Das zweite Kapitel – Die Komödie – 2014

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Die Frau des erfolgreichen New Yorker Schriftstellers George (Herbert Herrmann) ist gerade verstorben und George, der heftig um seine große Liebe trauert, hat für sich mit der Liebe abgeschlossen.
Das hindert seinen kleinen Bruder Leo (Stefan Schneider) nicht daran, ihn ständig verkuppeln zu wollen, was George furchtbar aufregt.
Auch der Schauspielerin Jennie (Nora von Collande), die gerade geschieden wurde, geht es nicht anders.
Sie soll von ihrer besten Freundin Faye (Yuri Beckers) verkuppelt werden und weigert sich strikt, einen der angebotenen Herren kennenzulernen.
Als George aus Recherchezwecken mit einer 93jährigen Dame telefonieren will, hat er durch ein Missgeschick plötzlich Jennie am Telefon und obwohl beide immer wieder betonen, nicht interessiert zu sein, treffen sie sich schließlich.
Werden die beiden noch einmal Liebe erleben?

Eine Freundin hatte vorletztes Jahr ein Stück mit Herrmann und von Collande gesehen und war so begeistert, dass sie dieses Jahr gerne noch einmal die Gelegenheit beim Schopf packen wollte.
Da meine Mutter auch gerne mal wieder ins Theater wollte und ich vor gut 10 Jahren das letzte Mal in der Komödie war, wurden kurzentschlossen Karten besorgt und letzten Donnerstag war es dann so weit.

Ich freue mich ja immer über das typische Theaterambiente aus rotem Samt und die bequemen Sitzplätze, die im Gegensatz zu englischen Verhältnissen wirklich massig viel Platz bieten.

Als wir unsere Plätze einnahmen, konnten wir schon einen Blick auf die Kulisse werfen, die recht unspektakulär wirkte, aber während des Stücks dann einen guten Rahmen für die Handlung bot.
Die Bühne war quer geteilt und die beiden Teile waren jeweils unterschiedlich hoch. Im vorderen, niedrigeren Teil, der die Wohnung von George darstellte, waren die Möbel dunkel und leicht altmodisch. Im hinteren, höheren Teil der Bühne (Wohnung von Jennie) war alles in weiß und schwarz gehalten und relativ modern.

Es ging gleich recht witzig los, denn die beiden Hauptdarsteller rannten abwechselnd über ‚ihren‘ Teil der Bühne, so das immer einer zu sehen und einer verschwunden war.

Herbert Herrmann hat sich für sein Alter wirklich gut gehalten und er kommt auf der Bühne genauso charmant wie früher im Fernsehen (z.B. Ich heirate eine Familie) rüber.
Manche seiner Gesichtsausdrücke waren mir zwar selbst für die Theaterbühne etwas zu überzogen und sein Hemd hätte ruhig einen Knopf mehr geschlossen haben können, aber ansonsten bot er für mich wirklich eine großartige Leistung.

Nora von Collande als Jennie hat mir ebenso gut gefallen, auch weil die Chemie mit ihrem Partner so toll ist und sie die Rolle der frisch geschiedenen Schauspielerin einfach gut ausfüllt.

Yuri Beckers fand ich als beste Freundin etwas zu jung, aber das tat ihrem Spiel keinen Abbruch und ich habe mich köstlich amüsiert, als sie zusammen mit dem ebenfalls gut agierenden Stefan Schneider von Jennie in Flagrantie erwischt wird.

In der zweiten Hälfte wird das Stück eher ‚tragisch‘ als komisch, was ich etwas schade fand, ich hätte gerne genauso viel gelacht wie im ersten Teil, aber letztendlich macht die Geschichte so wie sie ist einfach mehr Sinn und so war der tosende Applaus am Ende für die vier Schauspieler mehr als verdient.

Wer gerne mal einen kurzweiligen Theaterabend erleben möchte, wird bei diesem Stück von Neil Simon wenig falsch machen.
Man hat noch bis Anfang Mai Gelegenheit, sich das Stück im selben Theater in dem ich war, anzuschauen.

Kein besonders gelungener Trailer, aber man kann schön die geteilte Bühne sehen und in die nervige Musik reinhören

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11 Antworten zu Das zweite Kapitel – Die Komödie – 2014

  1. Claudia Cramer schreibt:

    Hi Herba,
    ich war vor gefühlten 100 Jahren das letzte mal in der Komödie . Es wirklich eine tolle Gelegenheit, bekannte TV-Gesichter live zu erleben. Jutta Speidel war jetzt doch auch im Fritz-Remond -Th.. Die beiden in Kombination wie in alten Tagen, das wäre auch nochmal was. Und ja, er hat den Hang zum offenen Hemdknopf. Der jugendliche Liebhaber ist schwer abzutrainieren :-).

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  2. N schreibt:

    Hey, den Mann gibt es noch? Ein Stück mit ihm war meine erste Theatererfahrung, ich glaube da war ich so um süsse 16 herum. „Kiss me Kate“ hieß das Stück und ich war schrecklich aufgeregt.
    „Das zweite Kapitel“ kenne ich aber gar nicht.

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  3. Herba schreibt:

    Stimmt, die Plakate mit Jutta Speidel hab ich auch gesehen, allerdings mag ich die Dame nicht so.
    Gegen den jugendlichen Liebhaber ist ja auch nichts zu sagen, aber mit über 70 ist es halt nicht mehr ganz so…äh, wie sag ich das jetzt am besten? ….glaubwürdig…. 😉

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  4. Herba schreibt:

    Ja, den gibts noch, allerdings meist nur noch auf der Bühne und nicht mehr im Fernsehen.
    Das ist ja lustig, daß Du den auch schon auf der Bühne gesehen hast 🙂

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  5. Claudia Cramer schreibt:

    Der P-Faktor ist dann schon ziemlich hoch. Aber auf dem Boulevard gelten andere Regeln. Du hast dich ja trotz allem gut unterhalten. War es gut besucht?

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  6. Herba schreibt:

    Das habe ich definitiv und ich glaube, er bleibt da einfach seinem Typ treu, was ja okay und auf jeden Fall bewundernswert ist.
    Mmmh, geht so. Das Theater war vielleicht zu Dreivierteln gefüllt.

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  7. Claudia Cramer schreibt:

    Ich glaube nämlich, das Boulevard Theater ist eine langsam aussterbende Spezies. Habe vor Jahren solche Leute wie Kulenkampff, Lowitz, Biederstaedt und Hubschmid gesehen ( ja, das war bereits NACH dem Krieg 🙂 ) und mir erschien die Auslastung damals höher. Aber wie das so ist mit der Wahrnehmung , schließlich war früher auch IMMER Schnee an Weihnachten, stimmt’s ? 🙂

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  8. Herba schreibt:

    Mmmh, ich weiß nicht. Ich glaube schon, daß das auch sehr auf das Stück und/oder die Schauspieler ankommt. Und als Theater muss man halt auch Nachwuchs an Theaterbesuchern ranzüchten und ich weiß nicht, ob da die Leute, die zum Beispiel in Frankfurt Komödie machen, die Richtigen sind. Aber vielleicht gehe ich auch zu stark von mir aus, denn ich brauche eigentlich immer nen Namen, den ich kenne und mag, um selbst die Initiative für einen Theaterbesuch zu ergreifen…
    Die Namen, die Du schon auf der Bühne gesehen hast, sind ja sehr eindrucksvoll. Gerade um Hubschmid beneide ich Dich, also, falls wir von Paul reden 😉

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  9. Claudia Cramer schreibt:

    Klar, the one and only Paule Hubschmid, der Alte Schweizer. Das war ein echter Bringer. Die Champagner-Komödie, ein Wahnsinns-Klassiker. Und der Typ war auch vor 25 Jahren noch ein echter Hingucker. Irgendwas war da bei mir schon immer mit groß, dunkel und markant :-).
    Hach, das gelebte Klischee halt. Wie angenehm, wenn man dann mit Qualität für seine Begeisterung belohnt wir.
    Have a nice day.
    cc

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  10. Herba schreibt:

    Ich sag ja: Neid 🙂
    Die Großen, Dunklen haben halt auch meistens was, das spricht für unseren guten Geschmack 😉
    Danke, den wünsche ich Dir auch

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  11. Pingback: Heute vor… | Unkraut vergeht nicht….oder doch?

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