Intervention von Jonathan Freedland

James Zennor, ein junger englischer Psychologe, der im Spanischen Bürgerkrieg gegen die Faschisten kämpfte und schwer verwundet wurde, lebt 1940 mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Oxford.
Er kämpft noch immer mit dem Trauma aus Spanien und wird nicht damit fertig, daß er ausgemustert wurde und seine Heimat nicht gegen den deutschen Feind verteidigen kann.
Als er eines Morgens vom Rudern nach Hause kommt, ist sein Haus verlassen und seine Frau samt Sohn verschwunden.
Wurden sie Opfer eines Verbrechens? Oder hat Florence ihn verlassen, weil sie Angst hat, daß der traumatisierte James dem kleinen Harry etwas antun könnte wie Freunde der Familie andeuten?
James geht auf die Suche und kommt dabei einem Geheimnis auf die Spur, daß die Welt für immer ändern kann..

Die Geschichte von James Zennor beginnt recht gemächlich. In gut lesbarem Stil beschreibt Jonathan Freedland einen Mann, der früh morgens rudert, die Stille genießt und den unsäglichen Schmerz einer alten Verletzung überwinden möchte.
Wie es zu dieser Verletzung kam und wie James seine Frau Florence kennenlernte wird in eingeschobenen Kapitel erzählt, die in der Zeit vier Jahre zurückgehen.
Und während man in der Nebenhandlung einen jungen, sportlichen Akademiker mit Träumen und Idealen, für die er kämpfen möchte, kennenlernt, muss der vier Jahre ältere, verbitterte James feststellen, daß Frau und Kind einfach verschwunden sind.
Während ich den jüngeren James auf Anhieb recht sympathisch fand, machte es mir der ältere nicht leicht.
Sicher hatte ich wegen der Verletzung Mitleid mit ihm, aber wenn er in einem cholerischen Wutanfall das halbe Mobilar zerstört, als er feststellt, daß Florence und Harry weg sind, kommt die erste Vermutung hoch, was vielleicht der Grund für das Verschwinden von Mutter und Kind sein könnte.
Diese Vermutung wird durch Aussagen von Freunden des Ehepaars untermauert und James wird immer mehr zu einem Mann, dem ich vieles zugetraut habe.
Auf seiner fieberhaften Suche läßt er sich durch nichts beirren und landet schließlich in den USA, wo die Geschichte immer mehr an Fahrt aufnimmt.
Ab diesem Zeitpunkt war ich richtig gefesselt und hätte die zweite Hälfte des Buchs gerne in einem Rutsch durchgelesen, weil ich sehr gespannt auf die Auflösung des Rätsels war – mehr kann ich aber leider nicht verraten ohne zu spoilern und das möchte ich auf jeden Fall vermeiden.
Insgesamt hat mir ‚Intervention‚ sehr gut gefallen,der historische Hintergrund war interessant, aber auch beängstigend und ich werde sicher nach weiteren Büchern von Jonathan Freedland Ausschau halten.

Die Homepage von Jonathan Freedland
Jonathan Freedland bei Fischer

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2 Antworten zu Intervention von Jonathan Freedland

  1. meikesbuntewelt schreibt:

    Das klingt interessant, das habe ich mir mal aufgeschrieben. Danke für das Nichtspoilern 😉

    Gefällt mir

  2. Herba schreibt:

    @Meike: Das war bei dem Buch gar nicht so einfach, daher wäre dann auch fast das drüber schreiben ausgefallen 🙂

    Gefällt 1 Person

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