Null-Null-Siebzig: Operation Eaglehurst von Marlies Ferber

Der siebzigjährige Ex-SIS-Agent James Gerald erholt sich nur langsam nach einem längeren Krankenhausaufenthalt – dem ersten in seinem Leben.
Trotzdem beschließt er den Tod eines Freundes zu untersuchen, der unerwartet in der Seniorenresidenz Eaglehurst starb.
Kurz nach James Ankunft sterben zwei weitere Bewohner und ihm wird klar, dass er schnell handeln muss, um weiteres Unheil zu verhindern.
Wird James herausfinden können, ob die Bewohner eines natürlichen Todes gestorben sind?

In Zeiten, wo ich als Konsument das Gefühl habe, dass jeder Krimi, egal ob Buch oder Film, immer blutrünstiger, technisch durchgestylter und aufsehnerregender daher kommen muss, um ein Publikum zu finden, ist ‚Operation Eaglehurst‚ wundervoll unaufgeregt.
Das heißt nicht, dass Marlies Ferber, die fließend und gut lesbar schreibt, kein spannender Krimi gelungen ist, sondern dass man sich mit James Gerard eher zurück zu den guten alten Krimiwurzeln begibt, bei denen vorrangig noch mit Hirnschmalz nach Verbrechern gesucht wird.
James ist ein Spion der alten Schule, der sich mit seinem Rentnerdasein und dem Alt-sein arrangieren muss und die Probleme, die sich daraus für ihn ergeben, fand ich neben der Krimihandlung einfach spannend.
Denn sein Verstand ist noch genauso scharf wie früher, aber sein Körper läßt ihn langsam im Stich und das ärgert ihn.
Außerdem ergibt sich durch diesen Umstand für den Einzelgänger das Problem, daß er auf andere Menschen angewiesen ist und auch das fällt ihm schwer.
Allerdings kommt er dadurch seiner ehemaligen Kollegin Sheila näher, die verwitwet ist, ihm etwas unter die Arme greift und im Haus neben seinem wohnt.
Die beiden kennen sich schon lange und sehr gut und ihre Gespräche sind witzig und machen beim Lesen einfach Spaß.
Die anderen Figuren des Krimis fand ich gut beschrieben und auch das englische Flair hat die Autorin gut eingefangen.
Und natürlich wurde auch nicht ganz auf kleine technische Spielereien a la James Bond verzichtet, die aber dem Alter des Protagonisten angepaßt wurden und so ein stimmiges Gesamtkonzept abrunden.
Insgesamt war ‚Operation Eaglehurst‚ ein unterhaltsames Lesevergnügen, das Lust auf mehr macht und das ich Fans von englischen Krimis mit Humor auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

Die Bücher der Null-Null-Siebzig-Reihe in chronologischer Reihenfolge:
Operation Eaglehurst
Agent an Bord
Mord in Hangzhou
Truthahn, Mord und Christmas Pudding

Die Autorenhomepage von Marlies Ferber
Marlies Ferber bei dtv

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