Red Dragon von Thomas Harris

FBI-Profiler Will Graham gelang es den kanibalistischen Serienkiller Dr. Hannibal Lecter zu fangen, doch dabei wurde er schwer verletzt und hörte danach auf für das FBI zu arbeiten.
Als ein Serienkiller, dem die Polizei den Spitznamen ‚Tooth Fairy‘ gegeben hat, weil er seine Opfer beißt, zwei Familien umbringt, holt Jack Crawford, Wills ehemaliger Chef den begnadeten Profiler zurück und dieser tut alles dafür, um den Killer zu fangen, bevor er noch mehr Menschen umbringen kann. Wird ihm das gelingen?

Ich bin ehrlich, wenn einer meiner Lieblingsschauspieler keine Gastrolle in der 3. Staffel von Hannibal an Land gezogen hätte, hätte ich ‚Red Dragon‚ vermutlich nie gelesen.
Nicht, weil ich keine Thriller mag oder mir Serienmörder in Büchern zu schaffen machen, sondern einfach weil ich kein großer Fan von Thomas Harris bin.

Natürlich habe ich ‚Das Schweigen der Lämmer‚ gesehen und fand den Film großartig.
Irgendwann wollte ich dann auch mal das Buch lesen, auf dem der Film basiert und kaufte beim Buchhändler meines Vertrauens eine kombinierte Ausgabe von DsdL und Hannibal, der Nachfolgegeschichte.
Und ich weiß noch, daß ich DsdL gelesen habe und es, im Gegensatz zum Film, doof genug fand, um den Nachfolger nicht zu lesen.
Zu einer Zeit, wo ich eigentlich nie genug Lesestoff hatte, wollte das schon einiges heißen!

Tja, nun hat mich der rote Drache doch eingeholt, allerdings habe ich mir, statt die deutsche Ausgabe zu kaufen, das englische ebook zugelegt, damit ich nicht ständig ‚Zahnschwuchtel‘ lesen muss, in daß das englische ‚Tooth Fairy‘ auf deutsch übersetzt wurde.
Hannibal Lecter spielt in ‚Red Dragon‘ eine sehr, sehr kleine Rolle und war für mich beim Lesen nicht so recht greifbar, außer als Erklärung für Grahams Ausscheiden beim FBI.
Will bin ich als Figur auch nicht näher gekommen, mich hat weder berührt, daß er von Lecter in der Vergangenheit verletzt wurde, noch was während der laufenden Handlung mit ihm passiert.
Zum Glück waren einige Szenen mit der Tooth Fairy recht fesselnd, zum Beispiel die ‚Tiger-Szene‘, aber insgesamt barg der Hauptplot für mich wenig Überraschendes und Sympathie konnte ich für den nekrophilen Serienkiller auch keine empfinden.
Ich brauche keine 400 Seiten lange Blutorgie, aber ein wenig mehr Spannung dürfte sich beim Lesen dann doch aufbauen!
Vielleicht habe ich einfach schon zu viele Thriller gelesen, die den elektronischen Fortschritt sowohl bei der Verfolgung als auch bei der Verschleierung von Straftaten für größere Spannung nutzen können?
Vielleicht liegt mir auch der Schreibstil beziehungsweise die Erzählweise des Autors nicht wirklich?
Letztendlich kann ich es nicht genau definieren, aber Freunde werden Thomas Harris und ich in diesem Buchwurmleben nicht mehr!

Da ich das Buch im Hinblick auf die Verarbeitung in der Serie gelesen habe, kann ich vielleicht noch kurz sagen, daß ich bei einigen Szenen aus dem Buch wirklich auf die filmische Umsetzung gespannt bin, daß ich aber auch verwundert war, wie viel aus ‚Red Dragon‘ schon in die ersten beiden Staffeln der Serie eingeflossen zu sein scheint.

Die offizielle Homepage von Thomas Harris
Thomas Harris bei Krimi-Couch.de

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7 Antworten zu Red Dragon von Thomas Harris

  1. suzy schreibt:

    Ja ich stimme Dir völlig zu, wobei ich Schweigen der Lämmer damals nicht großartig fand, ich hatte Alpträume danach und das habe ich selten. Seitdem habe ich ihn NIE wieder gesehen. Am schlimmsten fand ich die Szene wo die Ermittler im Brunnen stehen und man sieht die Kratzspuren und abgebrochenen Fingernägel der Frauen an den Wänden….. das weiß ich heute noch. Red Dragon fand ich als Buch auch nicht wirklich spannend, ich hatte keine Sekunde das Bedürfnis die Nacht durchzulesen… 😉

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  2. Servetus schreibt:

    Der Schreibstil kann man nur als mies beschreiben. Eine Mischung aus unbeholfener Satzbau und Pathos.
    Aber „Zahnschwuchtel“ — dafür hätte es sich gelohnt, das Buch auf Deutsch zu lesen. Was für ein Wort. Mensch. Deutsche Sprache, du kannst es besser.

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  3. Herba schreibt:

    @Suzy: Gegruselt hab ich mich auch, aber ich glaube, ich bin relativ hart im Nehmen was Filme angeht. Allerdings ist das nun auch kein Film, den ich regelmäßig wieder anschauen muss.
    Mich hat mein Kopfkino bei der Stange gehalten…und mein Zwang jedes Buch zu Ende zu lesen 😉

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  4. Herba schreibt:

    @Serv: Ich hab auch absolut keine Ahnung, wieso man Tooth Fairy mit Zahnschwuchtel übersetzt hat und kann es auch ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen. Vielleicht wollte man besonders kreativ oder reißerisch sein?

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  5. Hariclea schreibt:

    @Herba mich lasst ein Bild nicht los .. spoiler- Warnung! irgendwas wo Finger abbeissen und so wenn das Madel dabei ist, brrrr Schauder! Aber ich fand es sonst auch nicht besonders spannend, aber vielleicht haben sich Thriller seit der Zeit als es geschrieben wurde viel weiterentwickelt. Aber weder vom Bau her noch von der Charakterentwicklung ist das Buch besonders gut, muss man leider sagen. Ich wette in de Serie wird es besser 😉

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  6. Herba schreibt:

    @Hari: In der Serie wird es definitiv anders, ob es auch besser wird bleibt abzuwarten 🙂

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  7. Pingback: Hannibal, Staffel 3 (Originalversion) | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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