Arte zeigt ab morgen (12.3.) die 1. Staffel der Serie ‚Peaky Blinders‘

1919, Birmingham:
Thomas Shelby (Cillian Murphy), der Anführer der Peaky Blinders, eine Gangsterbande, die hauptsächlich Buchmachergeschäfte tätigt und Schutzgeld bei den ansäßigen Kneipen und Geschäften erpreßt, hat große Ziele für seine Familie. Er möchte expandieren, um dann hoffentlich irgendwann legale Geschäfte tätigen zu können. Doch als seine Leute aus Versehen eine große Waffenlieferung der Regierung stiehlt, wird Kriegsminister Winston Churchill (Andy Nyman) auf die Bande aufmerksam und beauftragt den Irlandveteranen Chief Inspector Chester Campbell (Sam Neill) die Waffen unter allen Umständen wiederzufinden. Wird Campbell das gelingen und die Peaky Blinders dabei zerschlagen?

Bevor ich meinen Kuckeindruck zur Serie schildere, möchte ich darauf hinweisen, daß ich bis jetzt aus Zeitmangel nur drei Folgen der ersten Staffel gesehen habe.
Normalerweise würde ich in diesem Fall gar nichts schreiben und warten, bis ich Gelegenheit hatte auch die restlichen drei Folgen der Staffel zu sehen, aber da ich gestern festgestellt habe, daß Arte die Serie ab dem 12.3. im Program hat, möchte ich mal eine Ausnahme machen, die man beim Lesen aber bitte im Hinterkopf behalten möge!

Peaky Blinders‚ läuft seit 2013 erfolgreich bei BBC Two und dass ich sie bis jetzt nicht geschaut habe, läßt sich vielleicht mit meinem leicht gespaltenen Verhältnis zu Cillian Murphy erklären.
Ich habe noch nicht wahnsinnig viele Filme mit ihm gesehen, finde aber, daß er ein großartiger Schauspieler ist.
Allerdings haftet an ihm auch immer eine gewisse verstörende Aura (finde ich zumindest) und daher greife ich nur selten zu Produktionen, in denen er mitspielt.
Für Murphys Rolle in ‚Peaky Blinders‘ paßt diese Aura jedoch ausgezeichnet, denn Thomas Shelby hat als Soldat im 1. Weltkrieg gekämpft und dabei traumatische Dinge erlebt, die ihn verändert haben und mit denen er immer noch kämpft.
Wie sehr ihn das alles belastet, scheint nur seine Tante Polly (Helen McCrory) wirklich zu erfassen. Für sein restliches Umfeld ist Thomas der Anführer der Peaky Blinders, furcht- und ruchlos und allen Feinden immer einen Schritt voraus.
Und Mann, kann Murphy das gut spielen – Hass, Wut, Schmerz, Trauer, Verzweiflung, alles da und zwar so, dass es einem beim Zuschauen wirklich beeindruckt und auch berührt.
Dazu kommt, daß er auch den Charme, den seine Figur ab und zu an den Tag legt, wunderbar spielt und daß er großartig in der Kleidung der Zwanziger Jahre aussieht. Nur der Haarschnitt sieht aus, als wäre jemandem der Rasenmäher durchgegangen, aber irgendwas ist ja bekanntlich immer!

Helen McCrory als toughe Tante und Sam Neill als erbarmungsloser Polizist spielen auch großartig und werden von einer ganzen Riege guter Kollegen unterstützt.

Typisch für eine BBC-Produktion ist das authentische Flair der Zeit, die großartigen Kostüme und die Liebe zum Detail und wie immer wünsche ich mir hier, daß sich deutsche Filmemacher eine Scheibe davon abschneiden würden!
Untypisch fand ich die Musikauswahl, die definitiv nicht historisch korrekt ist, sich aber dennoch toll ins Gesamtgefüge der Serie einpaßt.

Spannend finde ich bis jetzt nicht nur Thomas Ritt auf der Rasierklinge, um unliebsame Konkurrenten loszuwerden, sondern auch die vielen verschiedenen Themen, die in der Serie thematisiert werden.
Es geht nicht nur um Ganoven und Gewalt, sondern auch um schwer traumatisierte Kriegsheimkehrer, die sich kaum wieder in den Alltag integrieren können und von ihrer Regierung vergessen werden; um Frauen, die in Abwesenheit der Männer die Familien und Betriebe am Laufen hielten und von denen nun verlangt wird, wieder ins zweite Glied zurückzutreten; um historische politische Konflikte, und, und und.
All das sind Bausteine für eine tolle Serie und insgesamt kann ich die ‚Peaky Blinders‘, glaube ich, mit gutem Gewissen weiterempfehlen, auch wenn ich selbst noch nicht ganz durch bin.

Kleine Notiz am Rande: Auf die tolle Stimme von Cillian Murphy und allgemein den herrlichen englischen Slang bin ich nicht näher eingegangen, weil den Arte-Zuschauer ja eh nicht zu hören kriegen zwinker

Die ‚Peaky Blinders‘ bei Arte – mit Kurztrailer
Die ‚Peaky Blinders‘ bei der BBC
Die ‚Peaky Blinders‘ im deutschen Fernsehen – Termine

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16 Antworten zu Arte zeigt ab morgen (12.3.) die 1. Staffel der Serie ‚Peaky Blinders‘

  1. Die Poe schreibt:

    Da freu ich mich ja schon drauf und es ist auch schon einprogrammiert 🙂

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  2. Hariclea schreibt:

    Must see! Must see!! must see!! 🙂 mir hat die 2 sogar noch besser gefallen als die 1 🙂 aber es spannt einen total ein und Cillian… mmmmmmmmm! und Helen McCrory ist wunderbar!

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  3. Hariclea schreibt:

    gibt es nichtmal bei Arte Untertitlel??? schande 😦

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  4. nettebuecherkiste schreibt:

    Klingt gut! Möchte ich aber dann schon im Original sehen, mal gucken.

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  5. Herba schreibt:

    @Poe: Sehr vorbildlich 😉

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  6. Herba schreibt:

    @Hari: In der Zweiten spielt ja auch Tom Hardy mit 😉
    Leider bringt auch Arte größtenteils synchronisierte Fassungen und den Zweikanalton, wo man früher wählen konnte, gibts auch nicht mehr 😦

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  7. Herba schreibt:

    @Nette: Ich hab mir mal den deutschen Arte-Kurztrailer angeschaut und würde sagen von der Klangfarbe der Synchronstimmen her ist es okay. Aber Original ist und bleibt eben Original…

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  8. uinonah72 schreibt:

    Danke für den Tipp, werde ich mal programmieren. Witzigerweise empfinde ich das mit der verstörenden Aura bei Cillian Murphy genauso. Deshalb hat er mir auch so gut in Batman Begins als Scarecrow gefallen 🙂 Und hat er nicht auch mal so einen Flugzeugkiller gespielt?

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  9. N schreibt:

    „Peaky Blinders“ ist eine absolute Perle. Ich kannte Cilian Murphy bisher gar nicht, oder habe ihn evt. nur nicht bewußt wahrgenommen, keine Ahnung. Doch in Peaky Blinders hat mich seine Figur sofort gefangen. Ich finde, er spielt wie du schreibst wirklich großartig. Einerseits den absolut coolen Typen, aber dennoch hat er das Hez für mich am richtigen Fleck. Soweit man das bei einem Ganoven sagen kann. Doch Film ist eben Film, da darf einem schon einmal was gefallen, was man im echten Leben absolut verteufeln würde. Herba weiß, wie ich es meine. 😉
    Und du hast Recht mit der Musik, etwas irritierend weil zeotlich nicht passend, aber dennoch hervorragend dazu. Ich bin schon bei Staffel 2 und hoffe, dass es noch weitere geben wird.
    Tante Polly ist mein weiblicher Liebling. Eine Frau, die weiß was sie will und weiß, wie sie es erreicht.

    @Hariclea: Wenn du die Möglichkeit hast, die Folgen erst aufzunehmen und dann anzuschauen, kannst du dir die Untertitel über die Seite von Subcentral ziehen. Mache ich schon seit Jahren, da sind Hobbyübersetzer voller Leidenschaft am Werk.

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  10. suzy schreibt:

    Danke für denTip, habe ich gerade eben geschaut. So ganz ist es nicht meins, vielleicht zuviel Gewalt und zu wenig Humor, aber doch mit insgesamt Daumen nach oben! Nächste Woche wieder!

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  11. Herba schreibt:

    @uinonah: Stimmt, als Scarecrow in Batman war er großartig. Das mit dem Flugzeugkiller kann ich Dir leider nicht beantworten, das müßte ich erst IMDBen 🙂

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  12. Herba schreibt:

    @N: ich weiß GENAU was Du meinst :mrgreen:
    Ich glaube Staffel 3 ist schon beschlossene Sache, es wird also weitergehen. Über Polly würde ich auch gern mehr erfahren, sie ist eine spannende Figur!
    Dass mit Hari und den Subs hast Du falsch verstanden. Hari braucht keine, sie wunderte sich nur, daß nichtmal Arte OVs mit Untertiteln sendet.

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  13. Herba schreibt:

    @Suzy: Stimmt, Humor gibt es in dieser Serie wenig bis gar keine. Ich hab mich bei den Folgen, die ich gesehen habe immer gefreut, wenn mal einer die Mundwinkel etwas nach oben gezogen hat 🙂

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  14. KirstenSE schreibt:

    @uinoah Du meinst sicherlich Red Eye mit Rachel McAdams – gestört kommt Cillian wirklich sehr gut – und er ist auch eine schöne Frau (Breakfast on Pluto, Peacock)

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  15. Herba schreibt:

    @KirstenSE: Danke für den Kommentar und die Filmtipps!

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  16. Pingback: Peaky Blinders – Staffel 2. (Originalversion) | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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