schüchterne Cliff (Bill Nighy) und die aufgeschlossene Hefina (Imelda Staunton) freuen sich über die Hilfe, doch es gibt auch skeptische Stimme im Dorf.
Können sich die beiden unterschiedlichen Gruppen für eine gute Sache zusammenraufen?

Wenn Schauspieler wie Dominic West, Andrew Scott und Bill Nighy zusammen in einem Film zu sehen sind, dann muss ich diesen einfach sehen und so ist auch ‚Pride‚ auf meiner Leihliste gelandet.
Allein West mit blond gefärbten Haaren über die Tanzfläche wirbeln zu sehen, war das Ausleihen schon wert, aber ich fand den Film insgesamt großartig.
Den Machern ist es gelungen eine perfekte Achtzigerjahrestimmung zu erzeugen, die einen guten Rahmen für die Geschichte bietet, die auf wahren Begebenheiten beruht.
Den Schauspielern sieht man die Freude am Spielen wirklich an und jeder einzelne verleiht seiner jeweiligen Figur die nötige Tiefe, um die Geschichte gekonnt und ernsthaft zu erzählen.
Gleichzeitig gelingt es den Engländern mal wieder großartig auch eine gehörige Portion Witz und Herz beizusteuern, die mich beim Ansehen teilweise zu Tränen gerührt hat.
Was habe ich über die entsetzten Gesichter der Waliser gelacht, als das schrille Grüppchen Homosexueller in ihrem Kaff auftaucht und mich köstlich darüber amüsiert, als ein paar ältere Damen den Schwulen und Lesben neugierig Fragen stellen (Ihr beiden Männer lebt zusammen? Und wer macht bei euch den Haushalt?).
Entsetzt war ich über die Härte, mit der die englische Regierung damals gegen die Streikenden vorgegangen ist und ich kann verstehen, daß die Thatcher-Regierung bei manchen Briten so verhaßt war.
Aber obwohl es hart ist, wachsen Menschen aus beiden Gruppen über sich hinaus, stehen für einander ein und kämpfen für das, was ihnen wichtig ist. Natürlich entsteht dabei ein paar Mal auch eine Spur von Pathos, aber in diesem Fall hat mich das nicht weiter gestört und ich finde diese Botschaft wichtig und auf jeden Fall nachahmenswert.
Ich glaube, dass unsere Gesellschaft zur Zeit auch wieder mehr ‚wir‘ und weniger ‚ich‘ gut vertragen könnte.
In diesem Sinne kann ich ‚Pride‘ wirklich nur allen weiterempfehlen, die englische Filme mit Humor und Herz mögen!!!

Der deutsche Trailer

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5 Antworten zu Pride

  1. suzy schreibt:

    Ja der Film ist klasse, mein Post dazu ist auch fast fertig. Da haben wir offensichtlich parallel gekuckt 🙂 Dann lasse ich ihn noch ein bißchen liegen…..

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  2. silke lion schreibt:

    Den muss ich sehen!!! 😉

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  3. Herba schreibt:

    @Suzy: Sieht ganz so aus. Ich brauchte am Sonntag was nettes und da war Pride genau der richtige Film!

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  4. Pingback: Pride | silverbluelining

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