How to Rig an Election: Confessions of a Republican Operative von Allen Raymond

Allen Raymond kommt frisch von der Uni und schließt sich der Republikanischen Partei als politischer Berater und Wahlhelfer an, um Republikanern bei den verschiedensten Wahlen (lokale, Senats- und Kongresswahlen) zum Sieg zu verhelfen und so eine Menge Geld zu verdienen.
Dabei werden die gesetzlichen Grenzen dessen was erlaubt ist gehörig ausgedehnt und jeder macht mit.
Doch dann geht das Team um Allen Raymond zu weit, blockiert die Telefonmarketing-Kampagne der Demokraten und Raymond findet sich als der Sündenbock, der von seinen Parteifreunden im Regen stehen gelassen wird, im Gefängnis wieder…

Wenn ich ein Sachbuch zur Hand nehme, steckt meistens irgend ein ganz triftiger Grund dahinter *hust*
Im Fall von ‚How to Rig an Election‚ habe ich das Buch auf einem Twitterfoto entdeckt (nachzuschauen hier – das Instagramfoto aus dem zweiten Tweet), war neugierig und dachte, ich tu mal was für meine Allgemeinbildung.

Das Buch ist gut lesbar geschrieben, hat mich aber am Anfang stellenweise etwas durch die vielen Abkürzungen verwirrt.
Als ich mich dann etwas in GOP (=Grand Old Party =Republikaner) und andere gängige Abkürzungen eingearbeitet hatte, war das aber kein großes Problem mehr und ich bin in die faszinierende Welt der US-amerikanischen Parteien- und Wahlkampflandschaft eingetaucht.

Der Wahlkampf in den USA ist so überhaupt nicht mit dem in Deutschland vergleichbar (genau wie das ganze politische System).
Bei uns gibt es Plakate, Wurfzettel, Anzeigen in Zeitungen, Politikerdebatten im Fernsehen und ab und an vielleicht auch mal ein Infostand einer Partei vor dem heimischen Supermarkt, aber mehr erlebe ich eigentlich bewußt nicht.
In den USA steckt scheinbar eine ganze Maschinerie hinter dem jeweiligen Wahlkampfteam, das aus den professionellen Campaignern und vielen Freiwilligen besteht.

Da wird wahnsinnig viel Geld für den Wahlkampf ausgegeben. Es werden Wahlwerbeanrufe getätigt, die Kandidaten touren durchs ganze Land und Profis tun alles dafür, damit ‚ihr‘ Kandidat gewinnt.
Es werden Gerüchte über den Gegner in Umlauf gebracht, Tatsachen werden verdreht, Wähler werden auf dem Weg zum Wahllokal behindert und vieles mehr ohne, dass die Verantwortlichen ihr Tun in Frage stellen.

Und wenn dann doch mal jemand auf die Idee kommt die Rechtmäßigkeit all dieser Dinge zu hinterfragen, wird jemand ausgekuckt, der die Verantwortung übernimmt und der Rest macht weiter wie vorher.
Das ist nach eigener Aussage Allen Raymond passiert und obwohl mir beim Lesen bewußt war, daß ich nur seine Sicht der Dinge geschildert bekomme, fand ich es doch ungerecht, daß nicht mehr Beteiligte zur Rechenschaft gezogen wurden.
Außerdem habe ich nicht den Eindruck, daß irgendjemand etwas aus der Untersuchung und der Verurteilung von Raymond irgendetwas gelernt hat.

Beim Lesen habe ich mich außerdem gefragt: Wollen wir Wähler belogen werden? Brauchen wir diesen Zirkus? Könnte man die Millionen, die bei jedem Wahlkampf ‚vergeudet‘ werden nicht sinnvoller nutzen?
Darauf habe ich leider keine Antwort, aber das Buch war für mich definitiv lesenswert und ich wurde (weiter) darin bestärkt, nie in die Politik zu gehen, auch wenn man die amerikanischen Verhältnisse nur bedingt auf Deutschland übertragen kann.

Allen Raymond bei Simon & Schuster
CNN rekapituliert die Geschehnisse

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2 Antworten zu How to Rig an Election: Confessions of a Republican Operative von Allen Raymond

  1. suzy schreibt:

    Hört sich sehr spannend an, aber ich glaube bei Wahlkampthemen auf englisch muss ich passen ;-(

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  2. Herba schreibt:

    @Suzy: Ich war ehrlich gesagt auch ein wenig überrascht, wie gut lesbar und unterhaltsam es war 🙂

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