The Wind that shakes the Barley

Irland, 1920:
Der junge Arzt Damien O’Donovan (Cillian Murphy) hat durch eine Anstellung in einem Londoner Krankenhaus die Chance Irland zu verlassen und ein besseres Leben zu beginnen.
Doch der irische Unabhängigkeitskrieg bricht aus und als Damien Zeuge der brutalen Taten der britischen Söldnerkommandos wird, die Irland mit aller Macht befrieden sollen, entschließt er sich in Irland zu bleiben und an der Seite seiner Landsleute für die irische Unabhängigkeit zu kämpfen…

Auf ‚The Wind That Shakes the Barley‚ bin ich nicht durch den bekannteren Cillian Murphy aufmerksam geworden, sondern durch den unterschätzten Liam Cunningham, den ich wahnsinnig gern sehe.
Außer diesen beiden und Roger Allam, der in einer Nebenrolle zu sehen ist, kannte ich ansonsten niemanden aus dem Cast, aber richtig bekannte Namen hat der Film nicht nötig, denn die Geschichte an sich ist fesselnd und aufwühlend.
Und obwohl historische Begebenheiten erzählt werden, die fast hundert Jahre zurückliegen, ist der Film auch heutzutage tragischerweise immer noch relevant.
Der Film erzählt ungeschminkt von einer Regierung, die einem Teil der Bevölkerung die Identität nimmt und Konflikte anheizt, statt zu deeskalieren.
Dabei gelingt es den Machern sehr gut keine der beiden Parteien nur schwarz oder nur weiß zu beschreiben, sondern zeigt gut die Graustufen auf, die in einer solchen Situation unweigerlich entstehen müssen.
Ein bißchen fehlte mir persönlich stellenweise die genauere Darstellung des gefühlsmäßigen Innenlebens einzelner Figuren, aber insgesamt war ‚The Wind That Shakes the Barley‚ ein sehenswerter Film für mich, den sich so mancher Politiker anschauen sollte, um daraus Lehren zu ziehen und eventuell gerade aktuell einiges besser zu machen!!!!

Ich habe leider keinen deutschen Trailer gefunden, aber hier ist der englische:

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12 Antworten zu The Wind that shakes the Barley

  1. nettebuecherkiste schreibt:

    Das könnte was für mich sein 🙂

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  2. Herba schreibt:

    Denke ich auch 🙂

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  3. guylty schreibt:

    Ich habe es bisher immer noch nicht über mich gebracht, den Film anzugucken. Liegt vermutlich daran, dass er etwas zu nah an der irischen Geschichte dran ist. Die irischen Kritiker waren denn auch eher reaktionär drauf und fanden den Film zu IRA-freundlich. Ich hörte dagegen eher, dass er ausgeglichen war, allerdings ziemlich viel Gewalt und Brutalität plastisch darstellte. Stimmt das? Nun muss ich wohl wirklich mal ran.

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  4. Herba schreibt:

    Zu Anfang hatte ich beim Anschauen tatsächlich mehr Sympathien für die IRA als für die Engländer. Aber der Film zeichnet durchaus ein differenziertes Bild und stellt die Iren nicht als Helden da, sondern zeigen auch auf dieser Seite Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten.
    Gewalt und Brutalität wird gezeigt, aber für meine Begriffe nicht unnötig aufgebauscht oder effektheischend eingearbeitet. Es wird also nicht mit ewig viel Kunstblut rumgespritzt und die Kamera fängt nicht alles bis zum bitteren Ende ein, was es für mich eigentlich noch authentischer wirken ließ.
    Und als Frau hat mich zum Beispiel besonders berührt, wie englische Söldner einer jungen irischen Frau zur Strafe die Haare abschneiden – das war richtig gruselig. Und dabei floss gar kein Blut…

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  5. guylty schreibt:

    Super – danke für diesen persönlichen Einblick. Über „unnötige Gewaltszenen“ wurde hier sehr viel geredet, und das hat mich etwas abgeschreckt, als der Film aktuell im Kino war. Das Ganze ist natürlich in Irland immer noch ein heißes Eisen – der Bürgerkrieg ist nur 80 Jahre her; viele Leute haben Großeltern gehabt, die damals gekämpft haben. Emotional ähnlich aufgeladen wie die ganze Nazischeiße für uns. Und als Ehrenirre, eh -irin stecke ich da auch irgendwie drin… Mal sehen, wo ich das Ding kaufen kann.

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  6. Herba schreibt:

    Ich sollte vielleicht noch nachschieben, daß ich durch Serien wie Game of Thrones einiges gewöhnt bin, aber Gewalt in ‚realistischen‘ Szenarien schon anders einzuschätzen weiß und da übertriebene Szenen auch nicht unbedingt gut finde.
    Ich bin zum Beispiel grandios an ‚Hunger‘ gescheitert, den mußte ich vor der Hälfte abschalten, weil ichs nicht ertragen hab…
    Dass das Thema in Irland (und England) ein heißes Eisen ist, kann ich mir vorstellen, aber ich finde es schon gut, daß solche Themen trotzdem in Filmen thematisiert werden, damit ein bißchen was aufgearbeitet werden kann. Leider happert es gerade an der Aufarbeitung ganz oft :-/

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  7. guylty schreibt:

    Bei der Aufarbeitung sind wir Deutschen ja Weltspitze. Jetzt ehrlich und nicht ironisch gemeint. Da könnten sich die anderen einiges von abschneiden. In Irland wird das Thema Bürgerkrieg nach wie vor revisioniert und emotionalisiert. Sachliche Auseinandersetzung? Feahlanzeige. Kein Wunder also, dass ein englischer Regisseur das heiße Eisen anpackt. In England ist die englische Geschichte diesbezüglich übrigens wenig bekannt – englische Schulkinder lernen wenig über die Auswüchse des Imperialismus auf der Nachbarinsel. Schade.

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  8. linnetmoss schreibt:

    I loved this film–a great Irish story directed by Englishman Ken Loach.

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  9. Herba schreibt:

    Das denke ich eigentlich auch. Auch wenn es uns als Volk nicht unbedingt klüger macht als den Rest, aber die Aufarbeitung funktioniert besser als anderswo.
    Sachliche Auseinandersetzung ist immer schwierig, wenn man noch so nah dran ist. Andererseits sind Berichte von Zeitzeugen so wertvoll und irgendwann hat man dann die Chance verpaßt, sie zu hören…
    Lernen englische Schulkinder denn überhaupt etwas über die Schattenseiten ihres ehemals großen Empires? Ich kenne mich damit gar nicht aus, aber es würde mich wirklich mal interessieren, nicht nur in Bezug auf England, sondern auch in Bezug auf die USA. In Deutschland kannst Du dem Thema Holocaust in der Schule ja wirklich nicht entgehen, ich kenne zumindest niemanden, dem das gelungen ist (und das ist auch gut so!)

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  10. Herba schreibt:

    Me too and I was surprised when I read that the director is english

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  11. guylty schreibt:

    Ganz so genau kenne ich mich mit dem Curriculum im Geschichtsunterricht in England auch nicht aus. Mir ist nur im Gespräch mit vielen Engländern aufgefallen, dass ihnen beispielsweise der Freiheitskampf in Irland weit weniger bewusst ist, als die Problematik anderer ehemals britischer Kolonien. Und das, obwohl Irland gleich nebenan liegt und jeder zweite in England irgendwie irische Verwandtschaft hat.
    In Irland ist dagegen der irische Freiheitskampf und der daraus resultierende Bürgerkrieg ähnlich wie der Holocaust für uns ein ewig wiedergekäutes Thema. Nur weit nicht so differenziert dargestellt wie der Holocaust.

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  12. Herba schreibt:

    Schade 😉 Aber danke für den interessanten Einblick!!!
    Vielleicht macht gerade die Nähe zu Irland die Aufarbeitung so schwierig?

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