Die Herberge zur 6. Glückseligkeit

Die unbedarfte Gladys Aylward (Ingrid Bergman) kommt nach London, um sich bei einer Missionarsgesellschaft zu bewerben.
Der Missionsleiter (Moultrie Kelsall) lehnt Gladys allerdings ab, weil sie nicht qualifiziert genug ist, um als Missionarin zu arbeiten.
Stattdessen vermittelt er ihr eine Stelle als Hausmädchen bei einem adligen Chinaforscher (Ronald Squire).
Gladys ist jedoch so beseelt von dem Wunsch als Missionarin nach China zu reisen, dass sie für ein Zugticket mit der Transsibirischen Eisenbahn spart, um auf eigene Faust dorthin zu reisen.
Als sie endlich genug gespart hat, verläßt sie England und reist nach Yangcheng um dort für die erfahrene Missionarin Jeannie Lawson (Athene Seyler) zu arbeiten, die in ihrer Herberge zur 6. Glückseligkeit nicht nur Reisende aufnehmen, sondern auch Geschichten aus der Bible erzählen will, um sie so an Gott heranzuführen.
Wird Gladys ihr Ziel erreichen und die Chinesen missionieren können?

Viele Menschen bringen mit Ingrid Bergman sicher als erstes ‚Casablanca‚ in Verbindung, doch für mich ist die großartige Schauspielerin für immer und zuerst mit ‚Die Herberge zur 6. Glückseligkeit‚ verflochten.
In diesem Film habe ich sie zum ersten Mal gesehen und schätzen gelernt und diesen Film kann ich mir immer wieder anschauen.
Ich mag ihre Wandlung der einfachen, aber zielstrebigen Hausangestellten zur selbstbewußten Frau, die von ihrem tiefen Glauben und der Liebe zu den Menschen getragen wird und lieber handelt statt nur zu predigen.
Ungefähr genauso geht es mir mit Curd Jürgens. Seinen ‚Teufelsgeneral‚ habe ich bewußt nie gesehen, aber als Lin Nan neben Bergman finde ich ihn großartig. Arrogant, schnippisch, machomäßig und doch irgendwie verletzlich und lernfähig stellt der seine Rolle dar.

Sowohl Gladys als auch Lin Nan machen im Verlauf des Films eine Wandlung durch, müssen erkennen, daß sie in manchen Dingen falsch lagen und sind doch fähig sich zu ändern und über sich hinauszuwachsen.
Das Über sich Hinauswachsen und auch das einsehen, dass man falsch lag ist sowieso eins der Leitthemen dieses Films und gilt nicht nur für die beiden Hauptfiguren, sondern auch für den Mandarin (Robert Donat) von Yangcheng, der Gladys zu Anfang nur ausnutzt, weil er sie als Weiße und Frau vollkommen unterschätz und auch für die Insassen des Gefängnis der Stadt, die mit Gewalt ihren Willen bei einem Aufstand durchsetzen wollen und von Gladys davon überzeugt werden, dass Gewalt keine Lösung ist.

Ein besonderes Higlight des Films ist für mich immer wenn Yang (Peter Chong), der chinesische Koch der Herberge die Geschichte von Bebie Jesus erzählt, die so gar nichts mehr mit der Bibel zu tun hat und wenn die Kinder, die Gladys vor den einfallenden Japanern rettet den Nick Nack Song singen.

Ich mag die Aussage, daß Glaube und Menschenliebe alles überwinden kann.
Ich finde den Gedanken schön, daß die Chinesen fünf Glückseligkeiten kennen und der Meinung sind, daß jeder Mensch selbst entscheiden muss, was die sechste Glückseligkeit für jeden ganz persönlich bedeutet.
Ich finde es bewundernswert, dass es Menschen gibt, die selbstlos für andere einstehen und dabei ihr eigenes Leben riskieren.
Und auch wenn der Film sich nicht sklavisch an die Fakten aus dem Leben der richtigen Gladys hält (weswegen Miss Aylward auch nicht gut auf den Film zu sprechen war) und vielleicht stellenweise ein bißchen schmalzig sein mag, liebe ich den Film heiß und innig und schaue ihn, wenn ich es schaffe, mindestens einmal im Jahr.

Der englische Originaltrailer

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10 Antworten zu Die Herberge zur 6. Glückseligkeit

  1. suzy schreibt:

    Ich kann mich schwach an den Film erinnern, aber ich mag die alten Schinken und Ingird Bergmann war so eine großartige Schauspielerin, muss mal schauen ob die Bücherei den noc h hat……

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  2. cRAmerry schreibt:

    Ich finde sie dermassen gutaussehend! Fernab von jedem Ideal. Kein Wunder, dass der Rosselini angebissen hat…….

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  3. Esther schreibt:

    Ja, schön!! Ich habe diesen Film zum ersten Mal gesehen als ich Teenager war in Deutschland! Und seitdem oft! Ich hab’s jetzt auch auf DVD und viele Male auch auf Englisch gesehen. Ich bin zwar Tochter eines Pfarrers, bin aber selbst schon lange nicht mehr gläubig, aber trotzdem liebe ich diesen Film auch! Ich liebe wie Genai sich durchsetzt und jeden helfen will und immer nur das Gute im Menschen sehen will. Ich liebe, wie sie Teil der chinesischen Kultur wird und auch sich selbst bleibt und versucht die Welt zu verbessern. Ich liebe, wie Lin Nan seine Härte überwindet und durch sie die Welt irgendwie schöner sieht. Es gibt einen sehr schönen Satz den der chinesische Mandarin sagt zu Lin Nan nach der Tour mit Genai. Der General is etwas verwirrt und verliebt und der Mandarin sagt am Ende ihres Gespräches: „A life that is planned is a closed life, my friend. It can be endured perhaps. it can not be lived“. So ein schöner Satz andem ich regemässig denke… Ja, schöner Film, den ich mir auch regelmässig wieder ansehe! Und so schön jemanden zu finden, der diesen Film auch so mag!

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  4. Herba schreibt:

    @Suzy: Ja, sie ist wirklich großartig. Ich mag einfach ihre ganze Ausstrahlung

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  5. Herba schreibt:

    @cRAmerry: Geht mir auch so und ich finde es immer wieder krass wie ähnlich ihre Tochter aussieht

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  6. Herba schreibt:

    @Esther: Ja, alle Figuren müssen irgendwie ihre Sicht der Dinge überdenken oder einen neuen Platz in der Gesellschaft finden. Auch der Mandarin kämpft ja mit den Veränderungen um ihn herum. Da ist die Szene so berührend, wenn keine Frau ihre Füße aufwickeln möchte und die älteste Frau im Raum mutig genug ist, um ein Vorbild zu sein, obwohl sie wahnsinnige Schmerzen haben muss, wenn ihre Füße nicht mehr gewickelt sind.
    Danke für dieses Zitat, der Satz ist wirklich wunderschön. Da muss ich beim nächsten Mal schauen unbedingt darauf achten, wie das im Deutschen ausgedrückt ist.

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  7. cRAmerry schreibt:

    Stimmt. Unfassbar diese Ähnlichkeit. Die reinste Wiedergängerin 🙂

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  8. linnetmoss schreibt:

    Ooooh, I have had this in my queue for ages. I really need to watch it! I love Ingrid Bergman 🙂

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  9. Herba schreibt:

    @linnetmoss: She was such a great actress. I love her talent, beauty and charisma

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  10. Pingback: Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #81 | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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