Atemnot (DCI Lou Smith, Band 1) von Elizabeth Haynes

In einem beschaulichen englischen Dorf werden am selben Tag gleich zwei tote Frauen aufgefunden.
Die eine, Polly, war jung und als Pferdepflegerin angestellt und wurde brutal in ihrem Häuschen erschlagen.
Die andere, Barbara, war die Ehefrau eines erfolgreichen Geschäftsmannes und wird tot in ihrem Wagen auf dem Grund eines Steinbruchs gefunden.
Louisa Smith, die ihren ersten Fall als Detective Chief Inspector lösen muss, bezweifelt, daß zwischen den beiden Toten keinen Zusammenhang besteht und beginnt zusammen mit ihrem Team weiträumig im Umfeld der beiden Frauen zu ermitteln.
Doch die Ermittlungen stagnieren, denn das ganze Dorf scheint weitreichende Geheimnisse vor der Polizei verbergen zu wollen…

Atemnot‚ war seit langer, langer, langer Zeit das erste Buch, das ich ungezielt aus einer Buchhandlung mitgenommen habe. Spontankäufe in Buchhandlungen verkneife ich mir normalerweise, weil ich mittlerweile nicht mehr im Kopf habe, was schon daheim rumliegt und ich gerne vorm Buchkauf checke, ob da gerade gerade ein Teil einer Reihe auf meinem Wunschzettel gelandet ist.
Das als Thriller beworbene Buch von Elizabeth Haynes klang aber so interessant und gleichzeitig so unbekannt, daß ich es einfach mal riskiert habe – frau gönnt sich ja sonst nichts.
Elizabeth Haynes hat einen Schreibstil, der es für mich nicht ganz einfach machte ins Geschehen einzutauchen, weil sie das Buch in Tage und dann in einzelne Uhrzeiten zerlegt hat und ganz viel zwischen den vielen vorhandenen Personen hin und her gesprungen wird. Das war gerade am Anfang, wo man die Personen noch nicht wirklich kennt, etwas anstrengend, wurde dann aber ein klein wenig besser.
Die Idee einen Mord und einen Selbstmord miteinander zu kombinieren und die Ermittler austüfteln zu lassen, wie beides zusammenhängt, fand ich gut, allerdings verstrickt sich die Autorin meiner Meinung nach teilweise etwas zu sehr in detailierte Beschreibungen der Polizeiarbeit und das ging etwas zu Lasten der Spannung.
Ich muss als Leser nicht unbedingt wissen, daß die leitende Beamtin zum 10 Mal an diesem Tag zum Rapport beim Vorgesetzten marschiert, wenn aus diesem Fakt so rein gar nichts resultiert.
Louisa Smith ist eine sympathische Hauptfigur, allerdings hätte ich mir ein bißchen mehr Drumherum für sie gewünscht.
Überspitzt gesagt nur zu erfahren, daß sie hübsch und eine fähige Polizistin ist, fand ich ein bißchen wenig.
Irritiert hat mich ehrlich gesagt der Teil der Geschichte, der von einer jungen Frau ausgeht, die nymphomanisch veranlagt ist und rund um das Dorf herum, quasi alles flachlegt, was nicht bei Drei verschwunden ist, das war mir einfach zu dick aufgetragen. Es gab übrigens ein paar relativ ausführlich beschriebene Sexszenen, wer Probleme mit solchen hat, sollte die Finger von dem Buch lassen.
Die Auflösung des großen Geheimnisses, das auf dem Klappentext beschworen wird, fand ich auch etwas zu vorhersehbar.
Insgesamt gesehen hatte das Buch zwar einige gute Ansätze, war für mich aber doch ein wenig enttäuschend. Zumal ich es keinesalls unter Thriller verbuchen würde, denn dafür fehlte mir doch etwas die Spannung.

Elizabeth Haynes beim Berlin Verlag
Die englischsprachige Homepage der Autorin

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