Field Punishment No. 1 (Originalversion)

1916 verhaftet und verschifft Neuseeland 14 bekannte und offen bekennende neuseeländische Kriegsdienstverweigerer nach Europa, um sie dort an der Front entweder zum Kriegsdienst zu zwingen oder sie umkommen zu lassen, aber vor allem um sie zum Schweigen zu bringen.
Einer davon ist Archibald Baxter (Fraser Brown); ‚Field Punishment No. 1‚ erzählt seine Geschichte…

‚Field Punishment No. 1‘ ist mal wieder so ein Film, auf den ich nur durch einen Schauspieler, den ich mag, aufmerksam geworden bin.
In diesem Fall war das Stephen Hunter, der in diesem Fernsehfilm eine kleine, aber dennoch feine Rolle spielt.

Die Geschichte von Archibald Baxter und den anderen Neuseeländern, die aus Überzeugung den Kriegsdienst verweigern, hat mich sehr bewegt und mir wieder einmal vor Augen geführt, wie priviligiert wir sind und wie selbstverständlich wir das Recht halten bestimmte Dinge nicht zu tun.
Und was wir Menschen anderen Menschen antun, denn die Strafen, die Kriegsdienstverweigerer zu dieser Zeit erdulden mußten, waren mehr als brutal.

Der Film beginnt mit einem verletzten und traumatisierten Mann in einem Kriegslazarett in Belgien oder Frankreich, der sich nicht erinnern kann, wer er ist und der anfängt zu schreien, wenn er eine Uniform sieht.
In Rückblicken wird dann erzählt, wie es soweit kam und was Archibald alles für seine Überzeugung, das Krieg falsch ist, erduldet hat.

Die Szenen wie andere Soldaten die vierzehn Männer ausziehen und ihnen die Uniform aufzwingen, muten zuerst noch amüsant an, aber als der Zwang immer penetranter und gewaltsamer wird, blieb mir das Lächeln im Hals stecken.
Umso mehr hat mich Fraser Brown beeindruckt, der die Rolle des vehementen aber gewaltfreien Kriegsdienstverweigeres wirklich eindrucksvoll und für mich absolut glaubhaft dargestellt hat.
Ich konnte wirklich mit ihm mitfühlen, habe in seinen verzweifelten Augenblicken mit ihm mitgelitten, war von seiner Standhaftigkeit beeindruckt und ein Brief an seine Mutter, in dem er erklärt, daß er nicht freiwillig an der Front kämpft, sich aber auf keinen Fall umbringen würde und sie eine solche Nachricht, falls sie denn kommen wollte, nicht glauben darf, haben mir dann im wahrsten Sinne des Wortes die Tränen in die Augen getrieben.

Auch die Praktik Verweigerer an Pfähle zu binden (hier genauer beschrieben), egal bei welchen Witterungsverhältnissen und das davon verursachte Leiden dieser Männer zu sehen, war wirklich schrecklich.
Das zeigte aber auch die Unbarmherzigkeit, mit der versucht wurde Kriegsdienstverweigerer zum Schweigen zu bringen, was aus Sicht eines Staates, der gerade Krieg führte, zu dieser Zeit sicher plausibel war, mir als ‚moderner‘ Mensch des 21. Jahrhunderts aber mehr als barbarisch vorkommt.

Noch mehr Gänsehaut hat mir allerdings verursacht, was einem anderen der 14 Männer passiert ist. Als er an die Front beordert wurde, weigerte er sich zu laufen und wurde deshalb von zwei Kameraden auf dem Rücken hinter der Kompanie hergeschleift. Jeder kann sich sicher vorstellen, wie der Rücken des Mannes nach dieser Prozedur aussah…

‚Field Punishment No. 1‘ war für mich ein absolut sehenswerter Film (wenn auch historisch vermutlich nicht zu 100 Prozent korrekt) bei dem ich geweint und gelacht und auch ein bißchen was gelernt habe und den ich Geschichtsinteressierten, die über ihn stolpern auf jeden Fall empfehlen kann.

Ein englisches Interview mit den beiden Autoren des Films

Der englische Trailer:

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5 Antworten zu Field Punishment No. 1 (Originalversion)

  1. nettebuecherkiste schreibt:

    Klingt interessant!

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  2. Herba schreibt:

    War es auch und das Ganze hat mich wirklich schockiert

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  3. Das hört sich nach sehr harter Kost – aber interessant an:-)

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  4. Herba schreibt:

    Es ging, es hat mich zwar mitgenommen, aber durch die Gelassen- und Entschlossenheit des Mannes ist es dann auch wieder sehr positiv angekommen. Und die Macher haben zwar den Krieg gezeigt, wie er ist, aber es war nun auch nicht effektheischend blutig inszeniert

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  5. Pingback: Deadline Gallipoli (Originalversion) | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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