Nur ein Hund und doch so viel mehr

Als meine Schwester im Dezember 2011 verkündete, dass sie sich einen Hund anschaffen würde, weil sie gerne wollte, dass ihre beiden Kinder so wie sie und ich mit einem Hund aufwachsen sollten, war ich wenig begeistert.
Nicht weil ich keine Hunde mag, nein ich bin mit Hunden groß geworden und bin ein absoluter Hundefan, sondern weil zum Einen mein Vater immer kränker wurde und weil zum anderen so ein Tier eine große Verantwortung bedeutet.

Tja, meine Schwester hat sich durchgesetzt und so bekamen wir Ende April 2012 unseren Familiehund Jack, eine gelungene Mischung aus Labrador, Wolfsspitz und Malamute.
Unser tollpatschiges Riesenbaby brachte uns von Anfang an zum Lachen und bot Trost für uns alle als mein Vater gestorben war.
Tja, leider wurde Jack nach seiner Kastration krank, er bekam Epilepsie. Durch die Medikamente, die er jeden Tag geduldig schluckte, nahm er zu und um sein Gewicht zu reduzieren, stellte meine Schwester sein Futter auf Barf um und fortan gab es rohes Fleisch und viel Gemüse und auch das ertrug der Knuddelbär mit viel Gelassenheit – was ihn natürlich nicht davon abhielt jeden regelmäßig mit seinen großen braunen Kulleraugen nach Leckerlies anzubetteln, frei nach dem Motto: Hund kann’s ja mal probieren.

Letzten Mittwoch passierte dann was, wovor wir gewarnt worden waren und alle Angst hatten: Jack hatte innerhalb von 1 1/2 Stunden drei heftige Anfälle und war nur mit Mühe aus der Krampfphase herauszuholen.
Eine umfangreiche Untersuchungsserie bei einer Tierärztin, die sich mit Epilepsie bei Tieren auskennt, erbrachte keine neuen Erkenntnisse, nur ein neues Medikament, das nach drei oder vier Tagen erste Erfolge bringen sollte.
Leider gehört unser Jack wohl zu denn Tieren, die an erblich bedingter Epilepsie leiden und noch dazu langfristig nicht therapierbar sind und nur durch hohe Dosen kurfristig krampffrei bleiben.

Nachdem er gestern trotz hoher Dosierung wieder fünf heftige Anfälle hatte, blieb nur noch eine Alternative.
Und wieder muss ich ‚nie wieder‚ schreiben, auch wenn es dieses Mal ’nur‘ um ein Tier geht.
Jack wird nie wieder mitten im Treppenhaus sitzen und sich nicht daran stören, dass ich vollbepackt bin und eigentlich keine Hand frei habe, um ihm den Kopf zu kraulen.
Er wird mich nie wieder schwanzwedelnd nach einem beknackten Arbeitstag begrüßen und mir seinen Plüschhund bringen, um ihn für ihn zu werfen und mich damit abzulenken.
Der Knuddelbär wird nie wieder auf dem Teppich vor dem Sofa meiner Mutter liegen und sich von mir den Bauch kraulen lassen und dabei einen Pups nach dem anderen lassen.
Er wird nie wieder mit uns spazieren gehen oder Auto fahren oder die Nachbarkatze anbellen, wenn sie durch unseren Garten latschen will.
Jack wird uns nie wieder zum Lachen bringen, Trost spenden oder Hundeküsschen verteilen.
Wegen all dieser Eigenschaften war er so viel mehr als nur ein Hund, ich bin gerade unendlich traurig und ich werde unsre Schnullerbacke sehr vermissen!!!!

Jack

Januar 2012 bis August 2014

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Da ich mir das von der Seele schreiben wollte, aber nicht unbedingt drüber ‚reden‘ möchte, ist die Kommentarfunktion zu diesem Beitrag deaktiviert, sorry!

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