Theater – Erfahrungen und Erwartungen

Vor kurzem habe ich eine langjährigen Freundin (der Einfachheit halber nenne ich sie im folgenden einfach F) getroffen, die nun am anderen Ende der Republik wohnt.
Daher sehen wir uns nur noch so einmal im Jahr, aber wenn wir uns dann treffen, wird geratscht bis zum Umfallen und in Erinnerungen geschwelgt.

Bei unserem letzten Zusammentreffen, das wie gesagt noch nicht lange her ist, fiel ihr ein Stapel Bücher auf, der auf meinem Wohnzimmertisch lag (und immer noch liegt), der sich mit zwei Themen beschäftigt:
1. Die Geschichte der Weißen Rose bzw die Geschwister Scholl (angefixt durch eine Fernsehdokumentation zum Todestag der Beiden)
und
2. The Crucible bzw Arthur Miller (angefixt durch die aktuelle Produktion des Old Vic)
und den sie mit: ‚Manche Dinge ändern sich nie‘ kommentierte.
Als sie meinen fragenden Blick sah, erklärte sie: ‚Na ja, Du hast früher immer schon zu allem was dich irgendwie interessiert hat, Bücher gelesen und versucht dich eingehender damit zu beschäftigen.
Da war das halt einfach schwieriger, weil wir hier keine gut sortierte Bücherei hatten, aber nun sitzt Du ja an der Quelle!‘

Damit hat F allerdings Recht, wobei ich zugeben musste, daß ich oft Bücher zu einem Thema ausleihe und sie dann recht häufig ungelesen zurückgebe, weil mir einfach die Disziplin für das Lesen von Sachbüchern fehlt.
So habe ich zum Beispiel in kein einziges Büch über die ‚Weiße Rose‘ mehr als einen Blick riskiert und von den Büchern zum Thema Crucible habe ich bis jetzt nur das Stück selbst als unkommentierte Ausgabe gelesen.

Aber über das Bühnenstück von Arthur Miller kamen wir auf meine kurze Laufbahn als Bühnenschauspielerin zu sprechen, die früh begann und auch früh wieder endete und auf meine Erwartungen als Zuschauer im Theater.

Meinen ersten Auftritt auf einer Bühne hatte mich mit 3 Jahren und er sollte mein Verhältnis zu solchen Veranstaltungen nachhaltig prägen.
Ich hatte nur ein paar Wochen vorher meinen ersten Kindergartentag hinter mich gebracht und stand der ganzen Einrichtung mehr als skeptisch gegenüber, als wir auch schon für ein Weihnachtsspektakel auf der Bühne der Kindergartenturnhalle antraten.
Ob wir gesungen oder Gedichte aufgesagt haben, weiß ich nicht mehr (Verdrängung deluxe), aber daß ich mehr als unglücklich über meinen ersten Auftritt im Rampenlicht war, bezeugen ein paar alte Fotos, auf denen ich mit roter Zwergenmütze und heulend zwischen anderen Kindern auf besagter Bühne stehe.
Und da meine Kindergärtnerin hinter mir steht und eine Hand auf meiner Schulter hat, gehe ich mal davon aus, dass ich kurz vorher einen Fluchtversuch hingelegt hatte.
Gut Schade, daß es damals noch keine Handycams und ähnliches gab! sonnenbrille

F: ‚Zeigst Du mir die Bilder?‘
‚NEIN!‘
F: ‚Echt nicht?‘
‚Echt nicht!‘
F: ‚Aber ich würde sie wirklich gerne sehen…‘
‚Tja, das Leben ist kein Ponyhof!‘ klugscheiß

In den folgenden Jahren machte ich jedenfalls immer zwei Schritte rückwärts, wenn irgendein Erwachsener auch nur an Bühne und Scheinwerfer dachte, was auch ganz gut funktionierte.
Trotzdem hatte ich Spaß auf der anderen Seite zu stehen und genoß die jährlich wiederkehrenden Ausflüge ins Kindertheater sehr.
Leider kann ich mich nur noch an eine Pumukel-Aufführung erinnern, der Rest ist in meinen Hirnwindungen verloren gegangen.

Während einer Klassenfahrt in der 4. Klasse durften wir einen eintägigen pädagigischen Theater-Workshop absolvieren, der zum einen unsere Teamfähigkeit steigern und zum anderen unsere Kreativität anregen sollte.
Nach allen möglichen Spielchen und Übungen, bekamen wir eine Rahmenhandlung, die wir mit Dialogen und Bewegung füllen sollten.
Quasi unser eigenes Stück zu erschaffen hat wirklich Spaß gemacht, vermutlich auch, weil wir nicht auf einer Bühne agierten, sondern einfach in einem großen Raum.
Diese Vorstellung wurde übrigens auf Video aufgenommen, aber nur unsere Eltern kamen dann beim nächsten Elternabend in den Genuss einer Vorführung und wir Kinder durften uns das nie anschauen, was ich mittlerweile wirklich schade finde.
Bei diesem Workshop dürfte ich übrigens auch zum ersten Mal ein paar der wichtigsten Grundsätze fürs Theaterspielen (Langsam! Laut! und Deutlich! sprechen) gehört haben.

F: ‚Wieso kann ich mich daran so gar nicht mehr erinnern?‘
‚Keine Ahnung, Du warst aber definitiv dabei.‘
F: ‚Das hab ich dann wohl verdrängt….‘

Als ich in der 5. Klasse an eine weiterführende Schule wechselte, erfuhr ich zwar von der schuleigenen Theater-AG, aber mir wäre es nie in den Sinn gekommen, mich dort zu bewerben.
Blöd ist nur, wenn man dann irgendwann die Leiterin der AG als Deutschlehrerin bekommt, die nach dem Abgang der halben AG dringend neue Schauspieler suchte und die leider auf dem ‚Nein, danke, ich möchte das nicht so gerne‘-Ohr vollkommen taub war.
Also wurde ich in der 8. Klasse unfreiwillig Mitglied der AG und bekam im anstehenden Stück, das kurz vor Weihnachten aufgeführt werden würde, auch noch eine der textintensivsten Rollen.

F: ‚Ich weiß noch, wie lustig ich das damals fand. Konnte sich keine fünf Vokabeln merken und sollte etliche Seiten Text auswendig lernen….was Du dann ja auch ohne weiteres geschafft hast‘
‚Tja, was soll ich sagen. Mein Hirn hat sich schon immer am liebsten die unwichtigen Sachen gemerkt‘ sonnenbrille

Geprobt wurde damals einmal die Woche und das nur ungefähr zehn Wochen lang.
Uns ‚Schauspielern‘ war es also komplett selbst überlassen den Text zu lernen und bei den Proben ging es dann erstmal hauptsächlich darum jedem beizubringen, wo er wann zu sein hatte.
Zum Feintuning, also Betonung der Worte, Emotionen, Gesichtsausdruck, etc. kam es erst knapp zwei Wochen vor dem Aufführungswochenende, was mein Vertrauen in die ganze Geschichte nicht übermäßig steigerte.

Dazu kamen dann noch zwei Handycaps, mit denen ich irgendwie fertig werden mußte.
Zum einen ist es für jemanden, der unter extremer Höhenangst leidet kein Zuckerschlecken mehrfach am Rand der Bühne entlang zu laufen und die gut zwei Meter Höhenunterschied zu ignorieren und zum anderen spielte ich die meisten meiner Szenen mit dem einzigen erwachsenen Schauspieler der Truppe, einem über Sechzigjährigen, der enorme Probleme hatte sich seinen Text zu merken und des öfteren mitten auf der Bühne laut fragte ‚Was muss ich nochmal als nächstes sagen?‘

F: ‚Mich hat ja wirklich gewundert, daß er das nicht auch während einer Aufführung gemacht hat.‘
‚Für diesen Fall hatte ich die offizielle Erlaubnis ihn von der Bühne zu schubsen!!!‘ icon_mrgreen

Außerdem wurde von uns Großen erwartet, daß wir vor, während und nach den Aufführungen ein Auge auf die jüngeren Mitglieder der Truppe hatten.
Der Vorteil dieser Flut an Aufgaben war, dass ich keine Zeit hatte mir vor oder während meines Auftritts Gedanken über die knapp 350 Zuschauer zu machen oder darüber zu sinnieren, was passieren würde, wenn ich meinen Text vergessen sollte und dass keine Zeit für Lampenfieber war.
Das ist übrigens bis heute noch so, wenn ich vor Leuten sprechen muss:
Mir ist flau im Magen, aber die Knie zittern mir immer erst hinterher, wenn die Anspannung nachläßt. Danach bin ich dann aber auch wirklich kurzfristig für nichts mehr zu gebrauchen.

Zwei Tage vor der Premiere fiel meiner Lehrerin/Regisseurin dann noch ein, daß sie gut finden würde, wenn ich bei meinem letzten Abgang triumphierend lachen könnte.
Das hat mich in eine echte Krise gestürzt, denn ich hab es einfach nicht so hinbekommen wie sie es wollte.
Wir haben dann nach der Generalprobe, bei der übrigens alles schief ging, was schief gehen konnte, ausgemacht, daß ich es versuche, wenn ich meine, daß ich es hinbekomme und es einfach weglasse, wenn nicht.

Tja, und dann kam das WE mit unseren drei Aufführungen und es klappte alles so weit wie am Schnürchen oder zumindest so, daß den Zuschauern nicht auffiel, daß was schief lief, samt triumphierenden Lachen.

Das macht schon irgendwie stolz, aber ich hätte trotzdem gerne aufgehört. Leider war die Chefin immer noch vollkommen taub, was das anging, also spielte ich im nächsten Stück wieder mit, allerdings zum Glück eine kleinere Rolle, die zwar auch Aufregung und Lampenfieber mit sich brachte, aber sich doch ganz gut bewältigen ließ.

Danach wechselte ich dann entgültig ins Team hinter den Kulissen, wo ich ein weiteres Stück als Mädchen für alles unterstützte.

Als dann die Mittelstufe beendet war und ich auf die Oberstufe und eine neue Schule wechselte, stand die Entscheidung an, ob ich dort wieder mit dem theaterspielen anfangen sollte oder nicht.
Letztendlich habe ich mich für ‚oder nicht‘ entschieden, denn die dortige Theatergruppe war extrem ambitioniert undauf künstlerisch wertvolle Stücke ausgelegt und das ist schon damals nicht so unbedingt meine Tasse Tee gewesen.

Und damit endet dann auch mein Erfahrungsschatz als Schauspieler und ich wechselte entgültig auf die Seite des Zuschauers.
Zuschauer bin ich recht unregelmäßig, wobei ich seit ein paar Jahren wieder mehr Stücke gesehen habe, mich dabei aber eher auf Unterhaltungstheater fokusiere und die Klassiker eher links liegen lasse – Banause der ich bin.

Wenn ich ins Theater gehe, mache ich mir im Vorfeld meist wenig Gedanken darüber, wie die Profis ein Stück erarbeiten, wie oft sie wann proben oder wie sie Emotionen, die sie zeigen müssen, bei jeder Vorstellung erneut produzieren.
Stattdessen möchte ich unterhalten und ‚verzaubert‘ werden und nicht vorher oder nachher meterweise Literatur wälzen müssen, um verstehen zu können, was die Kernaussage des Stücks war.
Dass heißt nicht, daß mich ein Stück nicht emotional fordern darf oder dass ich nicht darüber nachdenken möchte, aber am liebsten sind mir Stücke, die unterhalten und sich dabei eher unbewußt in meinem Kopf festsetzen.
Wichtig ist mir im Theater außerdem, daß eine Atmosphäre geschaffen wird, die mich für die Dauer des Stücks komplett abtauchen läßt.
Und wenn dann die Schauspieler noch gut sind, dann hatte ich meinen idealen Theaterbesuch. Ein solcher Abend bleibt mir für immer im Gedächtnis und ich glaube das ist es, was ich anstreben würde, wenn ich Profi wäre.
Dass nämlich etliche Jahre später Leute zusammenkommen, sich unterhalten und sagen: ‚Weißt Du noch als wir uns das grandiose Stück mit XY angesehen haben?‘

F: ‚Weißt Du noch wie wir uns in der 11ten im Staatstheater irgendwas angeschaut haben und die Hälfte der Sitzplätze und ein Teil der Bühne nicht benutzbar war.‘
‚Klar, das muss ‚Emilia Galotti‘ gewesen sein. Das war, weil das Dach undicht war und es reingeregnet hat. Aber an mehr kann ich mich nicht mehr erinnern‘
F: ‚Trotzdem war es auch ein unvergessliches Theatererlebnis, an das wir uns noch Jahre später erinnern…‘ icon_lol

Ab und an gibt es dann aber doch Stücke, wo ich gerne mehr über das Entstehen der Inszenierung und über den Alltag der Schauspieler wüßte.
Wie laufen Proben ab?
Wie oft und wie lange wird geprobt?
Wird auch noch regelmäßig jeden Tag geprobt, wenn die Aufführungen laufen?
Erarbeitet sich das Enselmble das Stück zusammen mit dem Regisseur oder gibts einfach Regieanweisungen, die die Schauspieler ‚blind‘ umsetzten müssen?

Diese Fragen sind aber rein meiner Neugier geschuldet und haben keinerlei Einfluss auf mein Vergnügen beim Anschauen.
Es ist vollkommen unerheblich, ob ein Schauspieler Tag und Nacht geprobt hat oder ob er jeden Tag quasi fünf Minuten vor der Vorstellung aus dem Bett gefallen ist.
Er muss für mich glaubhaft sein und mich berühren, mich packen und das reicht dann schon.
Und genau wie beim Film analysiere ich nicht, ob Kostüme, Requisiten und Kulisse zu 100 Prozent korrekt in die dargestellte Zeit passen.
Dazu habe ich auch gar keine Zeit, denn beim Theater gibt es so viel zu sehen, zu hören und zu verarbeiten, daß ich vollauf damit beschäftigt bin, so viel wie möglich mitzubekommen, denn eine Nochmal-anschauen-Option gibt es ja leider nicht, denn selbst wenn man sich das Stück noch einmal anschaut, ist keine Aufführung wie die andere.

F: ‚Mmmmh, und was ist mit Schauspielerin, die Du magst? Da müßte doch so viel Zauber vorhanden sein, daß Du von vorne herein überzeugt bist. Weißt Du was ich meine?‘
‚Na ja, es ist erstmal schön jemanden, den man nur aus dem Kino oder TV kennt, leibhaftig vor sich zu sehen, aber wenn er oder sie sein Handwerk versteht, setzt nach kurzer Zeit der ‚Theaterzauber‘ ein und ich genieße das Stück mit dem kompletten Ensemble.
Andererseits hilft ein bekannter Name, ein nettes Gesicht oder ein nackter Oberkörper nicht, wenn mich das Stück nicht zu fesseln vermag.
Ein bißchen müssen die Herrschaften sich also auch für mich anspruchsloses Fangirl anstrengen!‘ zwinker

Wie sieht es denn bei euch aus?
Habt ihr Erfahrungen als Schauspieler/Regisseur/Bühnenarbeiter?
Geht ihr gern und oft ins Theater?
Was erwartet ihr von einer für euch gelungenen Aufführung?

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26 Antworten zu Theater – Erfahrungen und Erwartungen

  1. silke lion schreibt:

    Mittlerweile bereue ich , dass ich mich nie auf die Bühne getraut habe .
    Zugeguckt hab ich immer gern.

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  2. Herba schreibt:

    Hast Du mal darüber nachgedacht, nach einer Hobbytruppe in Deiner Umgebung zu schauen? Denn eigentlich ist es ja nie zu spät, etwas neues auszuprobieren und eine Erfahrung ist Theaterspielen definitiv. Es ist nämlich schon toll, wenn man am Ende zusammen auf der Bühne steht und applaudiert wird

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  3. Philipp Elph schreibt:

    Nach über 30 Jahren nahezu totaler Theaterabstinenz habe ich seit einem Jahr wieder ein Abo. Damals, das waren viele Opernaufführungen (interessiert mich jetzt gar nicht mehr) aber auch der Wechsel von Conny Froboess aus dem Schlagergeschäft als Cornelia Froboess ins Schauspielfach mit Auftritten als Eliza Doolittle (fiel ihr nicht schwer), als Puck im Sommernachtstraum (super, die lebendige Gestaltung der Rolle), als Emilia Galotti (ich erinnere mich nicht mehr an Einzelheiten) und als Nutte (toll gespielt) in einem Stück, dessen Titel ich vergessen habe. Chef von Cornelia war am Staatstheater in Braunschweig war der damalige Intendant Dr. Hellmuth Matiasek, ihr Ehemann.

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  4. Herba schreibt:

    Das klingt gut. Zu einem Abo reicht es bei mir (bis jetzt?) noch nicht.
    Frau Froboess ist sicher ein tolles Erlebnis auf der Theaterbühne. Wobei ich stellenweise ihre Stimme etwas anstrengend finde, aber schauspielerisch hat sie einiges drauf

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  5. Philipp Elph schreibt:

    Ich habe sie damals wie viele meiner Klassenkameraden angehimmelt, das war 1964-66. Wir waren zu der Zeit 18-19 Jahre alt.

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  6. Herba schreibt:

    Also genau die Zielgruppe 🙂 Sie dann auch noch auf der Bühne zu sehen, war sicher besonders toll.
    Ich liebe ihre alten Filme (mit Peter Kraus) und freue mich generell, wenn ich sie mal im Fernsehen entdecke

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  7. cRAmerry schreibt:

    Zunächst mal finde ich es schön, dass es noch mehr Leute gibt, die sich vollkommen begeistert Sachbücher ausleihen, um sie dann doch nicht fertigzulesen. 🙂 Also ich verende meist nach dem ersten Drittel. Vielleicht habe ich mir auch nach Jahrzehnten exzessivstem Bücherkonsum der schöneren Art das Sachbuchlesen schlicht abgewöhnt.
    Aber zum Thema:
    Auch ich habe die übliche Sekundarstufe-1-Theater-AG-Erfahrung: In der 7. Klasse war es. Wir führten Sketche auf (peinlich!, aber lustig) und mal einen Einakter, wo ich eine furiose Alte gespielt habe, die ihrem Mann am Ende des Schlagabtausches eine klebt. Was soll ich sagen, klar hatten wir die Ohrfeige theatertechnisch geübt, aber nun ja, dann ist mir bei der Aufführung doch die Hand ausgerutscht 😀 Jetzt bin ich zum Glück nicht so wahnsinnig aggressionsbegabt und der Schaden blieb deshalb im Rahmen. Das ist dann wohl „method-acting“. Insgesamt war ich auch immer vollkommen aufgeregt, klar und es hat auch Spaß gemacht, aber am langen Ende habe ich dann doch lieber Anderen das Theaterspielen überlassen.
    Insgesamt bin ich was Theater oder auch Oper angeht nicht so der experimentelle Typ. Wenn man das Stück kaum noch erkennt, finde ich es schwierig. Und ich habe auch keine Lust, ins Geschehen einbezogen zu werden, am Besten noch, wenn einem die Schaupieler fast auf dem Schoss sitzen (doch halt in einem ganz speziellen Fall vielleicht schon, wenn ich da so drüber nachdenke *sehnsuchts-seufz*) -sorry, aber das musste sein – 🙂
    Ich gehe gerne ins Theater, um mich komplett banal gut unterhalten zu lassen. Konfrontation ja, aber Provokation um jeden Preis als Stilmittel ist nicht mein Ding.
    Klasse finde ich Aufführungen, in denen etwas schiefgeht. Das LIEBE ich. Wenn also die Pistole nicht knallt und Claus Biederstedt macht „peng“. Das Publikum lag unter den Stühlen. Oder wenn Paul Hubschmied auf offener Bühne einen Lachanfall bekommt.
    Insgesamt finde ich die Atmosphäre im Theater immer sehr anregend.

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  8. Herba schreibt:

    Da kommst Du weiter als ich 😉
    Autsch! Aber gut, wenn Dein Kollege ohne große Schäden davon gekommen ist!!!
    Och auf meinem Schoss bräuchte ich auch den gewissen nicht. Das würde vermutlich auch ziemlich lächerlich aussehen 😉
    Wie genial ist das denn? Da hat Herr Biederstedt ja genial reagiert :mrgreen:

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  9. cRAmerry schreibt:

    Das mit dem ersten Drittel war glaube ich auch ein wenig schöngerechnet 🙂
    Thema Schoss: schön, dann gibt es da auch keinen unnötigen Konkurrenzkampf. *doppelgrins*
    Und am Beispiel Claus B. konnte man erkenne, wie schön es ist , dass die Spontanität nicht komplett flöten geht. Ich halte es neben dem Textlernen überhaupt für die größte Herausforderung eines Bühnenschauspielers, das immergleiche Stück über Wochen und Monate fast täglich aufzuführen und es immer wieder mit Leben zu füllen.

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  10. uinonah72 schreibt:

    Wie Du, Herba, möchte ich im Theater in erster Linie unterhalten werden. Leider war mir unser lokales Theater bisher zu verkopft und „künstlerisch wertvoll“, so dass ich bei den wenigen Besuchen eher verständnislos und gelangweilt rausgekommen bin. Einmal wurde ich jedoch positiv überrascht. Da hat mich meine Englischlehrerin in eine Mini-Aufführung von Arthur Miller’s Death of a Salesman geschleppt. Ich hatte null Erwartungen an das Stück, ausser, dass es wahrscheinlich langweilig ist und zu meiner eigenen Überraschung saß ich am Ende zu Tränen gerührt da. Also habe ich die Hoffnung nicht ganz verloren 😉
    PS: Auch ich habe früher Sachbücher zu meinen aktuellen Interessensgebieten ausgeliehen und praktisch ungelesen zurückgegeben, LOL.

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  11. fleischfee schreibt:

    Ich habe früher gern und viel Theater/Musical gespielt u.a. sogar Pipi Langstrumpf und Westside Story. Ich hab das immer geliebt ich konnte als Kind nie genug von der Bühne bekommen. Wenn nicht auf der echten, dann im Kinderzimmer auf Familienfeiern.
    Ich habe Ballettaufführen, Theaterstücke Mini-Playback Shows, Lambada/Soca Dance Vorführungen und Modenschauen gehabt.
    In der Schule ging ich dann in einen Theaterkurs, als Wahlpflichtfach, den fand ich aber ätzend und all meine Freunde waren außerdem im Hauswirtschaftskurs. Also wechselte ich natürlich. Das hat evtl. meinen weiteren Lebensweg mitbestimmt.

    Mit 15 J. hatte ich meinen 1. Freund, da war dann Tanzen abgemeldet. Merkwürdig, denn er war Breakdancer und ich Ballerina. Hatte toll werden können, damals gab es so Filme wie „Save The Last Dance“ aber noch nicht. Also haben wir beide nicht mehr getanzt.
    In der Woche war Schule und am Wochenende arbeiten am Obst und Gemüsestand seiner Mom auf dem Wochenmarkt. (Und schon wieder Lebensmittel!!!)
    Mit 17 1/2 J. trennten wir uns dann und ich fing an ernsthaft zu modeln. Das hab ich aber nur ganz kurz gemacht, ca. 2 Jahre.

    Mit 23 J. begann ich mit Gesangsunterricht. Ich weiß nicht wieso aber ich schaffe es einfach nicht mehr vor Publikum zu funktionieren. Irgendwas habe ich im Laufe der Jahre wohl verloren. Ich würde es wirklich gern wiederfinden.
    Früher hieß es immer ich hätte vermutlich ADS mittlerweile sagen ganz viele ich wäre sehr introvertiert. Das ist irgendwie komisch. Vielleicht bin ich mit dem Alter wirklich ruhiger und nachdenklicher geworden aber wenn man mich lässt unterhalte ich andere immer noch gern.

    Wenn ich ein Kind hätte würde ich sowas auf jeden Fall von klein auf fördern und wir würden auch viel zusammen lesen.

    Ich mag auch gern ins Theater, leider kann ich mir sowas ganz oft nicht leisten. Mich muss das ganze auf jeden Fall unterhalten und mitreißen. Ich muss lachen oder weinen oder vor Anspannung diesen Druck auf dem Brustkorb spüren und am besten alles zusammen. Dann war es perfekt.

    LG Sue

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  12. Die Poe schreibt:

    Theater hab ich nie gespielt, aber ich war da ja schnell fein raus, weil ich getanzt habe und dann später in der Schulband war. Das waren dann genug öffentliche Auftritte 🙂
    Im Theater will ich, wie Du, unterhalten werden. Interessiert mich dann etwas, dann lese ich es nach. In der Regel aber eher die Kurzversion, also im Internet oder in einem Lexikon und nicht in einem kompletten Sachbuch. So ein komplettes Sachbuch lese ich nur, wenn mich das Thema wiiiiiiiiiiiiiirklich interessiert oder wenn es mich interessieren muss!

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  13. Herba schreibt:

    Frei nach dem Motto: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast??? 😉
    Nö, nö, alles ganz easypeasy 😎
    Das glaube ich auch. Es soll ja auch nach 3 Monaten noch frisch wirken und nicht ausgeltuscht. Das muss wahrlich eine Herausforderung sein

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  14. Herba schreibt:

    Das ist ja schade 😦 Und doch schön, wenn man auch mal eine Überraschung erleben kann!
    Das mit den Sachbüchern scheint irgendwie auch so ein Frauending zu sein *lachen*

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  15. Herba schreibt:

    Das klingt ja wirklich interessant. Schade, daß sich ein Leben auf der Bühne für Dich nicht ergeben hat. Aber ich glaube im Gastronomiebereich muss man auch ein bißchen unterhalten können, um ein guter Gastgeber zu sein, von daher ist das vielleicht gar nicht so abwegig…

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  16. Herba schreibt:

    Das stimmt, das klingt nach genug Rampenlicht 🙂
    „Interssieren muss“ ist gut. Zum Glück kommt das bei mir seit der Schulzeit nicht mehr vor, aber irgendwie ist dadurch eben auch die Disziplin dafür verloren gegangen, was ja doch irgendwie schade ist…

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  17. Die Poe schreibt:

    Das kommt ja auch ganz auf’s Sachbuch an! Letztens habe ich ein Buch über die hessische Sprache und hessische Lieblingswörter angefangen. Das ist auchein Sachbuch, aber das lese ich fertig 🙂

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  18. Herba schreibt:

    Hihihi, das klingt auch unterhaltsam, trotz Sachbuch.
    Mein hessisches Lieblingswort ist seit gestern abend nun erstmal ‚Gaawerlips‘ *schüttel*

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  19. nettebuecherkiste schreibt:

    Ich hasse es wie die Pest, wenn Stücke auf modern getrimmt werden. Ich will verdammt noch mal keine sterile Fabrikatmosphäre. Ist vielleicht unintellektuell, ist mir aber egal 😉 Leider gehe ich aus diesem Grund selten ins Theater.

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  20. fleischfee schreibt:

    Da hast Du sicher Recht liebe Herba aber ich denke finanziell wäre eine Karriere auf der Bühne definitiv lukrativer gewesen.

    Nun darf ich ja meinen Gastrojob auch nicht mehr machen und suche nach etwas, das ich sitzend machen kann. also ist die Frage ob es sich gelohnt hat. Wiederum hätte ich vielleicht meinen Blog nicht, wäre ich einen anderen Weg gegangen. 😉

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  21. Herba schreibt:

    Ich finde auch, daß das nicht unbedingt sein muss und fand es letzte Woche erfrischend, als gleich zwei Theaterregisseure auf ihr jeweiliges Stück angesprochen meinten, daß man die Geschichte nicht in eine andere zeit verpflanzen muss, weil sie so universell ist, daß sie auch so funktioniert.

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  22. Herba schreibt:

    Wenn man erfolgreich ist sicher, aber viele Schauspieler krebsen ja leider am Existenzminimum herum :-/

    😦 Ich hoffe Du findest etwas, daß dich ausfüllt und Dir Spaß macht!

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  23. nettebuecherkiste schreibt:

    Gute Einstellung! 🙂

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  24. Herba schreibt:

    Jap und vor allem erspart mir das demnächst Puritaner in Sado-Maso-Klamotten oder ähnlich abgedrehtes 😉

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  25. nettebuecherkiste schreibt:

    Du fliegst „The Crucible“ gucken? Cool. Das Stück würde mich ja inhaltlich auch interessieren, aber leider keine Kohle… Viel Spaß!

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  26. Herba schreibt:

    Dank Dir!!!
    Ja, wird ein Kurz-WE-Trip: Freitag abend hin und Sonntag wieder zurück. Das mußte einfach sein, auch wenn es vernünftiger gewesen wäre, dafür kein Geld auszugeben *seufz* Aber schließlich lebt man ja nur einmal

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